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  <title>Rabensturm</title>
  <subtitle>Vinni unterwegs</subtitle>
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    <title>Weltkulturerbe Corvey</title>
    <published>2026-09-12T13:29:39Z</published>
    <updated>2026-09-12T13:30:44Z</updated>
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    <content type="html">Da wir aus dem Alter raus sind, wo wir mehrere Tage am Stück lange Wanderungen machen, suchen wir uns an dem langen Wochenende auch immer was Kulturelles, was man besichtigen kann. Hier an der Weser war das Kloster Corvey, das im benachbarten NRW bei Höxter liegt. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Corvey war ein bedeutendes karolingisches Kloster, wurde später Fürstabtei und schließlich Schloss, nachdem das Anwesen nach Napoleon und dem Wiener Kongress in den Besitz der Herzöge von Ratibor kam. Der herzöglichen Familie gehört das Anwesen noch heute, sie wohnt da auch noch (Nordflügel, Erdgeschoss). &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/corvey.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wir haben den ganzen Tag in Corvey verbracht. Wir haben mit einer Führung angefangen, im Café zu Mittag gegessen. Dann haben wir die Gärten angeschaut und noch mal in Ruhe das Gebäude. Dann haben wir Kaffee getrunken… und dann waren wir doch ein bisschen fußlahm. Aber der Guide war erfreut, als er uns am späten Nachmittag noch mal gesehen hat, dass wir uns so gründlich mit der Materie beschäftigen. ;) Der Guide war ohnehin sehr unterhaltsam, mit sehr trockenem Humor brachte er uns viel Wissenswertes nahe. Das Jahr der Klostergründung war prüfungsrelevant (822!), das merken wir uns noch eine Weile. ;)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/westwerk.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das ist das Westwerk von Corvey, der karolingische Gebäudeteil, der hauptsächlich das Weltkulturerbe bildet (genauer: Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey). Die Fassade besteht also bereits seit dem 9. Jahrhundert, als das Kloster von Ludwig dem Frommen, einem Sohn Karls des Große, gegründet wurde (822!). Es waren benediktinische Mönche aus dem Kloster Corbie, in Frankreich, die die Gegend besiedelten, und die Abtei zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen machten. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das Westwerk war ursprünglich eine Dreiturmanlage, heute bestehen nur noch die beiden Flankentürme. Aber man sieht noch romanische Bauteile und die verschiedenen folgenden Bauphasen. Innen gibt es noch alte originale Säulen und im Obergeschoss romanische Fresken. Das Westwerk war nicht nur Kirchengebäude, es war auch Repräsentationsbau, in dem die deutschen Kaiser auf ihren Reisen Station machten und Hof hielten. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/innen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Über der Tür steht noch immer (als Replik, das Original ist drinnen) die Tafel mit der Botschaft: CIVITATEM ISTAM TV CIRCVMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS (Herr, umgib diese Stadt und lass deine Engel Wächter ihrer Mauern sein). &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Dreißigjährige Krieg machte dem Kloster sehr zu schaffen, aber im 17. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau im Barockstil. So sieht dann auch die Kirche aus, viel Gold und viel barocke Pracht. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/kirche.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Gleich daneben der Kreuzgang, wieder deutlich schlichter und angenehmer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Berühmt war Corvey auch für seine Klosterbibliothek, die einzigartige Schätze enthielt, schuf und vervielfältigte. Auch heute ist Corvey für seine Bibliothek berühmt – das ist aber eine andere. Die Klosterbibliothek ist leider verbrannt, die Bibliothek heute ist die größte und kostbarste Privatbibliothek Deutschlands. Sie wurde von den Fürsten von Ratibor gesammelt und von den im Osten liegenden Schlössern hierher verbracht. Berühmter Bibliothekar war Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der viel Mühe damit verbrachte den bestand, der viel aus Trivialromanen und Reiseliteratur bestand mit intellektuellen Schriften aufzuwerten. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/buecher.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Heute ist gerade die Trivialliteratur aus dem Biedermeier und der Romantik spannend, weil das eben üblicherweise nicht in hochherrschaftlichen Bibliotheken erhalten wurde. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es sind 15 schön restaurierte Räume mit Büchern über Büchern… wir hatten die Nase an vielen Buchrücken, bis wir dann in den letzten beiden Räumen dann doch noch die historischen Schmachtfetzen und Nackenbeißer fanden. *g* &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Also sehr schön das ganze Gebäude. Und auch der Garten war sehr schön, den wir als nächstes angeschaut haben: den Remtergarten.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/blumis.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Da ist jetzt natürlich eine sehr passende Jahreszeit, es blüht und duftet im Blumengarten. Die Obstbäume tragen Früchte, Gemüse reift. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/obst.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Da sind wir eine ganze Weile herumgeschlendert, haben geguckt und geschnuppert oder auch einfach mal nur ein Weilchen auf einer Bank gesessen. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In unserem Kombi-Ticket wäre auch noch der Archäologiepark drin gewesen – da wir dazu aber keine Lust mehr hatten, wissen wir nicht, ob und was es da archäologisches zu sehen gibt. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Insgesamt jedenfalls ein sehr lohnender Ausflug zu einer wirklich schönen Anlage. Und ein Weltkulturerbe mehr, dass wir jetzt mal mit eigenen Augen gesehen haben. :)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; informiert &lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=292402" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Wandern an der Weser</title>
    <published>2026-09-10T18:57:02Z</published>
    <updated>2026-09-10T19:05:25Z</updated>
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    <content type="html">Das diesjährige Wanderwochenende haben wir wieder halbwegs mittig in Deutschland verbracht, im Nordzipfel von Hessen, an der Weser zwischen Kassel und Göttingen. Das war für uns aus Deutschland alle ungefähr die gleiche Strecke, nur Nina war deutlich länger unterwegs.&lt;br /&gt;Das Haus, in dem wir das Wochenende verbracht haben, war ein sehr schönes, liebevoll restauriertes Fachwerkhaus auf der Ostseite der Weser. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/haus.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zum Wandern angezogen hatte uns der Reinhardswald und die Aussicht auf Urwald und alte Bäume. Der Reinhardswald lag auf der anderen Seite der Weser – zunächst haben wir diese grünen Hänge nur mit Abstand betrachtet. Wir sind erst mal auf unserer Seite gewandert, um den Heuberg, der zum Bramwald gehört, nicht zum Reinhardswald. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/wandern.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es war eine nette Runde um den Hügel, immer im Wald, ab und zu mit Aussicht. Das Auf und Ab hielt sich in Grenzen, lästig war allenfalls, dass eine längere Strecke des Weges grob geschottert war. Das lief sich nicht gut, zumal mein rechter Fuß auch noch angeschlagen ist. Aber man kann es als Wandern zählen und das ist doch das Mindeste für ein Wanderwochenende. ;)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Nach der Runde haben wir uns Uslar angeschaut, ein Kleinstädtchen in der Nähe, das aber schon zu Niedersachsen gehört. Auch sehr schön fachwerkig und sie hatten auch sehr leckere Eisbecher und Waffeln für uns. :)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Reinhardswald waren wir dann am Montag noch – am Wochenende hatten wir uns ferngehalten, weil im Tierpark an der Sababurg großes Mittelalterspektakulum veranstaltet wurde und wir uns die Menschenmengen nicht geben wollten. Die Sababurg war aber trotzdem eine gute Zielmarke. Da gibt es neben dem Tierpark auch diverse Wanderwege durch den urwüchsigen Wald zu mächtigen alten Eichen. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/eichen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Parkplatz (und die Runde) nennt sich sogar Urwald. Das war ein wirklich schöner Spaziergang, so schön grün und moosig und so schöne alte Bäume. :)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Tierpark waren wir dann auch. Dort gab es Aussicht auf die Sababurg und natürlich auch Aussicht auf die Tiere, die sich auf den riesigen Flächen aber ganz schön verteilten. Immerhin haben wir die Elche gesehen, aber auch Alpakas und Wisente, Damwild, Waschbären und Pinguine. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/wandern/2026/saba.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das war nett und gastronomische Versorgung gab es auch. Wenn ich wählen müsste, würde ich aber lieber noch mal in den Urwald gehen als in den Tierpark. ;) &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/strampeln.gif" /&gt; wandern&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=292330" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Betreutes Singen am Elbufer</title>
    <published>2026-08-07T09:34:07Z</published>
    <updated>2026-08-07T09:34:07Z</updated>
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    <content type="html">Seit langer Zeit war ich mal wieder bei einem Event der Filmnächte am Elbufer (ich weiß gar nicht, ob ich da jemals einen Film gesehen habe). Vor fantastischer Kulisse hab ich zusammen mit über tausend Leuten aus voller Kehle gesungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/sonstiges/filmnacht.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten ja schon… zweimal… ein solches Event zum Mitsingen, diesmal war es von der Mitsingzentrale, die sonst in der Schauburg oder in der Scheune zum Singen aufruft. Das sind zwei Musiker (Demian Kappenstein und Reentko Dirks), einer mit Gitarre, der andere mit Cajón, die mit großem Repertoire und viel Begeisterung durch das Programm führen. Wobei, Programm ist so gar nicht richtig. Sie haben ein paar vorbereitete Lieder, der Rest kommt aber nach Vorschlägen aus dem Publikum. Dann wird schnell nach dem entsprechenden Text gegoogelt, während der Gitarrist schon mal aus dem Nichts mit der Melodie anfängt. Vor allem letzteres war sehr beeindruckend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mischung war also sehr breit, von der Kunstfreiheit von Danger Dan bis Last Christmas, von Roland Kaiser bis Backstreet Boys. Sehr gut gingen die Klassiker (Alt wie ein Baum, Mischa und der Farbfilm), aber auch Madonna und we are sailing. Große Begeisterung bei Kling Klang und große Emotion bei The Time of My Life. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat sehr viel Spaß gemacht – und ich bin heute gar nicht mal so heiser, wie befürchtet. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mal schauen, ob es nächstes Jahr wieder klappt. Ansonsten vielleicht die Weihnachtsveranstaltung, sie haben ja selbst schon gescherzt, dass wir dann „wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ singen können. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/strampeln.gif" /&gt; beschwingt&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=292037" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Die Unendliche Geschichte in Übigau</title>
    <published>2026-07-18T16:14:17Z</published>
    <updated>2026-07-18T16:15:47Z</updated>
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    <content type="html">Wir haben dieses Jahr rechtzeitig daran gedacht, uns das Programm des Schloßtheaters in Übigau anzuschauen. Das wird im Sommer von der Comödie bespielt, da ist nicht immer alles nach unserem Geschmack – aber dieses Jahr ist die Unendliche Geschichte dabei, da waren wir schnell entschieden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war den ganzen Tag zweifelhaft gewittriges Wetter – wir hatten aber Glück und es blieb trocken, war auch nicht zu heiß. Wir waren ziemlich zeitig vor Ort, konnten uns in Ruhe umsehen und die örtliche Gastronomie nutzen. Das war gut und praktisch, man musste sich nicht ringsum im doch eher dörflichen Umfeld was suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schloß ist immer noch marode, bröckelnde Fassade und Baustellencharme. Das hatten sie gleich mit einbezogen in ihr Stück – ein Großteil der Requisiten bestand aus Abdeckfolie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/kunst/unendlich1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor es aber los ging, gab es eine etwas überraschende Durchsage: &lt;i&gt;„Durch einen Unfall gibt es gesundheitliche Beeinträchtigungen, die auch das Stück betreffen, wir bitten um Verständnis“.&lt;/i&gt; - Das klärte sich umgehend auf, als der Schauspieler von Atreju auf die Bühne kam – er trug einen Schulterverband und ruhig gestellten Arm, hatte sich also wohl die Schulter gebrochen. Aua, der arme Kerl. Da war er natürlich gerade bei der jugendlich dynamischen Heldenrolle ausgebremst und musste sich nur auf heldenhaftes Schreiten beschränken. Tat bestimmt trotzdem noch weh. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Handlung angeht, da war die lange Unendliche Geschichte natürlich zusammengekürzt, auch wenn sie länger als der Film reichte und doch das Buch bis zum Ende behandelte. Bastian liest (im Buchladen, nicht auf dem Schulboden) in dem seltsamen Buch, erlebt dabei die Geschichte Atrejus mit, der von der Kindlichen Kaiserin ausgesandt wurde, um das Land Phantasien zu retten. Bastian kommt schließlich nach Phantasien, muss sich dann damit auseinandersetzen, was er wirklich will, was Wünsche für Konsequenzen haben, was Erinnerungen bedeuten und welche Verlockungen Macht bietet. Mit Atrejus Hilfe findet er schließlich den Weg zurück und findet auch eine neue Verbindung zu seinem in Trauer eingefrorenen Vater. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war schön gemacht – stellenweise mit arg großen Sprüngen, die vielleicht mit Hintergrundwissen besser zu verstehen waren (wer ist diese Xayide und wo kommt die plötzlich her). Es gab viel Theatermagie, mit einfachen Mitteln wurden tolle Sachen gezaubert: zum Beispiel die uralte Morla, die mit zwei riesigen Augäpfeln dargestellt wurden, die aus den Fenstern des Schlosses schauten. Es gab tolles Puppenspiel für Artax (ja, Artax stirbt) und die Zweisiedler. Viele Figuren sahen aus wie im Film, ich persönlich mochte ja besonders die Rennschnecke. :) Und als Fuchur schließlich die Flügel ausklappte, gab es spontanen Szenenapplaus. Doch sehr schön. Die Geschichte ist immer gut, um an die Kraft der Phantasie zu erinnern, eine Kraft, die in jedem steckt und die man sich zu Nutzen machen kann.  :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/kunst/unendlich2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch, sehr schön. Und eine schöne Stimmung, in der man sich dann auf den Heimweg gemacht hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/grumpy.gif" /&gt; phantastisch&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=291829" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Japan auf Papier in Dresden</title>
    <published>2026-07-04T15:05:13Z</published>
    <updated>2026-07-05T12:36:16Z</updated>
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    <content type="html">Bis September gibt es in Dresden eine Sonderausstellung im Kupferstichkabinett, die sich japanischen Farbholzschnitten widmet. Das Kupferstich hat viele davon… sehr viele, über 10.000 Stücke, die bisher keine besondere Beachtung erhielten. Das ist um so bedeutender, da es in Japan selber gar nicht mehr so viele von den Farbholzschnitten der Edo-Zeit gibt, da die als Drucke eher Massenwaren waren und mit dem veränderten Zeitgeschmack aus der Aufmerksamkeit (und den Sammlungen) verschwanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Dresden wurde nun mit Forschungspartnern aus Japan und der Schweiz die Geschichte des Bestandes aufgearbeitet, die Werke digitalisiert und restauriert. Und ein Teil davon eben gezeigt und in Zusammenhang mit europäischen Grafiken gesetzt, die davon beeinflusst waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hab eher zufällig von der Ausstellung erfahren, dann gesehen, dass es heute eine öffentliche Führung gibt und mich da spontan angemeldet. Das war ganz nett gemacht, die Dame hat uns einen Überblick gegeben, uns auf Besonderheiten aufmerksam gemacht und dann konnten wir selber weiter gucken. Ich habe gelernt, woran man auf den Drucken erkennt, dass die Damen Männer (Schauspieler) in Frauenkleidern sind und woran, dass es Kurtisanen sind. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Los ging es damit, was Farbholzschnitte eigentlich sind, wie sie hergestellt werden und warum überhaupt. Ursprünglich ist die Drucktechnik aus China gekommen, hat dann in der Edo-Zeit Fahrt aufgenommen, weil es da länger friedlich war und das Bürgertum zu Geld kam. Die Nachfrage für Kunst wuchs – der Farbholzschnitt mit seinen reproduzierbaren Stücken kam dem nach. Aufwand ist es natürlich trotzdem. Für jede Farbe gibt es eine eigene geschnittene Drucktafel, bei besonders komplexen Werken können das bis zu 80 Platten sein, die perfekt übereinander passen müssen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bekomme bei meinen Druckversuchen ja schon immer einen Knoten ins Hirn, nur weil das Ergebnis spiegelverkehrt wird. *g* Aber schön, auch was zum Handwerk zu erfahren, Werkzeuge und Prozesse zu sehen. Es gibt übrigens auch Tafeln ohne Farbe (Blinddruck), mit denen lediglich Strukturen ins Papier gepresst werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die verschiedenen Räume in der Ausstellung waren mit papierbespannten Wänden getrennt, die vage Ahnung japanischer Architektur aufkommen ließ. Es gab einen Bereich, der sich der Schönheit widmete, einer für das japanische Kabuki-Theater, einen für die Landschaften von Hokusai und Hiroshige. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr schöne Stücke dabei, mit einem unglaublichen Grad an Detailfülle. Allein diese Rückentätowierung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder Massenszenen. Oder die faszinierenden Farbverläufe der Landschaften. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer4.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mochte auch den Blick auf die verschiedenen Sujets. Theater und Kurtisanen, ist klar. Landschaften auch. &lt;strike&gt;Keine Shunga.&lt;/strike&gt; Ich mochte die Geister- und Heldengeschichten. Und staunte über das offenbar beliebte Thema der Selbstentleibung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer5.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem weiteren Raum wurde gezeigt, wie sich europäische Künstler von den japanischen Holzschnitten beeinflussen ließen, Lautrec, Degas, Munch, Marc und viele anderen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/kupfer6.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem wurde gezeigt, wie die gesammelten Stücke auch das Kunsthandwerk, Grafik und Design beeinflussten. Ich grabe dazu mal ganz tief in meinem Archiv und verweise auf einen Museumsbesuch &lt;a href="https://rabensturm.dreamwidth.org/2015/03/24/"&gt; vom März 2015,&lt;/a&gt; wo im Japanischen Palais eine unglaubliche Sammlung von Schablonen für Kimonomuster (Katagami) gezeigt wurden. Schon erstaunlich, was so in den Sammlungen noch so versteckt ist. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für das Kupferstichkabinett gilt übrigens, dass man sich kostenlos Dinge aus der Sammlung vorlegen lassen kann. Man kann also einfach so in den Studiensaal gehen und sich Originaldrucke angucken. Original Dürer oder Picasso… oder eben Hokusai oder Hiroshige. Sollte man vielleicht einfach mal ausprobieren. ;)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=291422" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – letzter Tag</title>
    <published>2026-07-03T14:14:00Z</published>
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    <content type="html">Ein entspannter letzter Tag. Die großen must-sees hatten wir schon angeschaut, konnten wir jetzt in Ruhe gucken, wozu wir noch Lust haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Los ging es mal wieder mit einer Kirche:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7akirke.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kirche von Aakirkeby – auch Bornholmer Dom genannt. Eine Kirche mit Doppelturm und wehrhaften Zinnen war das im Mittelalter Bischofssitz und Domkirche. Das Örtchen ringsum war vor Hamershus Verwaltungszentrum und Gerichtsort. Das war tatsächlich noch mal was anderes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann sind wir noch mal nach Rönne gefahren, weil uns von unserem Museums-Kombi-Pass noch das letzte fehlte. Erichsens Gard, ein Bürgerhaus aus dem 19. Jahrhundert mit wunderbarem Garten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7erich.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den historisch ausgestatteten Räumen bekommt man eine Vorstellung von den Lebensverhältnissen der damaligen Bürger (und ein bisschen Tratsch und Klatsch zu den Familienverhältnissen *g*). Im Garten kann man in Blüten schwelgen, das ist sehr schön. In den Garten kommt man wohl auch rein, wenn das Museum geschlossen ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Rönne aus sind wir nach Norden gefahren, an der Westküste bis Hasle, einem hübschen kleinen Fischerdorf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7hasle.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch dort war die Kirche leider wieder geschlossen. Wir sind am Hafen entlang gelaufen zur berühmten Fischräucherei und haben dort Mittagspause gemacht (sehr dänisch, Fischfrikadellen mit Kartoffelsalat und Holunderblütenlimonade). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann wollten wir noch eine Kirche anschauen, aber die von Rutsker war wieder geschlossen. :(&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nagut, dann eben noch ein bisschen Natur. Wir hatten beim Vorbeifahren schon einen Blick in das hübsche Spalttal von Ravnedal geworfen. Da sind wir eine kleine Runde gelaufen, die alles bot von Felsen bis Wasser, stehenden Stein bis Ziegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7ravne.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr schön noch mal – mir allerdings schon wieder zu warm mit sengendem Sonnenschein…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem sind wir an der Straße noch ein paar hundert Meter zu einem unscheinbaren Hinweisschild gelaufen. Da fand sich mitten in der Wiese nämlich noch ein Felsen mit Petroglyphen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7steine.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so schöne. So wenig beworben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war dann der ganze Tagesausflug. Wir haben am Freiluftbauernhofmuseum noch mal angehalten für Nachmittagstorte und Souvenirs. Und wir sind am Abend der Gewohnheit folgend noch auf einen Spaziergang gegangen. Diesmal direkt um das Quartier herum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/7abend.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch da hatten wir große Vielfalt: &lt;strike&gt;Mücken und Ameisen&lt;/strike&gt; Naturlehrpfad und Naturschutzgebiet, Felsen und Treppen und Bäume… und der Golfplatz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das war es dann auch mit Bornholm. Eine schöne, entspannte Woche. Wir haben genug zum Ansehen gefunden, es war abwechslungsreich mit schönen Kirchen, alten Steinen und natürlich Meer in jede Richtung. Und die Dänen sind ja auch sehr nette Gastgeber. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/blau.gif" /&gt; sonnig&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=291125" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – Steine und Meer</title>
    <published>2026-07-01T15:30:07Z</published>
    <updated>2026-07-01T15:36:29Z</updated>
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    <content type="html">Der nächste Tag führte und in den Süden der Insel. Wir begannen – mal wieder – mit einer Kirche: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6peter.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist die Kirche von Petersker, eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Die Holzdecke war sehr schön, sie griff das Schlüsselmotiv von Petrus auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als nächstes ging es über eine winzige Straße zum Ringwall von Rispebjerg. Das ist eine eisenzeitliche Wallanlage – je nach Interpretation Festung, Versammlungsort oder Sonnenheiligtum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6rispe.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt eine Wallanlage, die einen Hang über einer Flussaue absichert. Es gibt Gräben und Hügel und Fundstücke der Trichterbecherkultur. Es gibt auch Pfostenringe aus jeweils 8 – 10 großen Pfosten. Außerdem gibt es unter den Fundstücken sogenannte Sonnensteine, strahlenförmige Ritzzeichnungen auf Steinen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6rispe2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraus die Theorie eines Sonnenheiligtums zu konstruieren und dieses mit Woodhenge und Pömmelte gleichzusetzen, finde ich persönlich jetzt etwas… gewagt. Ich weiß nicht, wieviel Archäologen hier tatsächlich geforscht haben, was man dazu findet und was vor Ort beschrieben war, erscheint mir nicht sehr ausführlich. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne Anlage mitsamt Aussichtsturm, Schafen und Ziegen. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann Meer. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6meer.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Süden gibt es zahlreiche Strände, die für die Feinheit ihres Sandes gerühmt werden. Stellenweise so fein, dass er früher in Sanduhren gefüllt wurde. Wir haben einen Strand gefunden, der fast ohne Menschen war. Dafür gab es einen Parkplatz direkt am Wasser, Bänke und Bäume – und hier bin ich dann auch ins Wasser gestiegen. Quietschend und prustend, da die Wassertemperatur so um die 15 Grad betragen haben dürfte. Aber wenn man schon mal da ist… und wenn man einmal drin ist, geht es auch. Ich wollte ja auch nur rein und ein bisschen rumpaddeln und nicht ewig schwimmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind dann wieder Steine suchen gegangen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6gryta.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist Gryet, die größte Ansammlung von Bautasteinen auf Bornholm – und die zweitgrößte von ganz Dänemark. Es sollen um die 70 Menhire sein, die in relativ großer Fläche aufgestellt wurden. Die Steine wurden über eine Zeit von fast 2000 Jahren aufgestellt (1000 v. Chr. – 900 n. Chr.), vermutlich als Grabmarkierungen. Was und wozu genau, ist so genau nicht geklärt, uns erschien die Beschilderung vor Ort auch nicht recht hilfreich bei der Frage. Auf mich wirkten die Steine ein bisschen verloren in dem Waldstück, mir persönlich hat am Vortag Louisenlund besser gefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann aber auch sein, dass mein Eindruck nicht so begeistert war, weil wir uns zu den Steinen durch hohes blühendes Gras am Rande eines blühenden Getreidefeldes hindurchkämpfen mussten. – Vermutlich lag es daran, dass ich umgehend juckende Quaddel am ganzen Körper entwickelte und insgesamt ziemlich miserabel fühlte. Unser nächstes Ziel war der Ort Svaneke – nachdem ich mir dort Gesicht, Hals und Arme gewaschen hatte, ging es dann wieder, auch wenn ich noch bis zum Abend wild verquaddelt aussah. :p&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Eindrücke von Svaneke sind daher nur mäßig, zumal wir in die hübsche kleine Kirche nicht reingekommen sind. Aber das Örtchen macht einen quirligen sympathischen Eindruck. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6svaneke.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt einen kleinen Hafen, Infrastruktur mit individuellen Läden – und eine Lakritzmanufaktur (Bühlow Lakritz, die es jetzt überall gibt, die kommen hier her), wo ich nochmal Lakritzeis bekam, diesmal gleich Softeis mit Lakritzgeschmack im Eis.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter ging es noch mal zu Kirchen. Wir sind allerdings nur in die von Ibsker reingekommen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6ibsker.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die war überraschend groß, bemerkenswert die Kanzel, mit Feldern aus Keramik. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In die Kirche von Poulsker sind wir danach nicht reingekommen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6poul.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem uns das schon in Svaneke passiert ist, war das der Beginn eines enttäuschenden Trends. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann sind wir erst mal ins Quartier gefahren. Es war inzwischen ganz schön warm geworden, da war es gut, noch etwas Pause zu machen, auszuruhen und zu entquaddeln.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichtsdestotrotz sind wir später am Abend noch mal losgezogen und haben den höchsten Wasserfall Dänemarks besucht. Der Døndal-Wasserfall ist 20 m hoch, war bei den herrschenden Wetter- und Wasserverhältnissen aber nicht sonderlich spektakulär. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/6wasser.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wald ringsum und der Weg zum Wasserfall war aber sehr schön. Wir haben viele Vögel gehört und eine ganze Schar Zaunkönige gesehen. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/crappy.gif" /&gt; quaddelig&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=290948" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – Freiluftmuseum, Steine und Kuchen</title>
    <published>2026-06-30T19:15:44Z</published>
    <updated>2026-06-30T19:22:54Z</updated>
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    <content type="html">Wir wollten was machen, wo wir schönes Wetter brauchten… da es am Morgen doch recht trüb war, haben wir kurzerhand umdisponiert und erst mal mit dem Freiluftmuseum bei Gudhjem angefangen. Da hatten wir schon mal vor verschlossener Tür gestanden, aber jetzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pünktlich zur Öffnungszeit standen wir vor der Tür – und durften erst mal daran teilhaben, wie die dänische Fahne gehisst und die Hymne gesungen wurde. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5museum.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Museumshof, ein alter Bauernhof aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde der Hof von einem jungen Ehepaar übernommen und nach dem neuesten Stand der Technik ausgebaut. Es gab eine Waschmaschine! Einen Herd! Ein Ehebett in einem Elternschlafzimmer! Mit Gefederter Matratze! Tapeten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor wir uns das aber alles angeschaut haben, sind wir der Tierfütterung durchs Gelände gefolgt. Der Hof wird nämlich bewirtschaftet, es gibt Schweine, Hühner, Hasen, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und eine sehr freundliche Katze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5tiere.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir folgten einem netten Herrn zu den verschiedenen Tieren, konnten dann auch zusehen, wie die Kuh gemolken wurde. Nicht mit der Hand, aber mit der eher asthmatischen Pumpe machte das immer noch einen historischen Eindruck. – Die Milch wurde im Hof dann auch gleich für Pfannkuchen genommen… da haben wir kurz gedacht, dass das in Deutschland ohne Pasteurisierung und andere Hygienemaßnahmen sicher nicht so einfach gegangen wäre…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben die Innenräume angeschaut – sehr freundlich und engagiert erklärt von der Mitarbeiterin. Wir konnten das hausgebackene Brot kosten, Senf, Schmalz. Wir konnten das Weben ausprobieren, Katze streicheln, den Garten begucken. Alles sehr schön und sehr schön am Leben gehalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5innen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem gibt es einen schönen Souvenirshop und ein leckeres Kuchenangebot, das wir uns aber für einen anderen Tag aufgehoben haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An diesem Tag wollten wir anderen Kuchen – aber erst mal haben wir Steine gesucht: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5steine.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Louisenlund. Das ist eine historische Stätte mit ca. 50 stehenden Steinen in einem idyllischen Hain. Das Gelände wurde 1850 vom dänischen König Frederik VII. gekauft und so erhalten. Hier wurden nie archäologische Untersuchungen vorgenommen – man kann die Steine also nur für ihre Schönheit und Mystizität bewundern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5louise.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann aber Kuchen. :) Wir hatten ein Café gesehen, in dem es ein all-you-can-eat-Kuchenbuffet gab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5kuchen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Au ja! Ein sehr schönes Café mit altmodischem Charme. Es war eine alte Schule, in der viele alte Möbel an die Geschichte erinnerten. Dazu passte auch die Bedienung mit den weißen Schürzchen. Kuchen gab es in großer Auswahl, sobald irgendwo nur noch zwei Stücke übrig waren, wurde sofort ausgetauscht. Dazu gab es Tee und Kaffee, Kakao, Wasser, Saft… da war die Magenkapazität die einzige Grenze. *g* Wer braucht da schon Mittagessen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Kuchen konnten wir Bewegung gebraucht. Wir sind zum Ekkodalen (Echotal) gefahren und dort auf die höchste Erhebung Bornholms gewandert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5echo.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Echotal ist ein Spalttal – eine typische bornholmische (bornholmer?) Landschaftsform. Es ist 12 km lang und durchschnittlich 60 m breit… wir sind aber keine 12 km gelaufen. Es ging ein ganzes Stück das Tal entlang, dann über Treppen eine der Wände hoch und dann den Berg hinauf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5berg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die höchste Erhebung ist der Rytterknægten mit 162 m hoch, der auch zu den höchsten Bergen Dänemarks zählt. Oben ist ein Aussichtsturm – der allerdings gerade unter Bauarbeiten stand. Rytterknægten heißt übrigens Knappe, dass ist der Ritterknecht. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Berg und das Waldgebiet durchziehen viele Wege, Radwege, Mountainbikestrecken. Wir haben den Weg zur Gamleborg gewählt, eine Wallburg aus dem 9. Jahrhundert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5gamle.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist ein großes Gelände von einem Wall umgeben. Mauern gibt es eher wenige, wenn, dann sind das aber die ältesten erhaltenen Gebäude der Insel. Wir sind einmal durch und auf dem Wall zurückgelaufen, das gab schöne Aus- und Einblicke. Und natürlich Ziegen, das war spaßig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bewegung war das erst mal genug – es war auch ganz schön warm geworden. Trotzdem haben wir uns später am Abend noch mal zu einer Runde aufgemacht, diesmal ging es an die Küste zu den Helligdomsklipperne. Klippen, wie der Name schon sagt, aber auch ein spektakulärer Küstenwanderweg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5klippen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr schön. Sehr malerisch. Sehr schönes goldenes Licht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zum Parkplatz gab es dann noch Kunst. In Sichtweite der Klippen befindet sich ein Kunstmuseum, von dem wir zumindest die Kunst draußen noch sehen konnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/5kunst.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rein wollten wir nicht, aber so war das noch mal ein netter Kontrast. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/strampeln.gif" /&gt; zu Fuß&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=290786" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – Burg und mehr Steine</title>
    <published>2026-06-27T19:46:06Z</published>
    <updated>2026-06-30T18:46:37Z</updated>
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    <content type="html">Die größte Sehenswürdigkeit auf Bornholm ist die Burg Hammershus. Und zwar wortwörtlich groß, denn sie ist einer der größten zusammenhängenden Burgruinenenkomplexe Nordeuropas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4burg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Burg befindet sich im Nordwesten von Bornholm. Sie hat keine Öffnungszeiten (nur das Besucherzentrum hat welche), wir waren trotzdem früh zur normaler Besuchszeit da. Es kamen tatsächlich auch schon Busse mit Reisegruppen. In der Burg waren Führungen (auch gewandet) unterwegs – aber es verlief sich auf dem weitläufigen Gelände doch ganz gut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4burg2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Burg ist ein Spiegel der Geschichte der Insel und deren Besitzverhältnissen. Im 13. Jahrhundert erbaut, befand sie sich lange im Besitz der Erzbischöfe von Lund, die sich den besitz der Insel mit den dänischen Königen teilten. Die Burg ging mehrmals zwischen den beiden hin und her. Dann kam für 50 Jahre die Hanse aus Lübeck, danach dänische Lehensvögte, dann wieder kurz an die Schweden. Im 17. Jahrhundert entsprach die Festung nicht mehr den militärischen Anforderungen (dafür wurde die Festung auf Christiansø aufgebaut) und diente nur noch als Gefängnis. 1743 wurde die Burg schließlich aufgegeben und diente vorwiegend als Steinbruch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4burg3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende des 19. Jahrhunderts begannen erste Konservierungsarbeiten. – Das war dann auch die Zeit, ab der die Bornholmer sich mit der Burg und der Ruine versöhnten. Für die war die Festung immer ein Machtinstrument der Besatzer, die, ganz gleich ob das Schweden, Lübecker oder Vögte waren, die Bevölkerung auspressten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist die Burg ein beliebtes Touristenziel und in der Tat sehr malerisch aus diversen Ansichten. Sollte man also unbedingt anschauen. Kosten tut nur der Parkplatz, was ja okay ist – man kann die Burg auch über den Radweg erreichen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind in den nächstgelegenen Ort gefahren, um uns zu stärken und dann eine kleine Wanderung über die Halbinsel Hammeren zu machen. Sandvik, der Ort, war sehr hübsch, aber eher verschlafen, so dass wir uns nur an Keksen gestärkt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Campingplatz Sandvik ging es dann über Heide- und Ginsterlandschaft sehr malerisch ans westliche Ufer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4heide.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dort befindet sich eine Kirchenruine – Salomons Kapelle – mit einer heiligen Quelle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4salomon.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr schön. Und die Küste und der Ausblick waren da natürlich auch sehr schön. Das hat uns dann noch eine Weile begleitet, weil wir an der Küste entlang wieder zurückgelaufen sind. Vorbei an Felsen und Meer und einem hübschen Leuchtturm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4kueste.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Stopp führte uns viel weiter in die Zeit zurück. Wir haben uns die Petroglyphen von Madsebakken angeschaut. Auf Felsflächen, von der Eiszeit flach geraspelt, befinden sich prähistorische Zeichnungen von Schiffen und Sonnenrädern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4schiffe.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ganze befand sich auf einem Feld hinter Allinge. – Das war der Ort, an dem zuvor das Demokratiefestival stattgefunden hat, deshalb war da noch alles vollgestopft mit LKW, Material, Absperrungen… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wir haben auch im Ort einen Parkplatz gefunden. Wir haben uns die Kirche angeschaut:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4kirche.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann auch den Hafen. Dort gabs dann auch das erste leckere Lakritzeis. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4eis.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg haben wir noch an einer weiteren Kirche gehalten, an der von Tejn, der jüngsten der Insel, die erst 1940 errichtet wurde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4tejn.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tagesprogramm war damit erledigt – aber wir hatten uns ja schon daran gewöhnt, am Abend noch eine Runde zu gehen oder zu fahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An diesem Abend haben wir zuerst einen Waldrundgang zu einem Wackelstein gemacht. Gewackelt hat da nix mehr, aber es lagen einige riesige Findlinge in malerischer Umgebung und am Ende sogar ein bronzezeitliches Grab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4wackel.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und weil wir schon fast da waren, haben wir an der Küste noch ein paar mehr stehende Steine gesucht. Zuerst die Stammershalle, eine prähistorische Kultstätte: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4stammes.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann noch eine Schiffssetzung im Wald, die Kultstätte von Troldskoven:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/4steine.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ging im Wald &lt;strike&gt;und Mücken&lt;/strike&gt; ein bisschen unter, aber als Abendausflug war das sehr schön. :) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/grau.gif" /&gt; historisch&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=290386" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – Museumstag</title>
    <published>2026-06-27T12:44:41Z</published>
    <updated>2026-06-27T12:48:17Z</updated>
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    <content type="html">Dienstag:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erste Station des Tages war die Kirche von Klemensker, die keine Rundkirche ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3klemensker.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Granitbau von 1882, der innen in den 60iger Jahren neu ausgestaltet wurde, wie man an dem modernen Altarbild sieht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind da vorbeigekommen, weil wir auf dem Weg nach Rönne einen Runenstein mitnehmen wollten… den ich leider jetzt nicht mehr benennen kann. Er war jedenfalls hübsch, ziemlich groß und benachbart zu einem beeindruckend schönem Mohnfeld. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3stein.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann zurück nach Rönne. Dort gibt es das kunstgeschichtliche Museum, wo man auch Kombi-Tickets für 3 weitere angeschlossene Museen bekommt. Montags waren die Museen zu, deshalb sind wir zwei Tage nacheinander in die Stadt gefahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3roenne.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rönne ist die größte Stadt der Insel, mit reichlich 13.000 Einwohnern aber immer noch recht überschaubar. Hier ist der Fähr- und Industriehafen, hier landen auch die Kreuzfahrtschiffe an. Im Zentrum gibt es noch zahlreiche charmante Altbauten, Pflasterstraßen, hübsche Gärten. Außerdem die Nicolai Kirke mit Blick auf den Hafen und daneben der weiße Leuchtturm, der von 1880 bis 1989 den Schiffen als Richtfeuer dienste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kirche war am morgen wegen Gottesdienst geschlossen, wir sind also erst mal ins Museum gegangen. Das befindet sich in einem großen Stadthaus (dem ehemaligen Krankenhaus) und zeigt über vier Etagen die verschiedenen Epochen der Inselgeschichte. Es geht los mit prähistorischen Funden, deren beeindruckendster Schatz die Guldgubber von Sorte Muld sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3museum1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;a href="https://rabensturm.dreamwidth.org/2015/05/18/"&gt; Guldgubbe&lt;/a&gt; sind rund 2.500, kaum briefmarkengroße Goldblechfiguren, die an der Ostküste Bornholms gefunden wurden. Das sind 90 % aller jemals in Dänemark gefundener Goldplättchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3gold.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beeindruckend, dass man sie in Rönne angucken kann und dafür nicht nach Kopenhagen muss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den anderen Teilen des Museums gibt es Ortsgeschichte aus historischer Zeit. Über die Besetzung im 2. Weltkrieg durch die Deutschen, über die der Russen bis 1946. Aber es auch Alltagsgegenstände, einen alten Kramladen, ein altes Schulzimmer, alte Standuhren, marine Stücke und im Keller eine ethnologische Sammlung. Weil auch von Bornholm aus Seeleute rings um die Welt fuhren und Sammlungstücke mitbrachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3museum2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt ein abwechslungsreiches Museum, durchaus sehenswert, auch wenn die Beschreibungen nicht immer hilfreich waren. Immerhin gab es eine deutschsprachige Beschreibung, die man mit durch die Räume nehmen konnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerhalb des Museums konnte man auf dem Gelände noch einen Luftschutzbunker angucken, gleich neben prähistorischen Petroglyphen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück in der Gegenwart brauchte ich erst mal Mittagessen. Da hatten wir am Markt ein sehr leckeres Smørrebrød mit Scholle und Krabben und dazu Holunderblütenlimonade. Die gab es überall auf Bornholm – es gab auch überall große blühende Hollunderbüsche, die ihren Duft verbreiteten. Sehr schön. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann das nächste Museum vom Kombi-Pass: Hjorths Fabrik, eine Keramikfabrik, die als Museum weiterbetrieben wird. Das war sehr spannend und anschaulich und machte die Keramikherstellung vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts wieder lebendig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3keramik.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute wird dort im Museumsbetrieb gearbeitet, es gibt aber auch Workshops und Fertigungen aus Künstlerhand. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg zum Auto am Hafen sind wir dann in die Nikolaikirche gekommen. Eine sehr schöne Kirche mit einigen alten Fresken und einem schönen modernen Altarbild. Außerdem gab es eine lustige Kinderchallenge, bei der man Plüschmäuse im Kirchenraum suchen konnte. Kirchenmäuse. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3nikolai.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ganze war untermalt von schrägen Orgelklängen, weil das Instrument gerade gestimmt wurde. Da waren schon schmerzhafte Töne bei. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben dann die Stadt wieder verlassen – und noch weitere Kirchen angeguckt. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da war ja noch eine Rundkirche übrig, die von Nyker: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3nyker.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist Bornholms kleinste Rundkirche, wieder aus dem 12. Jahrhundert und wieder mit Rundpfeiler und schönen mittelalterlichen Fresken. Es gibt auch wieder Runensteine im Waffenhaus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Museum hätten wir noch mitgenommen – eine Außenstelle befindet sich bei uns um die Ecke in Gudhjem und ist ein alter Bauernhof als Freiluftmuseum. Das war am Dienstag aber schon zu, da mussten wir ein andermal wiederkommen. Haben wir also noch eine Kirche angeschaut, die von Rø, unserem Urlaubsort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3roe.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine neoromanische Kirche aus dem Jahr 1888, von der Straßenseite her nicht so ansehnlich, aber doch einen Besuch wert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann erst mal Pause im Quartier, was essen… und dann sind wir für den Abendspaziergang noch mal Steine suchen gegangen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/3pferde.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hestestenene, Pferdesteine – direkt an der Klippe mit herrlicher Aussicht und güldenem Abendlicht, sehr sehr schön. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=290109" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – Kirchenrunde</title>
    <published>2026-06-26T15:54:30Z</published>
    <updated>2026-06-26T16:01:09Z</updated>
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    <content type="html">Montag: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der uns nächste größere Ort war Gudhjem, an der Nordküste von Bornholm. Das ist ein hübsches kleines Städtchen mit Infrastruktur für alle Belange, mit einem kleinen Hafen, von den aus man Küstenrundfahren machen kann oder zur vorgelagerten Insel Christiansø übersetzen. Außerdem ist Gudhjem überraschend abschüssig – die Nordküste ist eher felsig und steilküstig, so geht es auch zum Hafen ein ganzes Stück runter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2gudhjem.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben die Kirche angeschaut, sind durch den Ort geschlendert und zum Hafen hinunter. Da gab es eine kleine Station der Touristeninformation, wo man sich mit Flyern versorgen konnte. Auf dem Rückweg zum Auto sind wir dann allerdings ganz schön nass geworden von einem heftigen Regenguss. Wär nicht nötig gewesen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch der nächste Programmpunkt wär nicht nötig gewesen: das Auto behauptete, dass die Schlüsselbatterie fast leer ist. Upsi. Das wollten wir lieber nicht erleben, ohne Batterie irgendwo in der Pampa zu stranden. Also haben wir uns auf den Weg nach Rönne gemacht, am Montag war da ja regulär jemand da bei der Autovermietung. Wir haben einen Techniker gefunden und dessen Reaktion auf unser Anliegen war auch eine Art „Upsi“. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Problem wurde jedenfalls gelöst. Wir haben – weil wir schon mal da waren – in Rönne zu Mittag gegessen. Leckere Pfannkuchen in einem Pfannkuchenladen (Pfannkuchen wie Plinsen, nicht wie „Berliner“). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestärkt und mit frischem Strom ausgestattet haben wir uns auf Kirchentour gemacht. Es gibt für Bornholm einen netten Flyer mit allen Kirchen und Infos dazu. Mich haben vor allem die vier Rundkirchen interessiert – aber der Flyer hat uns dann verlockt, so viele wie möglich mitzunehmen. Das hat sich gelohnt, auch die nicht-runden Kirchen waren sehr sehenswert. Von den *nachzähl* 27 Kirchen und Kirchenruinen haben wir 21 gesehen, in vier davon sind wir allerdings trotz anderslautender Öffnungszeiten nicht reingekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also los Kirchenrunde: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Nylars Kirke:&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2nylars.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste Rundkirche, die auch gleich nachdrücklichen Eindruck auf uns machte. Strahlend weiß, mit dicken trutzigen Mauern und daneben mit Fachwerk der Glockenturm. Es ist die einzige der Rundkirchen ohne Stützmauern/Strebewerk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In die Kirche kommt man durch den Vorbau – wir haben gelernt, dass der &lt;i&gt;Waffenhaus &lt;/i&gt;heißt, weil die Leute dort vor dem Gottesdienst ihre Waffen abgelegt haben. Heute findet sich in den Vorbauten häufig eine Tafel mit der Liste der Pfarrer*innen, oft stehen hier Runensteine, die hier vor der Witterung geschützt werden und ganz normaler Gemeindekram. Gesangsbücher, Informationsblätter… und ein Spiegel. Ist das üblich, dass im Kirchenvorraum ein Spiegel hängt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der eigentliche Innenraum ist kleiner als erwartet. Weil die Mauern so dick sind – und weil in der Mitte ein mächtiger Rundpfeiler steht. Dieser ist mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert geschmückt (die ältesten von Bornholm), die Bibelgeschichten zeigen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2nylars_innen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem konnte man in der Kirche von Nylars (das heißt übrigens Nikolaus, weil sie dem Nikolaus von Myra geweiht ist) in die oberen Stockwerke steigen. Über eine schmale schiefe Stiege geht es ins Obergeschoß, wo man die beeindruckende Dachkonstruktion bewundern kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2nylars_oben.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere erste Rundkiche, die hat uns schon mal sehr gut gefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Østermarie:&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist keine Rundkirche, es ist ein Neubau vom Ende des 19. Jahrhunderts. Schön ist, dass der Vorgängerbau als Ruine noch auf dem Friedhof steht (so wie übrigens auch bei der Kirche von Gudhjem). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2ostermarie.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innen schlicht und hübsch und wie so oft in Dänemark mit Schiffsmodell über dem Kirchenraum. Außerdem ist die Kirche berühmt für ihre Akustik; es finden wohl oft Konzerte hier statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt; Østerlars:&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die größte der Rundkirchen (die als einzige auch Eintritt kostete).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2osterlars.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie ist St. Laurentius geweiht und die größte und älteste Rundkirche Bornholms. Auch sie hat einen Rundpfeiler im Innenraum, der aber hohl ist und Durchgänge bildet. Auch dieser Pfeiler zeigt mittelalterliche Fresken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2osterlars_innen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch hier kann man hochsteigen in die oberen Stockwerke &lt;strike&gt;und sich die Birne anhauen&lt;/strike&gt; und die Dachkonstruktion und die Aussicht genießen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2osterlars_oben.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Ols Kirke (Olsker):&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rundkirche aus dem 12. Jahrhundert. Innen mit sehr schönen Fresken und einem Altarbild aus Keramik. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2olsker.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit hatten wir (mit den Ruinen) schon mal 7 Kirchen von der Liste. *g* Sehr schön. Und schön auch, jedes Mal über den Friedhof zu schlendern. Und auch, nach Runensteinen zu suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war ein ordentliches Tagesprogramm. Aber weil es ja lange hell ist, sind wir am Abend noch mal zu Fuß losgezogen in Richtung des Naturschutzgebietes hinter unserem Quartier. Das ist Spellinge Mose, ein schönes Waldgebiet mit Wasser und Moorflächen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/2moor.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend herrschte hier ein unglaubliches Vogelkonzert. Die Vogelstimmen-App hat als (für uns) Exoten Fitis und Sprosser vorgeschlagen, die Nachtigall haben wir in den nächsten Tagen noch erkennen gelernt, sie wurde mit ihrem Gesang unsere nächtliche Begleiterin. Schön. :)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=290031" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bornholm – hin und zurück</title>
    <published>2026-06-26T14:47:31Z</published>
    <updated>2026-06-26T18:46:10Z</updated>
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    <content type="html">Weil der „große“ Urlaub dieses Jahr im Herbst ist, gab es jetzt im Sommer nur eine Woche. Fühlt sich natürlich zu kurz an, schön war es aber trotzdem. Wir waren eine Woche auf Bornholm, das war entspannt und es gab viele schöne Sachen zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Anreise haben wir uns in Berlin getroffen, sind dann mit der Regionalbahn nach Sassnitz gefahren – kostet ja nix mit dem Deutschlandticket. Wir haben einen Anschluss nicht gekriegt und sind für eine Stunde in Neustrelitz gestrandet. Für den 1-Minuten-Anschluss in Stralsund gab es großes Gerenne, der Zug stand dann aber noch eine Weile, so dass es gar nicht nötig gewesen wäre. Wir sind also mit etwas Verspätung in Sassnitz angekommen, aber das war nicht schlimm. Wir wollten an dem Tag ja nur noch den Ort anschauen und was essen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/1sassnitz.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wetter war eher mau, Regen und 16 Grad und Sturm, ich war froh über die Mütze. Wir haben lecker Fisch gegessen beim Kutterfisch und sind an der Mole spaziert und über die Hängebrücke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag ging es dann mit dem Bus zum Fährhafen Mukran für die Fähre nach Bornholm. Wir waren ziemlich zeitig da, haben daher erst mal eine Weile rumgestanden und gewartet. Das mit der Fähre hat dann aber problemlos geklappt. Sie war sehr voll, bei vier oder fünf Reisebussen wurden die Sitzplätze fast knapp. Wir hatten uns aber im Ruhebereich eingerichtet, das ging schon. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/1faehre.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anlegen konnten wir in Rönne nur mit Verspätung, weil unser Liegeplatz noch von einer anderen Fähre blockiert wurde. Auf Bornholm endete gerade das Demokratiefestival mit hunderttausenden Besuchern, die natürlich alle wieder wegwollten. Am Ende war es etwa eine halbe Stunde Verspätung – was uns nur beunruhigte, weil wir keine Nachricht von der Autovermietung hatten, die eigentlich einen Schlüsselcode schicken wollte. Am Sonntag hat ihr Büro im Hafen nicht geöffnet, deshalb sollte es eigentlich ein kontaktloses Geschäft sein… es stellte sich dann heraus, dass jemand extra für uns im Hafenbüro war, weil sie aufgrund technischer Panne die Vertragsdaten verloren hatten und Kreditkarte und Fahrerlaubnis noch mal brauchten. Hat also geklappt, auch wenn die Dame gerade auf dem Sprung war, uns eine Mail zu schicken, damit wir das Auto dann doch vom Flughafen abholen… War aber nicht nötig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Auto war ein Clio, den wir Eddie tauften und der uns gut über die Insel kutschiert hat. 568 km sind wir mit ihm gefahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Quartier war eine Ferienwohnung in einem Vierseithof am Ende einer Straße, hinter einem Golfplatz, wo es dann nur noch zu Fuß zu einem Naturschutzgebiet ging. Das war sehr idyllisch mit Fasanen und Hirschen – und auch ziemlich skurril, jeden Tag über den Golfplatz zu fahren, während da die Leute ihre Schläger herumzogen oder mit Golfwägelchen rumkurvten. *g* &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/1haus.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wir waren sehr zufrieden mit dem Quartier – und auch wenn wir die eigentliche Bewohnerin nur kurz gesehen haben, waren wir doch immer unter Aufsicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/bornholm/1katze.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Katze hatte uns immer im Blick, immer mit gouvernantenhafter Missbilligung. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Rückweg mussten wir früh aufstehen, weil die Fähre schon um 8 startet. Davor mussten wir noch die Bettwäsche abgeben, das Auto abgeben – was beides ohne Menschenkontakt funktionierte. Wir waren pünktlich auf der Fähre – und diesmal war es auch leer genug, um sich im Ruhebereich auf den Liegen ausstrecken zu können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann zum Bus hasten, in Sassnitz zur Bahn sprinten, in Stralsund zum Zug. – Da wählten wir den Direktzug nach Berlin, um nicht wieder in Neustrelitz zu stranden… allerdings gab es zwischen Angermünde und Chorin ein Unwetter, das Dinge auf die Strecke warf. Wir standen also anderthalb Stunden irgendwo rum und kamen dann mit der Verspätung in Berlin an… Immerhin war das unsere Zwischenstation und wir konnten uns direkt an den gedeckten Abendbrottisch setzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch, hat alles gut funktioniert, Fähre war nett und mit Zug und Bus ging es auch. Und das Auto ist auch keine Garantie, ohne Stau auf die Minute genau anzukommen. Zumal mit Auto gleich die Fährpreise in andere Dimensionen steigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erste Reaktion, als wir in Berlin aus dem Zug stiegen: Boah, ist das warm… dabei war das noch am Anfang der aktuellen Hitzephase. *schwitz*&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/drunk.gif" /&gt; verschwitzt&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=289733" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Friedhof Bühlau</title>
    <published>2026-06-07T14:27:24Z</published>
    <updated>2026-06-07T14:27:24Z</updated>
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    <content type="html">Ich bin immer noch dabei, die Dresdner Friedhöfe zu besuchen. Es gibt immer noch ein paar, ich hab noch nicht mal mit den eingemeindeten Dörfern des Umlandes angefangen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute war es der Friedhof Bühlau, das war praktisch, weil da die 61 hinfährt, die ja bei mir vorbeikommt. Ich bin also in den Bus gestiegen – kostet ja nix mit Deutschlandticket – und wurde schon an der Bushaltestelle von Blasmusik empfangen. Okay… an der Bühlauer Kirche war Gemeindefest. Das war für mich überraschend, sah aber sehr nett aus. Ich hab deshalb nur ein entferntes Foto von der Kirche, weil ich natürlich die Leute nicht mit fotografieren wollte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/buehlau1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Friedhof war eine Führung unterwegs – weil ich kam, als sie schon unterwegs waren, hab ich aber nicht getraut, mich da noch mit ranzuwanzen. Also bin ich alleine über den Friedhof geschlendert und hab mich umgeguckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/buehlau2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein großzügiger Friedhof, der außen um die aktuell genutzte Fläche auch noch hübsche historische Grabstätten bietet. Die kann man übrigens nachnutzen, viele wurden aufgegeben, in die kann man sich jetzt ein… äh… mieten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Friedhof wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Die älteste noch vorhandene Grabstätte stammt aus dem Jahr 1897 (hab ich aber nicht gesehen). Ich hab die Grabstätte für gefallene russische und französische Soldaten gesehen, das 1902 angelegt wurde (also keine Weltkriegsopfer). Und ich hab die Hinweistafel für das Grabfeld der Diakonissen gesehen. Außerdem ist es natürlich immer hübsch, besondere Grabsteine und Statuen zu entdecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/buehlau3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man beachte die ins Geländer geschmiedeten Kastanien. Hab ich ja noch nie gesehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch, sehr hübsch. Schöner Friedhof mit sehr schönen Bäumen. Nette kleine Besichtigung und da der Bus auf dem Rückweg am Körnerplatz vorbeifährt, hab ich da noch einen Zwischenstopp gemacht und mir beim Wippler ein Stück Torte geholt. Sonntagsausflug. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=289337" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>SMAC am Pfingstsonntag</title>
    <published>2026-05-25T10:44:56Z</published>
    <updated>2026-05-25T10:44:56Z</updated>
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    <content type="html">Ein langes Wochenende – und weil ich gerade prähistorisch im Stoff stehe, dachte ich, ich kann gleich noch ein drittes archäologisches Museum in diesem Monat angucken, das Sächsische Museum für Archäologie Chemnitz, kurz SMAC. Ich war da &lt;a href="https://rabensturm.dreamwidth.org/2015/05/18/"&gt; 2015&lt;/a&gt; schon mal, könnte eigentlich auf den alten Beitrag verweisen – aber ein paar mehr Worte sind schon besser, dass ich auch selbst wieder was zum Nachschlagen habe. Und mit Halle und der Ausstellung in Berlin, hab ich gerade ja auch ein bisschen mehr Kontext zu dem Thema. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern (Pfingstsonntag) bin ich mit der Bahn nach Chemitz gefahren – mit Deutschlandticket kostet es ja nix und dauert auch nicht so viel länger als mit dem Auto und man muss sich nicht mit der Parkplatzsuche befassen. Zugfahrt war problemlos, Fußweg zum Museum auch – es war nur sehr warm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das SMAC befindet sich im Zentrum von Chemnitz im ehemaligen Kaufhaus Schocken – ein im Jahr 1930 hochmodernes Gebäude, dessen Eigentümer, Salman und Simon Schocken, in der Nazizeit enteignet wurden. Über die Geschichte des Hauses gibt es im Museum eine Ausstellung und thematisch passend die aktuelle Sonderausstellung „Threads – Verflechtungen – Biographien jüdischer Familien aus Chemnitz“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wollte mir die Dauerausstellung ansehen – erst mal hatte ich aber Hunger und habe in dem wirklich hübschen Café leckere Blätterteigtaschen mit Spinat gegessen. Das Café gewinnt im Vergleich zu dem in Halle schon mal deutlich, das ist eine ganz andere Liga. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Dauerausstellung geht über drei Etagen des ehemaligen Kaufhauses, die alle irgendwie tortenstückmäßig geschnitten sind. Ich war ein bisschen verwirrt bei der Orientierung, was daran liegen mag, dass mir die Dame am Empfang unten empfohlen hat, gegen den Uhrzeigersinn zu besichtigen, also linksrum. Immerhin schon in der zweiten Ebene hab ich gemerkt, dass gegen den Uhrzeigersinn rechtsrum heißt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die drei Ebenen befassten sich mit den Themen: „Im Wandel der Kalt- und Warmzeiten“, „Kulturen der Sesshaftigkeit“ und „Von der slawischen Aufsiedlung zur Industrialisierung“. Unten die Steinzeit, oben dann die Industrialisierung und alles natürlich bezogen auf das Gebiet des Freistaates Sachsen und die Funde, die hier gemacht wurden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/smac1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Bereich der Steinzeit befasste sich mit der Entwicklung des Menschen und den Lebensbedingungen nach der Eiszeit. Es gab viele Feuersteine, ein paar Knochen und auch eine sehr schöne Auswahl an prähistorischer Kunst. Außerdem wurde ein bisschen was zu den verschiedenen Menschenarten gezeigt, zu den Neandertalern und den genetischen Untersuchungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/smac2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab einige Raumelemente… die eher den Eindruck von Kunstinstallationen machten, Videodinge und Spiegelelemente… das erschien mir persönlich ein bisschen wie… Platzverschwendung. Schade um die Ausstellungsfläche, da hätte man doch bestimmt noch ein bisschen was anderes zeigen können?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste Ebene zeigte die erste Sesshaftwerdung, den Übergang zur Landwirtschaft, erste Siedlungs- und Dorfstrukturen. Highlight ist sicherlich der Brunnen von Zwenkau – eine 7000 Jahre alte Holzkonstruktion, in der neben vielen anderen Dingen auch eine 7000 Jahre alte Birkenrindentasche gefunden wurden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/smac3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war jetzt die Bronzezeit, es gibt also eine Menge Bronzefunde und dazu viele Informationen über die Bronzeverarbeitung. Es gab auch viel Keramik, deren Formen den Kulturen ja auch ihre Namen gegeben haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/smac4.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier mal nebeneinander die Keramik der Glockenbecherkultur (links) und der Schnurkeramiker (rechts). Nicht, dass ich da in den Formen große Unterschiede erkennen könnte… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Himmelsscheibe im Museum Halle habe ich natürlich die Augen nach der Aunjetitzer Kultur aufgehalten, es gab von denen auch Stücke, ohne dass ihnen jedoch besondere Bedeutung beigemessen wurde. War sie doch nicht so bedeutend? Oder ist die Ausstellung im SMAC einfach noch auf dem Stand vor neuen spektakulären Erkenntnissen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächste Ebene ging dann weiter in die Neuzeit. Stadtentstehung, Staatsentstehung. Die Bedeutung des Christentums und später der Reformation. Und natürlich die industrielle Revolution, der die lange Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge vorausging. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/smac5.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich geb zu, ich war schon ein bisschen ermattet, hab nicht mehr alle Details durchgelesen. Ich mochte aber die riesige Wand mit dem Zeitstrahl, wo man die verschiedenen Fundstücke entdecken konnte. Das war hübsch gemacht. Beim Bergbau denke ich als Erzgebirgskind immer, dass ich da schon ganz gut Bescheid weiß, deshalb hab ich da nur flüchtig draufgeschaut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich geb zu, in allen Ebenen fehlte mir ein bisschen der Gesamtzusammenhang, ein erster Überblick, der die Zeit und deren Entwicklung allgemein einordnet. Wer wohnte da? Welche Kulturen und Völker, was macht sie besonders, was veränderte sich? Ich denke, ich kenn mich da nun schon ein bisschen aus, aber wenn ich das schon vermisse…? Vielleicht ist das auch nur mein Eindruck, weil wir in Halle die Führung hatten, die nun sehr umfassend informierte… In Sachen Präsentation gewinnt also für mich Halle, auch wenn das SMAC viele nette Dinge zum rumspielen und antatschen bot. Was wiederum ein Pluspunkt für das SMAC ist: es ist sehr inklusiv, es gibt viele Dinge zum Anfassen und Befühlen und auch barrierefrei aufbereitete Informationen. Beim Souvenirbereich gewinnt natürlich Berlin, auf der Museumsinsel ist das natürlich eine andere Liga. Ich frage mich allerdings, warum gibt es keine Glockenbecher- oder Schnurkeramikbecher als Souvenir?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hab mir die Ausstellung über das Kaufhaus gespart, es war warm und ich wollte lieber den zeitigeren Zug zurückbekommen. Hat geklappt, allerdings bin ich dann in Dresden in den falschen Bus gestiegen, hab den Zeitvorsprung also wieder verloren, vermutlich weichgekocht von der Hitze.  :p &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=289229" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Göbelki Tepe in Berlin</title>
    <published>2026-05-19T17:58:30Z</published>
    <updated>2026-05-19T18:01:09Z</updated>
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    <content type="html">Das lange Himmelfahrtswochenende hab ich genutzt, einen halben Tag vom Verwandtschaftsbesuch abgeknapst und mich auf nach Berlin gemacht. Mit Deutschlandticket kostet es ja nix. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wollte auf die Museumsinsel, in die James-Simon-Galerie und die Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft“ anschauen, über die Ausgrabungen von Göbelki Tepe. Dort entstanden vor fast 12.000 Jahren (nach aktuellem Stand der Wissenschaft) die ältesten Monumentalbauten der Welt. Dort versucht man, die Sesshaftwerdung der Menschen nachzuvollziehen. Ich kannte schon Bilder von den monumentalen Pfeilern und den Tierdarstellungen, war also sehr gespannt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber erst mal ein paar Blicke auf die Umgebung des Museums, sieht ja schnell mal alles anders aus, wenn man ein paar Jahre nicht in Berlin war (letztes Mal Museumsinsel war 2013… okay).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann aber die Ausstellung. Wie gesagt, ich erwartete monumentale Bauten, spannende Fundstücke – und tatsächlich auch mehr Informationen über die Sesshaftwerdung der Menschen. Immerhin hatte sich die Menschheit den Großteil ihrer Entwicklungszeit als Jäger und Sammler in kleinen Gruppen verbracht. Diese Menschen zogen herum, lebten sehr gesund und ausgewogen und in kleinen, gleichberechtigten Gruppen ohne große Hierarchie. In der Jungsteinzeit begann es dann im fruchtbaren Halbmond, im Orient, dass die Menschen Getreide und andere Feldfrüchte kultivierten und Vieh domestizierten. Und sesshaft wurden. Dadurch sammelte sich erstmals Eigentum, es entstanden Hierarchien. Man spezialisierte sich auf Berufe und es gab auch erstmals geschlechtergetrennte Aufgaben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Göbelki Tepe heißt es, dass das das erste Zeichen einer gruppenübergreifenden Zusammenarbeit ist, eine riesige Tempelanlage, die nicht von einzelnen herumziehenden Jägern und Sammlern geschaffen werden konnte. – Das was ich als Stand der Forschung gehört hatte, war, dass Göbelki Tepe vermutlich erst geschaffen wurde als großes gemeinsames Projekt und sich erst dann Menschen darum herum ansiedelten und nicht etwa erst Dörfer entstanden waren und dann der Tempelbau begonnen wurde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Davon hab ich bei der Ausstellung nicht wirklich was gelesen, tatsächlich fehlte mir auch der große Gesamtzusammenhang mit der Sesshaftwerdung der Menschen ein bisschen – aber ich hatte auch keinen Audioguide, vielleicht hab ich es also auch nur verpasst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man zeigte also Fundstücke von Göbelki Tepe und diversen Ausgrabungen der Umgebung. Es ist nämlich nicht nur eine einzelne Fundstätte. Es gibt noch mehrere Orte, auch mehrere Tempel, die verschiedene Stadien der Entwicklung und Ausstattung zeigen. Man hatte im Ausstellungsraum aus… stoffbespannten Rahmen die berühmten T-Säulen aufgebaut, auf denen auch die Ritzzeichnungen projiziert waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gab eine gewisse Raumwirkung, die aber vermutlich nicht mit der Lage vor Ort vergleichbar ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fundstücke fand ich bemerkenswert, Steinklingen und Gefäße, Figuren und Ritzzeichnungen. Die Figuren zeigen vor allem Tiere, gefährliche Raubtiere, aber auch Menschen, oft in Auseinandersetzung mit den Tieren oder auch als Mischwesen. Das ist schon hohe Kunst, dafür, dass wir uns noch in der (Jung)Steinzeit befinden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am beeindruckendsten der &lt;a href="https://rabensturm.dreamwidth.org/2022/11/03/"&gt; Urfa-Mann,&lt;/a&gt; eine 2,3 m große Menschenfigur. Ein nackter Mann mit Obsidiansplittern als Augen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin4.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann gab es noch eine Reihe sehr schöner Fotografien von den Fundstätten, die doch einen Eindruck vermittelten. Und Filme gab es noch, wo man mehr über die Ausgrabungen und die Leute dort erfahren konnte. Doch schön gemacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was den Gesamteindruck angeht – mit der Sesshaftwerdung der Menschen kamen ja erste Hierarchien (die Menschen lebten auch erst mal sehr viel ungesunder und kürzer) und für bei weitem nicht alle war die neue Lebensform eine Verbesserung. Ich dachte, das würde man irgendwie fassen können in der Ausstellung – tatsächlich waren es aber die ersten Formen des Patriarchates, die mich mehr beschäftigen. Auch die Geschlechterhierarchie begann mit der Sesshaftwerdung, auch um Frauen wurde gestritten, sie wurden Besitz und lebten dann in begrenzterem Rahmen. In dieser Anlage (oder zumindest dieser Ausstellung) zeigte sich das vor allem, dass da überall… Penisse waren. Und wenn es so ist, wie sie es gezeigt haben, dann waren die T-Säulen alles Männerfiguren, die mit ihrem Penis auf die Mitte des Raumes zeigten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin5.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichts gegen phallische Strukturen in Monumenten, aber das ist schon… befremdlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausgrabungen sind relativ aktuell, deshalb hoffe ich mal, dass die Interpretationen schon nicht mehr nur auf dem männlichen Blick ausschließlich männlicher Archäologen beruhen. Und wer weiß, vielleicht waren auch gar nicht alle T-Säulen Menschenfiguren und vielleicht waren auch gar nicht alle Menschenfiguren Männer, nur weil sie sich in den Schritt greifen oder dahin deuten. Und vielleicht gibt es aus der gleichen Zeit auch noch andere Stätten mit anderer Symbolik, die nur noch nicht gefunden sind… aber so wie es gezeigt wurde, hatte ich persönlich den Eindruck, dass das mit dem Patriarchat von Anfang an eine bescheuerte Idee war und die Sesshaftwerdung vermutlich gleich mit. :p&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber ja, es gab auch Frauendarstellungen und eine Menge Figuren, deren Geschlecht keineswegs so einfach zugeordnet werden kann. Und – das ist vielleicht auch für den Gesamteindruck nicht zu unterschätzen – die gezeigten Funde waren nicht alle aus der selben Ausgrabung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin6.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, sehenswert war die Ausstellung auf jeden Fall, zumal man an den Ort der Ausgrabung eher nicht so einfach kommt. Aber mich machte es nachdenklicher, als ich erwartet hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach gabs aber eine sehr erfreuliche Ablenkung. Ich hab Freundinnen aus Berlin getroffen, wir sind ein bisschen rumgelaufen, haben bei Kaffee und Kuchen geplaudert und ich hab tourimäßig noch ein paar Fotos gemacht. Berlin zeigte sich bei Sonnenschein von seiner schönen Seite, war am langen Wochenende aber natürlich auch ganz schön überlaufen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/berlin7.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=288944" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Bad Weißenstadt</title>
    <published>2026-05-12T19:13:25Z</published>
    <updated>2026-05-12T19:16:33Z</updated>
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    <content type="html">Letztes Wochenende haben wir eine Reise ins Fichtelgebirge gemacht – eigentlich aber eine Reise in die Vergangenheit. Wir haben uns zu viert getroffen, Freundinnen, die sich so zuletzt vor 30 Jahren getroffenen haben, zum Abitur, nach dem dann die Wege sich in alle Richtungen verstreuten. Eine von uns hat es ins Fichtelgebirge verschlagen, nach Bad Weißenstadt und hat uns eingeladen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Reise in die Vergangenheit war es sehr schön – wir haben in Fotos der Jahre 1995 und 1996 gestöbert, alte Geschichten ausgetauscht und über Gott und die Welt geredet. Schön, dass das mit solchem zeitlichen Abstand einfach so funktioniert, ist ja nicht unbedingt zu erwarten. Bis zum nächsten Treffen dauert es hoffentlich nicht wieder 30 Jahre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wir haben natürlich auch etwas vom Ort und der Umgebung geschrieben – deshalb erscheint es ja hier als Ausflugsbericht. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bad Weißenstadt heißt erst seit 2025 „Bad“. Die Stadt mit ihren nicht mal 3000 Einwohnern ist aber schon sehr viel älter. Im 14. Jahrhundert entstanden, wurde sie im 17. Jahrhundert Teil des „Sechsämterlandes“. Ich meinte, davon hätte ich noch nie gehört – aber darauf bezieht sich der Sechsämtertropfen, und von dem Schnaps hat man ja schon mal gehört. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Fichtelgebirge ist gar nicht mal so anders als das heimische Erzgebirge – auch hier ist es kälter und unwirtlicher als in flacheren Gegenden, damit waren die Lebensbedingungen hier wohl auch nicht besonders einfach. Bad Weißenstadt befindet sich in einem hufeisenförmigen Tal, von drei Seiten von Hügeln umgeben. In diesem Tal befindet sich auch ein See – der aber auch erst 50 Jahre existiert und nicht natürlichen Ursprunges ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/ausflug/diverses/weissenstadt1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein hübsches kleines Örtchen, dass uns mit den niedrigen Stadthäusern eher an Brandenburg/Sachsen-Anhalt erinnerte. Hinter den Häusern verstecken sich aber oft Höfe und Gärten und weit nach hinten reichende Grundstücke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind nur durch die Stadt spaziert, haben dann einen der umliegenden Berge erklommen, den Waldstein. Eine hübsche Wanderung mit schönen Ausblicken, malerischen Felsformationen und viel Frühlingsgrün. Sehr schön. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/ausflug/diverses/weissenstadt2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch bemerkenswert an der Gegend ist die vierfache Wasserscheide, von der aus Flüsse in alle Himmelsrichtungen gehen, ich weiß aber nur noch die Eger (nach Osten) und die Saale (nach Norden). Bis zur Saalequelle fehlte uns noch ein Kilometer auf unserer Wanderung, aber das macht nichts. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schönes Wochenende jedenfalls – und die einzigen 2 Sonnentage zwischen Regen und Kälte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/strampeln.gif" /&gt; wandern&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=288749" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Die Schamanin von Dürrenberg</title>
    <published>2026-05-06T15:07:38Z</published>
    <updated>2026-05-06T15:07:38Z</updated>
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    <content type="html">Merseburg ist in Reichweite von Halle, wo sich im Landesmuseum für Vorgeschichte die berühmte Himmelsscheibe von Nebra befindet. Da waren wir &lt;a href="https://rabensturm.dreamwidth.org/2022/11/03/"&gt; 2022&lt;/a&gt; schon mal und hatten eine so tolle Museumsführung, dass sie neue Maßstäbe setzte. Die Führung nannte sich „Museum für Ausgeschlafene“, sonntags 10.30 Uhr – und die gibt es immer noch. Aktuell aber zur neuen Sonderausstellung, über die Schamanin von Dürrenberg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/halle.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben die Dame schon das letzte Mal gesehen, schon damals galt sie als besonderer Fund, als Schamanin, die mit reichem Grabschmuck bestattet wurde und die durch körperliche Besonderheiten auffiel. Inzwischen hat die Forschung eine Vielzahl neue Erkenntnisse gewonnen, die die Dame noch viel spektakulärer machen. In der Führung wird ausführlich darauf eingegangen und die Funde in zeitlichen Kontext gesetzt, die Ausstellung geht zudem (eher ethnologisch) auf Schamanismus ein und zeigt Bezüge auf. Ich hab jetzt auch noch das Sachbuch „Das Rätsel der Schamanin“ gelesen, das viele Sachen weiter ausführt – aber auch schon nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Forschung zu sein scheint. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst mal handelt es sich um einen archäologischen Fund. In den 30iger Jahren wurde im Rahmen von Baumaßnahmen in Bad Dürrenberg eine Begräbnisstätte gefunden. Da man eine Wasserleitung verlegen wollte, grub man das Skelett recht hastig aus und erklärte es in der Nazizeit zum Beweis, dass die Arier bereits in der Mittelsteinzeit in Germanien gelebt haben. :p Es war schnell klar, dass es tatsächlich das Skelett einer Frau ist, aber trotz der besonderen Grabbeigaben verschwand sie für Jahrzehnte eher unbeachtet im Museum. Erst nach der Wende, und so richtig in den 2000er Jahren kam Schwung in die Sache. Das Skelett wurde von einer vermuteten Heilerin zu einer vermuteten Schamanin. Und dann wurde in Bad Dürrenberg der Kurpark renoviert und man konnte die Ausgrabungsstätte von 1934 noch einmal ausgraben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/skelett.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man hat dort noch viele Funde gemacht – und zudem ist auch die Archäologie inzwischen weiter als 1934, nicht nur was ideologische Interpretationen angeht. Man hat jetzt Genanalysen zur Verfügung und eine Vielzahl anderer moderner Möglichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spektakulär sind die Grabbeigaben. Es gibt nicht viele mesolithischen Gräber in Mitteleuropa und nur wenige überhaupt mit Grabbeigaben. Hier sind es zahlreiche Beigaben von großer Vielfalt, Tierfragmente, Steinwerkzeuge, Schmuck. Zudem wurde die Dame – und mit ihr ein wenige Monate alter Säugling – sitzend in einer Grube bestattet, die mit einer Art Flechtwerk ausgekleidet war. Verputzte Wände in der Erde – als die Sesshaftigkeit und damit dauerhafte Häuser noch gar nicht in Mitteleuropa angekommen war. Die Dame hat zwei aufgefeilte Schneidezähne (irx) und eine anatomische Anomalie an der Wirbelsäule, die ihr – vermutlich – ermöglichte, mit einer Kopfbewegung die Blutzufuhr zum Gehirn zu unterbrechen. Damit konnte sie ohnmächtig werden und/oder unkontrollierte Augenbewegungen auslösen… all das spricht für die Deutung als Schamanin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was eigentlich Schamanismus ist, wird in der Ausstellung weniger strittig dargestellt als im Buch. Die Vorstellung von sibirischen Schamanen ist zum einen von russischen/sowjetischen Kolonialbestrebungen überlagert, so wie von westlichem New Age Spiritismusglauben. Es gibt wenig echte Quellen und vermutlich gar keine objektiven. Und doch scheint das Prinzip des Schamanismus vertraut, Mittlerer zur Geisterwelt, die sich mit Tiergeistern verbünden und in Trance andere Welten erfahren. Männer und Frauen, die Heilkräfte haben, Flüche aussprechen und bannen. Die zu Trommeln tanzen und Geweihe auf den Köpfen tragen… oder eben nicht, weil das nur unsere Vorstellung ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/schamanen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich interessiere mich ja auch für ethnologische Ausstellungen, ich fand also die gezeigten Kostüme sehr spannend. Auch die Beispiele von – vielleicht – rituellen Gegenständen und Statuen. Ob man daraus freilich menschliches Verhalten und kulturelle Traditionen von vor 9000 Jahren ablesen kann… das behauptet auch die Ausstellung nicht. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor 9000 Jahren. Das ist die Zeit der Schamanin. Das ist die Zeit, als die großen kalten Steppen der Eiszeit zurückgegangen waren (Altsteinzeit vorbei), die Ackerbaukulturen (Jungsteinzeit) aber noch nicht bis Mitteleuropa vorgedrungen waren, da fehlten noch über 1000 Jahre. Die Lebensbedingungen waren sehr freundlich, Temperaturen etwas über unserem, das Nahrungsangebot reichhaltig und abwechslungsreich. Die Menschen zogen in kleinen Gruppen als Jäger, Sammler und Fischer in wald- und wasserreicher Umgebung umher. Es scheint, dass die Schamanin in dieser Zeit eine verehrte Person war, die von verschiedenen Gruppen versorgt und schließlich auch bestattet wurde. Und nicht zu vergessen, mit ihr wurde ein Kind bestattet, das laut Genanalyse ein entfernt mit ihr verwandter Junge war. Das ist beeindruckend und spannend – geradezu mysteriös ist, dass man im Grab noch Wirbelknochen zweier weiterer Kinder gefunden hat, die sich als Geschwister des Säuglings herausstellten. Eins davon ein Zwilling des Säuglings, der ein oder ein paar Jahre älter geworden ist, als sein Zwillingsbruder. Wie kommen die wohl zusammen in ein Grab? Gleichzeitig ja nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das, was ich am allerkrassesten finde: nur einen Meter vom Grab der Schamanin wurden bearbeitete Rentiergeweih(masken) niedergelegt – um die 600 Jahre nach der Bestattung der Dame. 600 Jahre, die man sich an sie und ihre Grabstätte erinnert hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, alles sehr beeindruckend. Ich fand die Ausstellung gut gemacht – auch die Führung war sehr gut &lt;strike&gt; bis auf die eine seltsame Dame mit komischen Kommentaren, aber irgendjemand komisches ist ja immer dabei&lt;/strike&gt;. Ich fand es auch gut, dass unsere Führung im Raum mit der Landschaft der Mittelsteinzeit begonnen hat, dass man den größeren Kontext hatte, bevor es zur Schamanin ging. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben nach der Führung erst mal eine Pause gemacht und draußen was gegessen – das Angebot des Museumscafés sah nicht viel einladender aus als 2022. Aber draußen haben wir in einem hippen Studentencafé eine leckere Stärkung bekommen und konnten uns dann mit neuen Kräften wieder ins Museum stürzen. Denn natürlich wollten wir uns den Rest auch noch anschauen, nicht zuletzt einen Blick auf die Sternenscheibe werfen. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/museum.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich ist die Sternenscheibe beeindruckend. Sie wird in einem dunklen Raum ausgestellt, in dem der Nachthimmel über die Decke wandert. Aber auch der Rest des Museums ist sehenswert. Neu waren für uns die lustigen Filmchen, die es an verschiedenen Stellen gab. Darunter eine neue Präsentation zur Kreisgrabenanlage Pömmelte. – Auch das übrigens eine Empfehlung für Sachsen-Anhalt: die Himmelswege, die prähistorische Schmuckstücke zeigen: Nebra, Halle (das Landesmuseum mit der Himmelsscheibe), das Sonnenobservatorium Goseck, die Kreisgrabenanlage von Pömmelte und die Dolmengöttin von Langeneichstätt (Original im Landesmuseum, Nachbildung vor Ort). Haben wir alles schon mal angeguckt. *g* &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, ein sehr lohnender Museumsbesuch wieder. Und wer weiß, was es bei der Schamanin in Zukunft noch an Geheimnissen und Erkenntnissen gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich lese als nächstes das Buch über die Himmelsscheibe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/buch.gif" /&gt; nerdy&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=288295" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Merseburg</title>
    <published>2026-05-06T14:27:21Z</published>
    <updated>2026-05-06T14:27:21Z</updated>
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    <content type="html">Über das lange Wochenende des 1. Mai haben wir uns in Merseburg getroffen. Mal wieder Merseburg anschauen und dann die Gelegenheit nutzen die Ausstellung über die Schamanin von Dürrenberg in Halle anzuschauen. Dazu später. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Merseburg zeigte sich bei strahlendem Sommerwetter von seiner schönsten Seite (mir war das aber schon wieder zu warm). Wir sind herumspaziert, haben im Schlosspark gesessen, Stadt angeschaut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/ausflug/diverses/merseburg1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und natürlich auch den Dom und das Schloss. Im Dom sind wir am Samstag gewesen, da gab es aus der Reihe „Orgelklang“ eine Kostprobe der berühmten Ladegastorgel, eine der größten und klangschönsten romantischen Orgeln in ganz Deutschland. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/ausflug/diverses/merseburg_orgel.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das fand beispielsweise auch Franz Liszt, von dem ein Stück gespielt wurde, das er in Gedenken an diese Orgel geschrieben hatte. Ich fand Liszt eher anstrengend, aber es gab auch Bach und mehr und passende besinnliche Worte. Das war sehr schön. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Dom selbst ist natürlich auch sehenswert, gotisches Bauwerk mit romanischen Wurzeln und Ort bedeutender geschichtlicher Ereignisse. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/ausflug/diverses/merseburg_dom.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben wir alles nicht zum ersten Mal gesehen, aber in Verbindung mit der Orgelmusik war es schon noch mal neu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben auch eine Art Exit-Spiel in der Stadt gemacht, eine Stadtrallye, die als Schnitzeljagd zum Kennenlernen der Stadt angepriesen wurde… naja, ich verlinke den Anbieter jetzt lieber nicht, das war eher unterwältigend. Ja, wir sind durch die Stadt gelaufen, aber der Weg und die „Rätsel“ waren doch eher überschaubar. Aber gut, haben wir das immerhin mal ausprobiert. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten ist Merseburg auch günstig gelegen für Ausflüge ins Umland oder nach Leipzig und Halle. Wir hatten diesmal kein Auto dabei – ich bin bequem mit dem Deutschlandticket hingekommen (kostet ja nix extra), das war für unser entspannt geplantes Wochenende sehr passend.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/blau.gif" /&gt; sommerlich&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=288192" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Friedhöfe Kaditz</title>
    <published>2026-04-12T15:21:15Z</published>
    <updated>2026-04-12T15:21:15Z</updated>
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    <content type="html">Es sind immer noch ein paar Friedhöfe übrig bei meiner Queste, alle Dresdner Friedhöfe anzuschauen. – Der Ausflug heute war aber gut für die Statistik, weil ich in Kaditz gleich drei Friedhöfe auf einmal bekommen habe. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Friedhof ist der Kirchhof der Emmauskirche. Es gab hier bereits im 13. Jahrhundert ein Kirchengebäude – und vielleicht ist die Linde im Kirchhof noch älter. Ich geb zu, die Linde hat mich dann verlockt, mich tatsächlich aufzuraffen, bei Friedhof alleine hätte vielleicht der Schweinehund gesiegt. Aber mit der Kaditzer Linde hatte ich die Gelegenheit, Dresdens ältesten Baum kennenzulernen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditzlinde.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein mächtiger Baum mit geteilten Stämmen, der schon mehrere Brände überstanden hat. Da das Innere hohl ist, lässt sich das Alter nicht mehr bestimmten, man schätzt auf 700 – 900 Jahre. Vor Ort heißt es 1000jährige Linde (mit Fragezeichen), das klingt natürlich noch besser. ;) Auf jeden Fall ist der mächtige Baum schon lange berühmt, selbst Goethe bewunderte schon ihr Alter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Kirche steht nun auf dem Kirchhof der Emmauskirche mit dem ältesten Friedhof von Kaditz. Es gibt also ein paar sehr schöne alte Grabmale (neogotisch und neobarock) – aber tatsächlich auch noch aktuelle Bestattungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditz1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt auch noch eine zweite historische Linde, die Schulmeisterlinde, für die ein Pflanzdatum (Ostern 1622) belegt ist. Damit ist sie der älteste dokumentierte Baum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditzlinde1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da der Friedhof an der Kirche Ende des 19. Jahrhunderts zu klein wurde, begann man schräg gegenüber mit einem neuen Friedhof. 1870/71 (kurz nach der Eröffnung) wurden hier verstorbene französische Kriegsgefangene bestattet, die im Kriegsgefangenenlager Übigau aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen, Kälte und Elbhochwasser verstorben waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditzkrieg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute erinnert eine Gedenkstätte an diese Kriegsgefangenen, alle 114 Soldaten sind namentlich genannt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten ist dieser Friedhof eher übersichtlich belegt. Wikipedia sagt, dass er 2017 beschränkt geschlossen wurde – an Überfüllung kann das eher nicht gelegen haben, da ist doch sehr viel freie Fläche, die einen etwas verwilderten Parkeindruck machte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditz2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber hübsch und durchaus stimmungsvoll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der dritte Kaditzer Friedhof wurde 1878 an der Spitzhausstraße eingeweiht. Der ist der größte der drei und immer noch in Betrieb – zum großen Teil ist es auch ein ganz „normaler“ Friedhof mit Feierhalle. Neben den „normalen“ Grabreihen gibt als modernere Bestattungsform zahlreiche Urnengemeinschaftsanlagen. Bemerkenswert für mich die zahlreichen Glaselemente an Grabsteinen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/friedhof/kaditz3.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch nett, sehr großzügig, und bietet sich ebenfalls parkähnlich zum Spazierengehen an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle drei Friedhöfe waren besucht. Es blühte frühlingshaft und viele, viele Vögelchen waren unterwegs. Das war sehr schön, selbst wenn die Bäume noch zum Großteil ohne Laub waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Frühlingsausflug war es jedenfalls sehr lohnend (kostet ja nix mit Deutschlandticket) – die beiden uralten Linden besuche ich aber vielleicht noch mal im Sommer, um sie in ganzer belaubter Schönheit bewundern zu können. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/grau.gif" /&gt; historisch&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=287778" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Die großen Fragen des Lebens</title>
    <published>2026-03-10T15:21:51Z</published>
    <updated>2026-03-10T20:14:21Z</updated>
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    <content type="html">&lt;b&gt;Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Albertinum gibt es aktuell eine Ausstellung mit über 150 Bildern, Zeichnungen, Grafiken der beiden. Ob es nun die großen Fragen des Lebens sind… darum ging es mir gar nicht so sehr, ich wollte gerne ein paar Originale sehen, vor allem von Paula Modersohn-Becker, deren Kunst ich gerne mag. Von Edvard Munch kannte ich bis auf die großen bekannten Werke nicht so viel, er selbst erschien mir nach oberflächlicher Kenntnis immer überdramatisch und unsympathisch, weil immer die Frauen an allem Elend schuld sind… immerhin gut, auch da mal ein paar neue Einblicke zu bekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst war ich angenehm überrascht, wie viele Kunstwerke versammelt waren und wie vielfältig diese waren. Ich habe gelernt, dass die Kunst von Edvard Munch eher die farbenfrohere war, dass er sehr gut zeichnen konnte und trotz einiger Tiefschläge doch ein langes anerkanntes Künstlerleben geführt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/edvard.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mochte die Farben und den leichten Strich – das Drama immer noch nicht, aber das nahm gar nicht sooo viel Raum ein. Außerdem lagen die Themen natürlich auch im Kontext der Zeit: Krankheit und Kindersterblichkeit, Bewegungen der Lebensreform, Emanzipation der sozialen Rollen… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paula Modersohn-Becker war zu Lebzeiten bei weitem nicht so anerkannt, sie wurde auch nicht so alt wie Munch, sie starb schon mit 31 Jahren im Kindbett. Dafür hat sie beeindruckende Werke geschaffen, neue Motive und neue Ausdrucksformen gefunden. In der Ausstellung wurden tolle Portraits von ihr gezeigt, ich mag aber auch die Landschaftsbilder, Moor und Birken und spiegelndes Wasser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/paula.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paula Modersohn-Becker hat die einfachen Leute als Motive gewählt, oft Kinder und oft auch sich selbst. Bei vielen dieser Bilder kann man meinen, einen weiblichen Blick zu sehen – oder wenigstens keinen männlichen Blick, der ja oft mit Sexualisierung einhergeht. Zumindest meine ich, das hier wäre kein Akt, wie ihn ein männlicher Künstler der Zeit geschaffen hätte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/museum/2026/akt.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gesagt, ich mochte die Vielfalt. Ich mochte es auch, dass Bezüge zur Zeit und zur Kunst der Zeit gesetzt wurden – und zwischendrin immer auch mal andere Bilder hingen, ein van Gogh hier, ein Kirchner da… Tatsächlich haben Modersohn-Becker und Munch beide Bezug zu Dresden: sie wurde hier geboren, er war mehrmals zu Besuch und hat hier ausgestellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kunstwerke waren thematisch gruppiert, ich mochte daran, dass nicht hier die Künstlerin, da der Künstler hing, sondern ihre Werke gemischt wurden und man manchmal erst rangehen musste, um herauszufinden, von wem es stammte. Manchmal war das kaum zu erraten. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Ausstellung sonst anging – die war sehr gut besucht am Sonntag. Es gab Zeitkarten, das hatte ich vorher übersehen, so dass ich eine Stunde warten musste, bis ich reindurfte – kein Problem mitten in der Altstadt, hab ich mir erst mal was zu essen gesucht. Innen war wie gesagt viel los, manchmal musste man sogar ein bisschen warten, um ein Bild ungestört anschauen zu können. Nicht besonders gelungen fand ich die Beschilderung: die kleine Schrift zu klein, die große Schrift zu spiegelnd beleuchtet. Aber das war nicht wirklich schlimm störend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man konnte nur in die Sonderausstellung gehen oder die in Kombination mit der Dauerausstellung ansehen. Diese lohnt sich immer, ich liebe die Neuen Meister – am Sonntag hat mir aber die Sonderausstellung gereicht, das war genug Input, um die Aufnahmefähigkeit nicht überzustrapazieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/grumpy.gif" /&gt; farbenfroh&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=287635" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Zwei Türme und ein Palast</title>
    <published>2026-03-10T15:20:04Z</published>
    <updated>2026-03-10T15:21:06Z</updated>
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    <content type="html">Einmal die Chronologie verlassen, schon wird es schwierig, nachzuvollziehen, was wir in welcher Reihenfolge gemacht haben… äh, naja, wer braucht schon Reihenfolge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind jedenfalls noch (an zwei verschiedenen Tagen) auf die Türme der Karlsbrücke gestiegen. Zuerst auf den der Burgseite, der ist ein bisschen niedriger, man kann dort aber auf den Bogen über der Brücke gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/5karl1.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Ausblick hat man von oben natürlich auch sehr schönen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einem anderen Abend sind wir auf den anderen Turm der Karlsbrücke gestiegen, in malerischem Abendlicht. Der Turm ist höher – spaßigerweise ist die Kasse erst einige Etagen weit oben, man ist also schon viele Treppen gestiegen, sollte man dann entscheiden, lieber doch nicht bezahlen zu wollen (uns haben beide Türme nix gekostet, das war in unserer Touristenkarte drin). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/5karl2.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toller Ausblick und mehr Innenleben als erwartet. Erstaunlicherweise hab ich vom Turm von außen nicht wirklich Fotos… das ist die Stelle, wo alle Touristen sich ballen, da hatte ich offenbar keine Lust auf das Touristenmotiv…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wir außerdem mit der Touristenkarte besichtigt haben (und ohne wohl nicht gemacht hätten), war das Palais Clam-Gallas, das war auch gleich bei uns um die Ecke. Ein prachtvoller barocker Stadtpalast, in dem man noch mehrere Säle und Zimmer besichtigen kann. Keiner ist möbliert, es zeigt aber trotzdem Punkt und Pracht des österreichischen Adelsgeschlechtes Clam-Gallas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/5palast.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist der Palast im Besitz der Stadt, es finden Konzerte und Festveranstaltungen statt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für &lt;i&gt;kostet-ja-nix&lt;/i&gt; war es deutlich sehenswerter als das Franziskanerkloster, in dem wir waren – und durch das wir nicht (kostenlos) in die St. Jakobs Basilika gekommen sind. Haben wir den Barock eben nicht gesehen und auch nicht den mumifizierten Arm des Kirchendiebes…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten sind wir noch ein bisschen in der Stadt herumgelaufen und auch mit der Straßenbahn gefahren, einfach mal ein Stück raus und wieder zurück. Das ist auch eine nette Möglichkeit, was zu sehen. Ohnehin hat Prag noch eine ganze Menge mehr hübsche Ecken, als die, die wir in den Tagen angesehen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/5prag.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall und auch länger als nur ein Tagesausflug. Im Sommer möchte ich das aber vermutlich nicht, es war in Februar schon voll, ich will gar nicht wissen, wie es in der Hauptsaison ist… von Dresden aus ist man in 2 Stunden da, das ist näher als Berlin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; Dokumentation&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=287302" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Jüdisches Prag</title>
    <published>2026-03-07T17:10:13Z</published>
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    <content type="html">Das ist jetzt nicht ganz chronologisch, weil wir zwei Synagogen bereits am Dienstag angeschaut hatten, die restlichen zugänglichen und den jüdischen Friedhof am Mittwoch – und dann am Donnerstag bei der Stadtführung „jüdisches Leben in Prag“ waren, die noch einmal komplett durch alle (zugänglichen) Synagogen und über den jüdischen Friedhof führte. Das war überraschend, es gab keine Beschreibung der Führungen, so dass wir nicht mit Innenräumen gerechnet haben – aber schlimm war es nicht. Im Gegenteil, so konnten wir alles noch mal mit Erläuterungen anschauen. Man braucht aber schon Durchhaltevermögen für die Führung, die ging gute 3 Stunden, durch die Innenräume war es uns aber nicht ganz so kalt wie bei der Stadtführung davor. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also jetzt, nicht unbedingt in Besichtigungsreihenfolge, die Dinge, die wir angeschaut haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Maiselsynagoge&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Maiselsynagoge war ursprünglich die Privatsynagoge des berühmten Mordechai Maisel, der im 16. Jahrhundert Hofbankier von Kaiser Rudolf II. und Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Prag war. Herr Maisel war sehr vermögend, er stiftete zahlreiche Gebäude, ließ sogar auf eigene Kosten die Straßen der Josefstadt pflastern. Seine Privatsynagoge war daher nicht unbedingt ein Muster der Bescheidenheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4maisel.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist das Gebäude profanisiert und zeigt als Museum die Geschichte der böhmischen Juden vom 10. bis zum 18. Jahrhundert. Ein guter Anfang also für die Besichtigungsrunde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Pinkassynagoge&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies befindet sich direkt am Alten Jüdischen Friedhof, der Eingang geht durch den der Pinkassynagoge. Auch die ist kein aktives Gotteshaus mehr, sie dient als Gedenkstätte für die Opfer der Shoa – und das sehr eindrucksvoll und beklemmend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4pinkas.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Inneren der Synagoge sind alle Wände mit Namen der jüdischen Bürger der Tschechoslowakei aufgeschrieben, die im 2. Weltkrieg umgekommen sind. Das sind die Namen von fast 78.000 Menschen, die alphabetisch nach Familien und Orten geordnet, aufgeschrieben wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im oberen Stockwerk gibt es eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen, die im Ghetto Theresienstadt angefertigt wurden – das ist nicht weniger beklemmend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Draußen gibt es eine kleine Ausstellung zur Zeit des 2. Weltkrieges, darüber wie die Internierungen erfolgt sind und schließlich die planmäßige Vernichtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist der jüdische Friedhof sehr viel weniger beklemmend – es ist ein sehr schöner Friedhof, friedlich, trotz der vielen Leute, die alle brav auf einem festgelegten Pfad zwischen den Gräbern hindurchlaufen. Da es auf jüdischen Friedhöfen üblich ist, die Toten für die Ewigkeit zu bestatten, wurden auch hier nie Gräber abgeräumt, es kamen nur immer mehr Bestattungen dazu. Daher stehen hier auf verhältnismäßig kleiner Fläche über 12.000 Grabsteine und befinden sich die Gebeine von vermutlich 100.000 Menschen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4friedhof.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom 15. Jahrhundert bis 1787 war hier die Hauptbegräbnisstätte der Prager Juden. Das älteste Grab aus dem Jahr 1439 von Avigdor Kara, kann man heute noch sehen. Außerdem das Grab des berühmten Rabbi Löw und das von Mordechai Maisel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein sehr schöner Friedhof. Sehr schön grün und moosig. Außerdem deutlich über dem Straßenniveau, was auf die vielfach übereinander liegenden Schichten schließen lässt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt hier auch eine Begräbnis- bzw. Zeremonienhalle, die zur Zeit unseres Besuches aber geschlossen war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Altneusynagoge&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Synagoge ist die älteste unzerstörte als Synagoge erhaltene Synagoge Europas. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist noch heute das religiöse Zentrum der Juden der Stadt Prag. Es ist ein frühgotischer Bau, der über die Jahrhunderte wenig verändert wurde. Sie überstand den 2. Weltkrieg unzerstört, da die Nazis planten, die Synagoge zu einem Museum der ausgelöschten jüdischen Rasse umzugestalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4altneu.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man bekommt in dem Gebäude wirklich noch einen Eindruck von den Jahrhunderten, die es gesehen hat. Trotz der vielen Menschen macht es auf mich den Eindruck eines spirituellen Ortes, wenn auch etwas düster und schwer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Berühmt ist die Synagoge auch für die Geschichte vom Golem. Rabbi Löw (ich erwähnte ihn schon), soll die Gestalt aus Lehm geschaffen und ihr Leben eingehaucht haben. Der Golem diente dem Rabbi, half im Haushalt und wanderte Nachts durch die Straßen von Prag um das Viertel zu beschützen. Am Ende hat der Rabbi dem Golem das Leben wieder genommen und ihn auf dem Dachboden der Altneusynagoge versteckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4treppe.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hier ist die Treppe zum Dachboden. Der wurde inzwischen mit Lasern vermessen, Golem gab es angeblich keinen. (Meine Theorie ist ja, dass man mit dem Lehm des Golems die Wände verputzt hat, er also doch noch da sein kann *g*). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Spanische Synagoge&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/4spanisch.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Spanische Synagoge ist das jüngste jüdische Gotteshaus. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts im maurischen Stil erbaut, der da gerade en vogue war (und auf das sephardische Erbe des Judentums verweist – auf der iberischen Halbinsel gab es zur Zeit der maurischen Herrscher eine Weile Religionsfreiheit und -gleichheit). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Synagoge wurde von den Reformjuden errichtet und genutzt, dem aufstrebenden jüdischen Bürgertum, das nach Wegfall der Beschränkungen in größerem Rahmen zu Bildung und Ansehen kam. In der Synagoge wird über diese Zeit informiert, über die Fragen dieser Zeit von Nationalismus (deutsch, tschechisch, jüdisch?) zu Religionsausübung (liberal, konservativ?) bis hin zu frühen zionistischen Bestrebungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber hinaus ist die Spanische Synagoge natürlich auch sehr schön anzusehen. Mich hat sie sehr an die in Budapest erinnert (kein Wunder, selbe Zeit, selber Stil). Es finden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr hier statt, aber Konzerte und jüdische Feste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da waren die Synagogen, die wir angeschaut haben. Ringsum gibt es verschiedene Spuren jüdischen Lebens, zum Beispiel die Uhr am jüdischen Gemeindehaus, die andersrum läuft. Natürlich gibt es auch entsprechende Souvenirs und koscheres Essen. Wir hatten ausgezeichnete heiße Schokolade im Café des jüdischen Museums, da waren wir sogar zweimal, weil die so nett waren – das können wir also empfehlen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Eingang der Synagogen gibt es jeweils Sicherheitskontrollen, die uns mal mehr, mal weniger ernstgemeint erschienen. Außerdem müssen männliche Besucher in den noch nicht profanisierten Synagogen Kopfbedeckung tragen – bei Frost im Februar keine schwierige Aufgabe (und trotzdem kriegen es manche nicht hin). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt alles sehr sehenswert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/grau.gif" /&gt; historisch&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=287119" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Hradschin, Fernsehturm, Klementinum</title>
    <published>2026-03-04T15:59:15Z</published>
    <updated>2026-03-04T16:03:41Z</updated>
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    <content type="html">Am nächsten Tag (immer noch mit Schnee) ging es dann zum Burgberg von Prag hinauf. Die Burg ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten und mit ca. 70.000 m² die größte geschlossene Burganlage der Welt. Sie war Residenz der böhmischen Könige, zweier Kaiser des Heiligen römischen Reiches und der Präsidenten der Tschechoslowakei und heute von Tschechien. Wir haben den Burgberg zu Fuß erklommen, das gab unterwegs schon mal schöne Ausblicke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3burgweg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als erstes waren wir im Veitsdom, der großen Kathedrale oben auf dem Burgberg. Da war ziemlich viel los, Reisegruppen und Schulklassen, ehrlich gesagt erinnere ich mich an gar nicht mehr so viele Details aus der Kathedrale. Sehr groß, sehr gotisch, sehr prächtig ausgestattet, aber nichts, was sich mir speziell eingeprägt hätte…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3dom.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nächste Station Burg, oder zumindest der Teil, den man besichtigen kann. Das sind nur einzelne Teile – und die sind überraschend leer. Leere Räume und Säle, teilweise mit bemalten Wänden. In einem Raum war eine Nachbildung der Kronjuwelen ausgestellt (die Originale sind im Dom? Wir haben sie da jedenfalls nicht gesehen). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3burg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem ist in der Burg auch das Fenster des berühmten Prager Fenstersturzes – ich mochte den englischen Begriff „defenestration“. Wir haben gelernt, dass es nicht nur einen Fenstersturz gab (den berühmten, der Auslöser des 30jährigen Krieges war). Das war mindestens schon der dritte, da hatte diese Art der Unmutsäußerung schon fast Tradition. Es gab als bereits Fensterstürze 1419 (Beginn der Hussitenkriege) und 1483 (Prager Aufstand). Das Fenster selbst und der Raum waren allerdings unspektakulär, da gabs nichts zu sehen (und nur Touristen zu fotografieren, deshalb hab ich kein Bild davon). Aber&lt;i&gt; Defenestration&lt;/i&gt; merk ich mir vielleicht noch ein bisschen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als nächstes gingen wir in die St. Georgs Basilika… weil die halt gerade da war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3barock.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von außen bzw. von der Seite barock – aber innen wunderschöne Romanik. Ein beeindruckendes Kirchenschiff, schlicht und schön, mit den Resten von Fresken. Die hat mir deutlich besser gefallen als alle anderen Prager Kirchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3georg.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hat auch noch einen romanischen Turm, aber da ringsum alles mit verbaut ist, sieht man davon nicht besonders viel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Touristenstrom strömten wir durchs Goldene Gässchen, dass seinem Ruf als überfüllte Touristenstrecke alle Ehre gemacht hat. Nun ja, wir waren auch da. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oben auf dem Hradschin haben wir dann noch dem Wachwechsel zugeschaut, einem filmreif inszenierten Spektakel. Auch hier viele Touristen und deshalb keine Fotos (ich will nicht wissen, wie das hier in der Hochsaison ist). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Burgberg sind wir in die Stadt zurück mit der historischen Straßenbahn gefahren. Die kostet extra (war aber in unserem Prag-Pass drin) und wird mit diversen historischen Vehikeln bedient. Wir hatten einen Wagen aus den 50igern, glaub ich, also ein nicht ganz so altes Model. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der ganzen großen Geschichte gab es für uns erst mal Jugendstil – wir haben lecker Kuchen gegessen im Gemeindehaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3cafe.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war sehr stilvoll – die Torten wurden auf einem Wägelchen herumgefahren, von dem man sich was aussuchen konnte. Und noch besser, dank der Prag-Karte war sogar das Getränk geschenkt. :D&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frisch gestärkt ging es mit der normalen Straßenbahn in den Stadtteil Žižkov zum Prager Fernsehturm. Ein sehr futuristisches Gebäude, von dem aus man einen tollen Blick auf die Stadt und das Umland hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3fernsehturm.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt eine Aussichtsplattform auf 93 m Höhe, es gibt auch Hotelzimmer im Turm und ein Restaurant. Insgesamt hat der Turm eine Höhe von 216 m, sie haben ihn oben auch hübsch ins Verhältnis gesetzt zu den höchsten Türmen der Welt. Die Babys, die den Turm hinaufklettern sind Kunstwerke von David Černý – ich find die ja eher creepy.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück im Altstadtbereich sind wir erst mal noch mal Boot gefahren – beim Besuch vom Brückenmuseum an der Karlsbrücke ist eine Bootsfahrt inklusive (mit Getränk und Snack) und das war alles in unserer praktischen Prag-Karte enthalten. Das waren auch sehr charmante kleine Boote und diesmal hat man tatsächlich auch die Erklärungen verstanden. Es war also auch informativ und nicht nur sehenswert und zudem ging die Bootsfahrt auch in einen Kanal auf der Burgseite, bot also noch mal andere Einblicke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3boot.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war sehr schön, hat mir besser gefallen als die Fahrt am ersten Abend – aber uns haben ja beide nix gekostet, kann man also beide mitnehmen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war aber noch nicht alles für unser Tagesprogramm. Nach Zwischenstopp und Abendessen im Quartier sind wir noch mal losgezogen zu einer Führung im Klementinum. Losgezogen… naja, wir sind über die Straße gegangen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3klementinum.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Klementinum war ein Jesuitenkolleg. Es ist ein riesiger Gebäudekomplex, der heute die Tschechische Nationalbibliothek beherbergt und mehrere wissenschaftliche Institute. Die Jesuiten kamen im 16. Jahrhundert, richteten zuerst ein Gymnasium ein, das später zur katholischen Universität wurde. Es wurde eine Sternwarte eingerichtet und bereits 1752 mit meteorologischen Beobachtungen begonnen, die bis heute weitergeführt werden. Sie sind sehr stolz auf diese langen, ununterbrochenen Aufzeichnungen, die auch noch heute wertvolle Erkenntnisse liefern können hinsichtlich des Klimawandels. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Führung kommt man in den astronomischen Turm – darf aber vor allem einen Blick in die prächtige Barockbibliothek werfen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3bibliothek.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist sehr eindrucksvoll, selbst wenn man nur von der Tür aus gucken darf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um auf den Turm hinaufzukommen, geht es ein paar abenteuerliche Treppen nach oben. Dazu gab es weiter Informationen zur Geschichte des Gebäudes und den meteorologischen Untersuchungen. Ganz oben hatte man dann Ausblick auf die Stadt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/3klementinuminnen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine gute Entscheidung, die Führung am Abend zu machen – bei schönem klarem Wetter war der Blick über das nächtliche Prag noch mal was ganz Besonderes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/baum.gif" /&gt; zurück im Dunkeln&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=286838" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Altstadt und Jüdisches Viertel</title>
    <published>2026-02-27T16:07:32Z</published>
    <updated>2026-03-01T21:35:27Z</updated>
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    <content type="html">Der nächste Morgen zeigte ein völlig neues Bild der Stadt: Schnee. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2schnee.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verschneite Gebäude und Denkmäler und fallende Flocken. Das bot einen sehr malerischen Anblick und war deutlich angenehmer, als wenn der Niederschlag in flüssiger Form gefallen wäre. Es war aber auch ganz schön kalt für unseren Tagesplan: Stadtführung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten die Stadtführung „Altstadt und Jüdisches Viertel“ gebucht (kostet ja nix mit der Tourismus-Karte), die uns in zwei Stunden genau das nahebrachte. Zwei Stunden, da braucht man bei dem Wetter schon Durchhaltevermögen… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst gab uns aber unsere sehr kompetente Führerin Kvĕta eine kurze Einführung in die tschechische Geschichte. Beginnend mit der Einwanderung der slawischen Stämme im 6. Jahrhundert, über die königlichen Dynastien der Přemysliden, Luxemburger, Jagiellonen und schließlich der Habsburger zur 1. Tschechoslowakischen Republik. Dann die Nazizeit und die 2. Republik, dann die kommunistische Zeit und schließlich die 3. Republik. Das war in der Kürze sehr anschaulich – aber vermutlich kann man es sich wieder nur bedingt merken. Berühmte Herrscher jedenfalls, deren Spuren einem auch immer wieder im Stadtbild begegnen sind Wenzel, Karl IV., Rudolf II. und Joseph II. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2karl.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist Karl an der Karlsbrücke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Führung begann am Altstädter Rathaus, erklärte die Uhr und dann die Gebäude um den Markt herum. Bemalte Gebäude, die Kirchen, das Jan-Hus-Denkmal mit einem Exkurs zu den Hussitenkriegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2markt.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann weiter zum Ungelt, einem auch Teynhof genannten Gebäudekomplex aus dem 11./12. Jahrhundert, der als befestigter Handelshof und Zollstation entstanden war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2ungelt.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Gebäude vom Teynhof ist der Palais Granov, der nicht nur aussieht wie italienische Renaissance, es ist auch Renaissance von italienischen Baumeistern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch kleine, gar nicht so touristisch überlaufene Gässchen, ging es dann weiter ins jüdische Viertel. Dabei haben wir erstmal gelernt, dass die Prager Gehwege mit farbenfrohen, abwechslungsreichen Mustern versehen sind, weil der Stadtrat irgendwann angeordnet hatte, dass sich jeder Hauseigentümer ein Muster aus einer Musterpalette von 42 Mustern auswählen und dann auf dem Gehweg verlegen muss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann das jüdische Viertel. Schon im 10. Jahrhundert siedelten Juden auf dem Gebiet der heutigen Stadt Prag. Sie hatten lange kein Recht, über ihren Siedlungsort selbst zu entscheiden, musste immer mal wieder weg, kamen zurück, siedelten schließlich in einem dicht bebauten Viertel der heutigen Josefsstadt. Es war auch der Namensgeber des Viertels, Kaiser Joseph II., der den Juden mit seinem Toleranzpatent Bürgerrechte ermöglichte. Das führte dazu, dass wohlhabende Juden in andere Stadtviertel umzogen, dafür aber ärmere christliche Leute in das jüdische Viertel, so dass es schnell überbevölkert wurde, armselige Lebensverhältnisse und schlechte hygienische Bedingungen aufwies mit hoher Kriminalitätsrate. Um das Jahr 1900 entschied man dann, das sich das ändern muss. Im Rahmen einer modernen Stadtplanung machte man das Ghetto platt und ließ große Stadthäuser im Stile der Zeit bauen. Daher heute der einheitliche, sehr ansehnliche Eindruck mit schönen Gründerzeit- und Jugendstilhäusern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2jugendstil.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom reichen jüdischen Leben zeugen heute noch fünf Synagogen, der berühmte jüdische Friedhof, ein Gemeindehaus und eine Zeremonienhalle. Und natürlich die Geschichten von Rabbi Löw und seinem Golem bis hin zu Franz Kafka. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2kafka.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Führung endete am Rudolfinum, kurz vor der Moldau – wir waren da aber so durchgefroren, dass wir uns erst mal ins jüdische Café gesetzt haben und mit Kaffee, heißer Schokolade und lecker Kuchen wieder aufgetaut sind. Von da aus sind wir in die Maiselsynagoge gegangen und dann noch in die Altneusynagoge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2synagoge.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu an einem anderen Tag mehr.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir waren nach dem Besichtigungsprogramm ziemlich platt, haben auf dem Rückweg aber immerhin noch einen Blick in die barocke Nikolauskirche geworfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/2nikolaus.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/drunk.gif" /&gt; kaputt und kalt&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=286632" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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    <title>Anreise, Rathaus und Moldau</title>
    <published>2026-02-25T16:34:01Z</published>
    <updated>2026-02-25T16:34:01Z</updated>
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    <content type="html">Anreise war denkbar einfach – wir steigen in Dresden in einen Zug und reichlich 2 Stunden später in Prag am Hauptbahnhof wieder aus. Da sind wir allerdings erst mal ein bisschen orientierungslos herumgekreist, weil wir die Touristinformation gesucht haben für unseren angepeilten Touristenpass. Bahnhof ist ja schon hübsch, Touri-Info gibt’s da aber nicht. Also haben wir uns selber ein U-Bahn-Ticket gekauft und uns auf den Weg zum Quartier gemacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1bahn.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Quartier lag tatsächlich mitten in der Altstadt, auf halber Strecke zwischen Karlsbrücke und Altmarkt – wir haben also auf dem Weg dort hin schon ein bisschen was von den großen Sehenswürdigkeiten (und den Menschenmengen) gesehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne Koffer sind wir dann gleich noch mal losgezogen, haben eine Touri-Info gefunden und den Pass bekommen und dazu noch sehr nette und hilfreiche Erklärungen. Damit versehen, haben wir einen Plan für die nächsten Tage gemacht, das heißt, Plätze für Stadtführungen gebucht – und sind gleich an dem Nachmittag noch in eine Rathausführung gekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Rathaus von Prag mit seiner prächtigen astronomischen Uhr ist eine der großen Sehenswürdigkeiten der Stadt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1rathaus.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Altstädter Rathaus ist ein Komplex aus mehreren Stadthäusern aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Früher gab es noch einen neogotischen Anbau, der allerdings in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges abgebrannt ist… also das ganze Rathaus hat gebrannt, auch der Turm, aber es ist nicht alles wieder aufgebaut worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innen sind die Gebäude verbunden, es gibt große Säle und Versammlungsräume, teils kunstvoll ausgemalt. Das war interessant, insbesondere mit der Führung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1innen.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem sind wir auf den Rathausturm hochgestiegen – besuchen sie den Rathausturm, der einzige Turm der Stadt mit einem Lift – und hatten da eine tolle Aussicht auf die Stadt. Und Sonne. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1fahrstuhl.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Fahrstuhl war aber durchaus auch bemerkenswert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Turm und Führung durch das Rathaus ging es in den Untergrund des Rathauses. Das Bodenniveau der Stadt ist im Laufe der Zeit um 5 – 8 m gehoben worden. Dass heißt, alte Gebäude und Straßenzüge wurden zugeschüttet und neue Gebäude auf den alten aufgebaut. Die alten Räume im Untergrund wurden teilweise als Lager genutzt (oder wieder ausgegraben) und können jetzt besichtigt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1unten.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch spannend und nicht so creepy düster wie unter Edinburgh. Keine Geisterführungen. ;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, das war schon eine ganze Menge Informationen und Sehenswertes für den ersten (halben) Tag. Das war aber noch nicht alles, weil wir uns nach dem Abendessen noch auf zur Moldau gemacht haben zum Boot fahren. In unserem Prag-Pass waren drei Bootstouren enthalten, darunter einen Abendtour und die sollte es jetzt sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Moldau im Dunkeln, ein anderer Blickwinkel vom Wasser aus und mit nächtlicher Beleuchtung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/reisen/prag/1wasser.jpg" /&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab auch Erklärungen vom Band bei der Bootsfahrt, aber das war akustisch schwer zu verstehen – machte aber nichts, die Fahrt war auch ohne das sehr nett und hat uns ja nichts gekostet. *g*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Stimmung:&lt;/b&gt;&lt;center&gt;&lt;img src="http://rabensturm.bplaced.net/eulen/nerdy.gif" /&gt; dokumentierend&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="https://www.dreamwidth.org/tools/commentcount?user=rabensturm&amp;ditemid=286363" width="30" height="12" alt="comment count unavailable" style="vertical-align: middle;"/&gt; comments</content>
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