Diesmal nur 14 km, aber für den dritten Tag nach zwei langen Etappen war das völlig ausreichend. Es war ja auch ein nicht unerheblicher Anstieg in der Strecke drin.
Die Wanderung hatte bis dahin durchaus Spuren hinterlassen, mit Mattigkeit, Blasen an den Füßen und dergleichen. – Und Iris hat sich entschieden, an dem Tag mit dem Gepäck mitzufahren, weil ihr übel war. :( Schade, aber immerhin gibt es diese Möglichkeit. Und besser so, als mitten auf der Strecke zu stranden.
Wir starteten bergauf von der Sonnenbergbaude, wieder zurück auf den Kammweg an der Alten Wache vorbei. Es ging Richtung Johnsdorf und erster Halt waren die Nonnenfelsen.

Die 537 m hohen Sandsteinfelsen tauchten recht unvermutet am Kammweg auf, bieten aber eine tolle Aussicht auf die Umgebung und eine nette Kletterpartie. Mittels Treppen und Leitern kann man den Aussichtspunkt erklimmen – was wir natürlich gemacht haben. Wir haben uns auch unseren Bergbesteigungsstempel abgeholt, und auch gleich den für den Kottmar, den der Wirt der Baude wunderbarerweise im Schubkasten hat.
Den Namen haben die Felsen von ihrem Aussehen, es heißt:
“zwey Nonnen dicht nebeneinander mit Schleyer und Habit.“ Ich hab keine Nonnen gesehen, aber hübsch und abenteuerlich waren die Felsen allemal. Erst recht mit dem Abstieg durch die schmale Klamm Richtung Johnsdorf.
Bei Nieselregen wanderten wir von Johnsdorf nach Hain, an der Waldbühne und am Waldsportplatz vorbei. Dann stand der nächste Anstieg an: Der Hochwald. Mit seinen 749 m war das ein nicht zu unterschätzender Berg, den wir dann ganz gemächlich erklommen haben. Das Bähnlein zu nehmen, ging uns dann doch gegen den Stolz. *g* Über die Alte Rodelbahn und den Ulmensteinweg ging es stetig bergauf. Das dauerte seine Zeit, war aber nicht so mühsam, wie wir befürchtet hatten. Es war inzwischen auch wieder sonnig geworden, so dass wir durchaus wieder ins Schwitzen gekommen sind.

Oben hat man dann die Wahl zwischen zwei Aussichtspunkten. Da ist einerseits die Hochwaldbaude von 1938, andererseits der runde Aussichtsturm von 1892. Wir haben die Aussicht von der Hochwaldbaude genossen, die weit ins Böhmische reicht. Die Baude selbst liegt auch direkt auf der Grenze. Es war ziemlich windig und nicht gerade gastfreundlich, so dass wir uns nur unseren Stempel geholt haben und zum Aussichtsturm gegangen sind. Da war es netter, und da gab es auch ein gemütliches Plätzchen zum Picknicken.
Über das Kammloch ging es dann wieder abwärts:

Und auch wenn es kein wirklich gefährlicher Pfad war, waren wir doch froh, dass wir den anderen Weg bergauf genommen haben. Über Stock und Stein – und vor allem Stein – ging es wieder bergab auf die Alte Hainstraße. Luftlinie waren wir gar nicht weit gekommen, weil wir von Hain aus den Abstecher auf den berg gemacht haben. Ein lohnender Abstecher.
Und auch unten haben wir nicht den direkten Weg nach Oybin genommen, sondern sind noch an den Kelchsteinen vorbeigelaufen.

Sowas hatte ich hier ja nicht erwartet. Exotische Pilzfelsen im heimischen Mittelgebirgswald. Erosion und Windschliff haben den weichen Sandstein in diese Form gebracht und heute ist er vor allem bei den Kletterfreunden beliebt. Nicht weit entfernt gibt es noch den Weißen Stein und den Eisbär.
Und dann waren wir auch schon fast in Oybin angekommen.

Die Ruinen stammen von einer mittelalterlichen Höhenburg, die Kaiser Karl IV. Zu seinem Alterssitz ausbauen ließ und vom Kloster Cölestiner, das 1369 gegründet worden ist. Wir haben uns den Besuch für den nächste Tag aufgehoben – was dann aber am schlechten Wetter und der mangelnden Zeit scheiterte. Naja, es gibt irgendwann schon noch mal eine Gelegenheit.
Wir tappte am Ziel unserer Wanderung jedenfalls noch mal quer durch Oybin, das sich spürbar für Touristen und Wanderer herausgeputzt hat. So wirklich Sinn hatten wir dafür aber nicht mehr – zumindest ich war recht matt und wollte ans Ziel. Das Haus Hubertus empfing uns dann auch sehr gastlich – allerdings oben auf dem Berg. ;) Wir haben uns ein bisschen ausgeruht, uns wiederhergestellt und dann erst mal das zweite Auto ans Ziel geholt, damit am nächsten Tag alles für den Aufbruch bereit war. Und dann konnten wir uns entspannen bei leckerem Essen und lustigen Spielen. *g* Und natürlich stolz, den Weg geschafft zu haben.
Insgesamt eine sehr schöne, abwechslungsreiche Wanderung, die immer wieder tolle Ausblicke bot. Vor allem der letzte Tag war sehr spannend und abwechslungsreich und genau richtig nach der doch ziemlich langen Etappe vom Tag davor.
Mit den Unterkünften und dem Gepäckservice hat auch alles super geklappt. Wir waren immer sehr gut untergebracht und gut versorgt. Auch gut, wenn man die Brote fürs Lunchpaket selbst schmieren kann, dann ist wenigstens nur das drauf, was man auch gerne isst. ;) Ich kann die Gegend (und die Hotels) nur wärmstens für Wandertouristen empfehlen. Ich komm da bestimmt auch noch mal hin, allein schon für den noch ausstehenden Besuch auf dem Oybin. :)
Stimmung:
stolz