rabensturm: (drei)
Es ist ja schon fast Tradition, dass ich zu meinem Geburtstag einen Besuch in einem Escape Room bekomme. Das ist in diesem Jahr natürlich ein bisschen schwierig, aber es gibt eine Firma, die auch Escape-Spiele für daheim anbietet. Also fand ich in meinem Geburtstagsgeschenk einen magischen Fall.

Ein Geheimnis ist zu lösen in der berühmtesten Zauberschule des Landes. Natürlich schreit alles nach Hogwarts und Potter, aber tatsächlich wird es nie erwähnt und man kann sich amüsieren, die Parallelen zu entdecken. Das war spaßig und auch die Handlung war (nach Potter-Maßstäben) schlüssig. Ein Geheimnis lüften, Zutaten suchen, einen Zaubertrank brauen, Freunde retten. ;)

Das Abenteuer war in 5 Kapitel unterteilt, die Rätsel waren ziemlich unterschiedlich – und es gab auch Rätsel, die über Filmchen oder Audiospuren angeboten wurden. Das war eine nette Abwechslung und eine schöne Kombination von online und offline. Wir sind bei den meisten Rätseln unter den angegebenen ca. 45 Minuten geblieben bis zum… vorletzten, da wussten wir zwar, was zu tun ist, haben aber recht lange gebraucht.

Viel mehr kann ich jetzt leider nicht erzählen, weil ich nicht spoilern will. Ich kann die Art zu Spielen aber durchaus empfehlen und hoffe, dass die Leute so über die Pandemiezeit kommen. Wir waren jedenfalls gut unterhalten und gefordert und hatten einen netten Abend. :) Mal schauen, ob wir noch ein anderes Abenteuer ausprobieren, wir sollen ja eigentlich Albert noch retten. ;)


Stimmung:
unterhalten
rabensturm: (wirbel)
Es begab sich zu einer Zeit, als ich an die Gültigkeit von Flugtickets noch glaubte und an die Zuverlässigkeit von Flugplänen. Da machte ich mich auf eine große Reise, um unversehens am Flughafen zu stranden… das war vor dem letzten Wochenende, um genau zu sein.

Also von vorn: Eigentlich wollte ich mit AirBerlin am 19.05.2017 um 15.50 von Dresden nach Düsseldorf fliegen. Etwas seltsam kam es mir schon vor, dass ich online nicht einchecken konnte. Die Fehlermeldung war aber nicht etwa „Flieger fliegt nicht, kümmern Sie sich“ sondern nur „Der Web Check-in ist ab 30 bzw. 24 Stunden (je nach Strecke) vor Abflug möglich und kann daher noch nicht gestartet werden“. Da dachte ich mir nur, dass das nicht so schlimm ist, check ich eben am Flughafen ein. Ich habe mein Büro extra zeitig verlassen, daheim noch meinen Koffer geschnappt… und vor dem Aufbruch doch mal auf der Flughafenseite geschaut, ob es eine Verspätung gibt. Auf der Homepage stand aber „Flug gestrichen“. Ömm…

Ich bin trotzdem zum Flughafen gefahren, daheim konnte ich ja auch nichts erfahren. Ich war gegen 14 Uhr da, ich schreibe es extra dazu, um die Gesamtzeit am Flughafen in all ihrer epischen Länge würdigen zu können. Am Flughafen stand der Flug auch als „annulliert“ an der Tafel, ein AirBerlin-Schalter war nicht geöffnet. Ein freundlicher junger Mann schickte mich zum Lufthansaschalter, die Dame am Lufthansaschalter wusste von nichts und schickte mich zum Ticketschalter. Die Dame am Ticketschalter reichte mir einen Verzehrgutschein in Höhe von 10 Euro (reicht am Flughafen für einen Muffin und einen Cappuccino), teilte mir mit, dass ich auf 20.45 Uhr umgebucht worden sei und schickte mich – tada – zum Lufthansaschalter. Die Umbuchung ging nämlich auf Eurowings und konnte sehr wohl von Lufthansa gebucht werden, aber das konnte die Dame ohne weitere Hinweise ja nicht wissen. Ich checkte also ein, ging durch die Sicherheitskontrolle… und dann hieß es warten. Erst mal bis zur angekündigten Boarding Zeit, aber da der Flieger noch nicht da war, noch eine reichliche Stunde länger. Letztendlich war es 21.50 Uhr, als wir Richtung Düsseldorf abgehoben sind und die… sieben (!) Stunden Wartezeit hatten doch die gute Laune etwas gedämpft. Immerhin – man muss ja das positive sehen – kam ich so zu einem Swing-Blues-Boogie-Konzert, das da auf der Aussichtsplattform stattfand. Das war eine Etage oberhalb, wir haben nix gesehen, und direkt drunter fielen einem fast die Ohren ab – aber es war zumindest Musik, die ich mag und mir vielleicht auch freiwillig ausgesucht hätte.

In Düsseldorf landeten wir 22.50 Uhr, ich eilte zum Bahnhof, um meinen Zug nach Süden zu bekommen und meine Abholer zu informieren. Als Treffpunkt war Leverkusen-Mitte ausgemacht, mit dem nächsten Zug wäre ich da etwa gegen Mitternacht dagewesen. Unbedingt die Zeit, in der ich mich in einer fremden Stadt auf einem fremden Bahnhof aufhalten möchte. Nun ja, zuvor noch mal Aufregung, da es auf der Anzeigetafel plötzlich hieß, der Zug würde nicht in Düsseldorf-Benrath, Leverkusen-Mitte, Köln, Köln und Köln halten, dafür aber in Neuss… Ömm… Was?

Leicht panisch habe ich meine Abholer angerufen, die auch erst mal ratlos waren. Nach einigem Recherchieren hieß es erst mal, dass ich schon mal bis Düsseldorf Hauptbahnhof fahren soll, von dort ginge es noch am ehesten weiter. Habe ich gemacht, ich habe im Zug gefragt, ob es eine Ansage gab – und da auch erst mal Leute aufgeschreckt, die in Köln an den angeblich nicht besuchten Haltestellen aussteigen wollten. Und ich bin in Düsseldorf am Hauptbahnhof ausgestiegen, da stand der Zug aber mit den regulären Halten dran. Ich habe noch Bahnmitarbeiter befragt, die mit eingestiegen sind, die auch in Köln aussteigen wollten und nichts von Sonderfällen wussten. Also bin ich wieder eingestiegen, hab meinen Abholern Bescheid gesagt – und bin dann ganz normal in Leverkusen-Mitte ausgestiegen. Okay… das wäre auch ohne Panik gegangen. Auf meine Abholer musste ich noch 10 Minuten warten, da die ob der Zugverwirrung erst später losgekommen waren. Immerhin war der Seitausgang dann doch nicht so gruselig, so dass das das geringste Problem war. Und dann, große Freude beim Aufeinandertreffen! Für das letzte Stück Fahrt musste ich mich nur noch ins Auto setzen und war dann schon 0.40 Uhr am Ziel! Yeah! Mein Dank geht an die nimmermüden Abholer, die mich auch spät in der Nacht noch eingesammelt haben. ♥

Die nächsten Tage waren gefüllt mit kreativen, lustigen, geselligen Dingen mit vielen tollen Leuten. Wir waren im Bergischen, im Landgut Breibach. Wenn jemand mal eine Gruppenunterkunft sucht, das Haus ist wirklich super.

Am Sonntag hab ich dann angefangen, mir Gedanken um den Rückflug zu machen. Es wunderte mich schon nicht mehr, dass der Web Check-in nicht funktionierte. Aber hey, ich habe eine Mail bekommen, dass der Flug gestrichen wurde, das ist ja schon mal eine Steigerung zum Freitag. Mail, Homepage und alles, was ich googeln konnte, führten jedoch zu einer Service-Hotline, die immer besetzt war. 24-Service-Hotline, die pro Anruf 60 Cent kostete… immerhin nur pro Anruf, aber wenn man das 10 oder 15 x probierte, läpperte sich das auch zusammen. Ich hab es dreimal versucht, jedes Mal lange gewartet. Kurz vor Mitternacht hat es dann doch geklappt, da hatte ich das Telefon aber auch auf Freisprech geschaltet und hingelegt und schon mal Zähne geputzt und Füße gewaschen, was man eben so tut. Es dauerte 45 Minuten (!) bis ich einen Menschen in der Leitung hatte. Das Gespräch war dann nur kurz, er hat mich problemlos auf 19.05 Uhr umgebucht (statt 17.40 Uhr) und mir die Bestätigung per Mail geschickt. Eine überschaubare Verzögerung und Zeit, die wir noch nutzen konnten, ohne nur sinnlos am Flughafen zu sitzen. Und so war es dann auch. Ich war am nächsten Tag noch mit Silph unterwegs, wir haben Schlösser beguckt, lecker gegessen, Scrabble im Park gespielt und waren dann gegen 5 am Düsseldorfer Flughafen. An der Sicherheitskontrolle hab ich noch einen Napf Salbe eingebüßt (125 g statt den erlaubten 100 g), aber dann war ich durch und musste nur noch in den Flieger steigen. Der hatte zwar auch wieder eine halbe Stunde Verspätung, aber das ist alles noch im Rahmen. In Dresden hab ich die S-Bahn mit einem kurzen Sprint noch gekriegt und war etwa halb 10 daheim. Da war es ja sogar noch ein bisschen hell. Freude!

Das war meine Odyssee letztes Wochenende. Ich lerne daraus, dass ich erst mal nicht mehr mit AirBerlin fliege. Die Ausfälle lagen nicht an höherer Gewalt oder technischen Ausfällen, sondern wohl daran, dass nicht genug Personal zusammengetrommelt werden konnte. Es fallen wohl schon ständig Flüge von denen aus – was man ja nicht merkt, solange man nicht darauf angewiesen ist. Ich habe meine Ansprüche erst mal per online-Formular gelten gemacht. Ich bin aber noch nicht sicher, ob ich es dabei belasse und abwarte (eher nicht) oder doch noch ein Einschreiben schicke (eher doch).

Das alles wäre auch nur halb so nervig gewesen, wenn man rechtzeitig über die Umbuchung informiert gewesen wäre. Dann wäre ich einfach entsprechend später am Flughafen gewesen. Aber dieses stundelange rumsitzen… uff…

Das Treffen war den Aufwand aber trotzdem wert. :)

Stimmung:
kaputt
rabensturm: (kompass)
Wir hatten eine tolle Unterkunft in Carcassonne mit Blick auf die Burg – und die Burg sieht tatsächlich so aus, wie beim Spiel. So konnten wir tatsächlich mit diesem Ausblick am großen Esstisch Carcassonne spielen. *g* Das hat auch alles sehr gut geklappt, so dass ich die Unterkunft gerne weiterempfehle: Les Balcons de la Cite - unsere Wohnung war das Appartement Saint Georges und der Blick auf die Burg war wirklich fantastisch:



Außerdem gab es Parkplätze vor der Tür und auch welche im Innenhof. Nur mit der Wegeführung durch die Gassen der Stadt mussten wir uns erst ein paar Tage vertraut machen…

Die Berichterstattung folgt nach und nach, erst mal nur die Statistik:

Gefahrene Kilometer: 1.245

Länder: 2
Burgen: 7
Höhlen: 2
Abteien: 1
Flüsse/Gewässer: 3
Gebirgspässe: 2
Kirchen: 6
Convoi exceptionnel: 3

Doch, wir haben viel gesehen in der einen Woche :)

Stimmung:
voll mit Eindrücken
rabensturm: (drei)
Wir haben uns auch bemüht, uns mit den lokalen Spezialitäten vertraut zu machen. Fisch haben wir fast jeden Tag gegessen, auch Nordseekrabben, ob nun im Eintopf oder im Fischerfrühstück (wie Bauernfrühstück nur mit Krabben). Fisch gab’s aber auch in Cuxhaven.

Speziell auf der Insel war aber einerseits der Eiergrog, andererseits Knieper.

Eiergrog ist – logischerweise – Grog mit einem Eigelb drinnen. Heißer Eierlikör sozusagen, wenn auch flüssig wie ein Grog und deutlich alkoholischer. In dem Café, wo wir waren, gab es den Grog mit einem Teil Rum, einem Teil Arrak, dazu heißes Wasser und Ei und obendrauf eine schaumige Haube. Nicht sooo lecker, als dass ich es unbedingt nachmachen müsste, gewärmt hat es aber durchaus. Und mit der leckeren Waffel mit Eis und Kirschen hatte ich auch eine ausreichende Grundlage, um nicht nach Hause zu torkeln. ;)

Knieper sind die Scheren des Taschenkrebses, die nach dem Rückgang der großen Hummerfänge zur Spezialität wurden. Zum Herausangeln gibt es ein langes spitzes Werkzeug, dazu wurden Brot und Soßen gereicht.



Ich hab mir das ganze nur angeguckt, ich hab’s nicht so mit Meeresfrüchten. Ich finde immer, dass Aufwand und Geschmack in keinem ausgewogenen Verhältnis stehen. Aber Silph hat es ausprobiert – und so hat jeder eine Spezialität gekostet und an Erfahrung gewonnen ;)

Stimmung:
studiert
rabensturm: (Wächter)
Zunächst die versprochene Abrechnung bzgl. des National Trust: Wir haben für insgesamt 90 Pfund zwei Touring Passes für jeweils 7 Tage und 2 Personen erworben. Das sind 22,50 Pfund pro Nase.

Wir waren damit in 7 Sehenswürdigkeiten für insgesamt 306,90 Pfund (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Hinzukommen ca. 10 Pfund Parkgebühren, die wir gespart haben, da zum Pass auch eine Mitgliedskarte fürs Auto gehörte (eine Jahreskarte 2015!), mit der man frei Parken konnte.

Das ist doch ein wirklich lohnendes Geschäft, selbst wenn man bedenkt, dass wir Barrington Court (noch mal 12 Pfund pro Nase) extra bezahlt haben. Dabei haben wir uns nicht mal besonders viel Mühe gegeben, wir hatten sogar zwei (?) Tage, wo wir den Pass gar nicht gebraucht haben (und Papa hat einen Garten nicht mit angeschaut)… Also, wer Herrenhäuser, Schlösser, Burgen, Parks usw. besichtigen möchte, sollte sich einen solchen Pass besorgen. Vorzugsweise rechtzeitig von zu Hause aus, um Nerven und Zeit zu sparen. ;)

Und sonst so? Ich habe festgestellt, dass Dinge, die wir uns in England so angewöhnt haben, auch mit anderer Reisebegleitung gut klappen – das also nicht nur eine seltsame Vorliebe von Silph und mir ist:

- Weatherspoons als sicherer Anlaufpunkt zum Abendessen
- Meal Deal! Äußerst praktisch
- Cider! Immer wieder lecker in allen Varianten!
- Afternoon Tea – besonders charmant im Abbey Tea Room, aber auch in weniger romantischer Umgebung sind Scones und Clotted Cream immer lecker
- England (Großbritannien allgemein) ist immer wieder schön :)

Stimmung:
fazit
rabensturm: (drei)
Gestern Abend habe ich einen Ausflug in den Orient gemacht, in die Welt von 1001 Märchen. Ich war in der Yenidze, der berühmten Dresdner Moscheenkuppel, die eigentlich eine Zigarettenfabrik gewesen ist. Heute befinden sich in dem Gebäude Büroräume, ein Restaurant – und oben direkt unter der Kuppel werden Märchen erzählt. Märchen in der Yenidze



Die Kuppelhalle wirkt von außen riesig groß, ist von innen aber eher überschaubar. Gestern war sie vor allem kalt, was aber kein Wunder ist ohne Isolation und wirkliche Heizung. Wohl deshalb (und fürs orientalische Flair) hatte man in der Kuppel ein Beduinenzelt aufgebaut, in dem die Märchen erzählt wurden und Bauchtanz vorgeführt wurde.

Auf dem Plan standen gestern die Geschichten von den sieben Frauen des Melik Schah. Im Programm liest sich das so: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte im Orient ein alter Märchenerzähler namens Hagg Omar El Bekaai. Er war in seiner Jugend zur See gefahren und hatte allerlei seltsame Geschichten gesammelt, die man nur von ihm allein zu hören bekam. Und jetzt werden sie in den Kaffeehäusern der Stadt Damaskus erzählt. Helga Werner überreicht aus dem reichen Schatz des Omars komische und erotische Geschichten von Schatzhäusern, Königstöchtern, ehrlichen Bauern, von Mäusen, Geistern und Mistkäfern.

Es waren zwei Geschichtenerzähler. Frau Werner, die im Programm stand und Stephan Reher. Beide haben das toll gemacht, ausdrucksstark, gestenreich, lebendig. Mit verstellten Stimmen teilweise und mit Herz für die Geschichten. Auch der Bauchtanz war nett anzusehen, auch wenn mir persönlich ein Tanz gereicht hätte. Spätestens beim dritten Mal war mir dann eher langweilig. ;) Aber das sah der Rest des Publikums vielleicht anders.

Was die Geschichten angeht – es gab eine Einführung zur orientalischen Märchentradition, zu dem Geschichtenzyklus und Melik Schah und seinen sieben Frauen. Es soll den Sultan tatsächlich gegeben haben. Er soll, weil sein Vater mit all seiner Macht und seinem Reichtum ein unglückliches Leben geführt hat, beschlossen haben, sein Glück in Abwechslung zu suchen. Also ließ er in sieben Gegenden seines Reiches sieben Paläste bauen, in denen seine sieben Frauen lebten. Sieben Frauen, verschieden in Art und Farbe, aber jede die schönste ihrer Art.

Wir haben vier Märchen gehört, wenn ich jetzt nicht was vergessen habe. Märchen, die die Frauen ihrem Sultan erzählten oder von seinen Freunden. Ich kann die Titel nicht vollständig wiedergeben, sondern nur das, wie ich sie nennen würde. Ob die Prinzen nun Ahmed oder Ohani oder wie auch immer heißen, ist ja auch nicht ganz so wichtig…

- die Geschichte vom Prinzen und den drei schönen Frauen
- die Geschichte vom Bauernsohn, der die Sprache der Vögel verstand
- der blinde Maler
- die Geschichte vom Bettler, der Maus, dem Mistkäfer und dem Schlaf

Es war spannend, lustig und ja, auch ein bisschen erotisch, auch wenn ich nicht wüsste, ob die Altersbeschränkung ab 14 wirklich nötig war. Alles harmlos. ;)

Ein schöner Abend. Hat sich gelohnt. :) Wenn ich was mit Hörbüchern anfangen könnte, hätte sich vielleicht auch die CD dazu gelohnt.

Stimmung:
märchenhaft
rabensturm: (feder)
Der nächste Tag war wieder ein Fahrtag, der uns zurück in den Süden brachte, bis zum Loch Ness. Da wir uns schon denken konnten, dass wir dazu eine Weile brauchen würden – nicht zu vergessen, braucht die Fährfahrt ja auch ihre Zeit – so dass wir uns von der Touri-Info Kirkwall eine Unterkunft bei Drumnadrochit buchen lassen. Eine sehr gute Idee, angesichts der Zeit – und auch angesichts des Ergebnisses. Wir sind bei Andre untergekommen im Creag Mhor B&B, das mit seiner Werbung nicht untertreibt: ....overlooking beautiful Loch Meiklie. Once seen, never forgotten! Are you looking for a romantic and secret hideaway far from the beaten track ?? Do you want peace and quiet and want to get away from it all ??

Das schönste und luxuriöseste B&B der ganzen Reise, mit wunderbarem Ausblick auf Loch Meikle. Aber mit Sicherheit auch das versteckteste B&B, oben am Berg, am Ende einer unbefestigten Straße über Schmodder und Schotter. Und der Wegweiser unten an der Straße fehlte auch, so dass wir weit vorbeigefahren sind. Zum Glück war da eine sehr freundliche Dame, die, als wir nach dem Weg fragten, für uns anrief und Andre an den Abzweig bestellte, so dass wir ihm hoch zum Haus folgen konnten. Wir waren nicht blind! Das Schild war weg – wir konnten es nicht sehen, weil der Schildbesitzer es zum malen mitgenommen hat!

Andre hat uns herzlich aufgenommen, nützliche Informationen mitgegeben – und ganz nebenbei waren Haus und Zimmer (und Frühstück) einfach fantastisch. Sehr empfehlenswert, wenn man in der Nähe von Loch Ness übernachten möchte.

Drumnadrochit, der Ort in der Nähe, ist das Zentrum des Nessie-Tourismus am Loch Ness. Es gibt unzählige Läden, Bootstouranbieter, Souvenirshops, Restaurants und nicht zu vergessen zwei Nessie-Besucherzentren mit mehr oder weniger wissenschaftlichen Anspruch. Wir waren natürlich drin, aber erst am nächsten Morgen. Am Abend dieses Fahrtages haben wir nur ein bisschen geguckt, was gegessen – und dann die Annehmlichkeiten unserer noblen Unterkunft genossen. :)

Stimmung:
verregnet
rabensturm: (Wächter)
Wir sind wieder da. Reise war sehr schön, wir haben viel gesehen und natürlich viele Fotos gemacht. Wir sind 2660 km gefahren und haben reißende Flüsse und Seen durchquert. Wetter hätte besser sein können, aber das ist hauptsächlich bei den Fotos schade, die jetzt alle recht trübsinnig wirken. Aber wir hatten auch Sonnenschein, als es wirklich nötig war, so daß wir uns nicht unnötig beklagen wollen.;)

Und jetzt die versprochenen Erkenntnisse:

Gute Idee:
- Taschenlampe mitnehmen!
- die großen Highlights morgens sofort bei Toresöffnung besichtigen
- einen Explorerpass kaufen (der hat uns über 90 Pfund gespart)
- abends das Auto umparken, so daß man abfahrtsbereit mit der Nase zum Verkehr steht

schlechte Idee:
- Queenswell (in den Grampians) bei Schlechtwetter erwandern zu wollen
- zum Arthurs Seat zu früh abzubiegen und anstatt Weg einen Kletterpfadhang zu erwischen

ganz schlechte Idee:
- bei Regen in die Borders und zum Hadrianswall zu wollen

Stimmung:
wieder da
rabensturm: (wirbel)
Typisches lettisches bzw. Rigaer Getränk ist übrigens nicht Wodka, wie man meinen könnte, sondern Rīgas Melnais balzams, der Rigaer schwarze Balsam. Das ist ein Kräuterlikör, dem auch heilsame Wirkungen nachgesagt werden. Wir haben ein Gläslein bekommen, weil es mit dem Essen so lange dauert – so haben wir zumindest für diesen gesunden… Genuss nichts bezahlen müssen. Meins ist es nicht, viel zu bitter für meinen Geschmack. Aber eben furchtbar gesund. ;) Im Cocktail soll es ganz gut geschmeckt haben, ich kann es mir auch im Tee oder Kaffee vorstellen oder im Winter mit heißem Johannisbeersaft. Alles besser als pur. *g*

Wodka hätte man aber natürlich auch haben können. Im Hotel stand der neben dem Sekt am Frühstücksbuffet. Na, dann, Post! ;)


Stimmung:
alkoholisch
rabensturm: (wirbel)
Mal das Rezeptbüchlein rausgekramt:

Teisennau Reis ar y Radell



Eine durchaus leckere Alternative zu Quarkkeulchen, mit Apfelmus sicher noch leckerer. :)

4 oz. pudding rice
4 ot. flour
1 teaspoon baking powder
Pinch of salt
3 oz. sugar
1/2 oz. butter, softened
1 small egg, beaten
Milk

Boil the rice in unsalted water until cooked and then drain VERY thoroughly. Sift the flour, baking powder an salt together into bowl, then rub in the butter until the mix resembles breadcrumbs. Stir in the sugar and the rice, then add the egg and sufficient milk to make a soft dough that will drop easily off a tablespoon. Heat a buttered griddle or heavy based frying pan then drop on tablespoons of the mixtures and cook for 5 minutes, turning once, until golden. Serve warm, plain or with butter.


Stimmung:
lecker
rabensturm: (drei)
Der nette nur etwas schwerhörige Gastgeber hat uns am Morgen mit einem echt walisischen Frühstück bekocht. Und da ich mir ja wieder ein Rezeptbüchlein mitgebracht habe, kann ich das auch weitergeben:

Welsh Rarebit

Perhaps the best known of all Welsh recipes. Welsh Rarebit is the quintessential savoury dish for high tea or light repast.

4 slices of bread
1 oz. Butter, softened
1 level teaspoon made English mustard
¼ level teaspoon salt
a shake of Cayenne pepper
¼ teaspoon Worcestershire sauce
6 oz. Cheddar cheese, grated
2 tablespoons milk or beer


In a bowl, cream the butter well and stir the mustard, salt Cayenne pepper, Worcestershire sauce, cheese and milk or beer. Toast the slices of bread on one side only, spread the mixture on the un-toasted side and brown under a hot grill. Serve hot. A Buck Rarebit is the same as above but served with a poached egg on top.


Man könnte es auch überbackenen Käsetoast nennen. ;) Lecker war es jedenfalls, auch ohne zu wissen, was genau drin ist. Ich hätte ja vermutet, dass auch Ei in der Mischung war… aber wer weiß, vielleicht gibt’s ja noch lokale Varianten. ;) Lecker war’s und mal was anderes, als das klassische englische oder walisische Frühstück.


Stimmung:
lecker
rabensturm: (drei)
Ich bin immer noch bei der Übersichtsarbeit, bevor es an Detailbeschreibungen geht. ;)

Hier also schon mal Linien auf einer Karte, falls jemand sich was daraus nehmen kann:



Wir sind gegen den Uhrzeigersinn gereist, mal wieder entgegen der Richtung, die im Reiseführer steht. Wir hatten unsere must-see-Ziele vorher abgeklärt und festgelegt und waren dank Silph ausgezeichnet vorbereitet, was stehende Steine/Dolmen/Gräber irgendwo in der Pampa angeht. ;) Reisen mit dem eigenen Steinreiseführer sozusagen.

Der Rest der Strecke hat sich dann unterwegs ergeben, wo man entlang kommt, wo man anhält, wie weit man kommt und wo man übernachtet. Wir haben nur zweimal länger Station gemacht, daß heißt, zwei Nächte im selben B&B verbracht, sonst waren wir jede Nacht wo anders. Hat alles sehr gut geklappt, auch dank der Touristen-Informationen, die die Buchung oft für uns übernommen haben. Die zwei Pfund war das uns durchaus wert, manche B&Bs hätten wir anders auch gar nicht gefunden.

Wir waren in Wales mit diesem Reiseführer unterwegs, der durchaus auch informativ und hilfreich war. Mit der Übersichtlichkeit hatten wir zuerst allerdings ganz schön zu kämpfen (auch weil man die langen komplizierten Ortsnamen gerne mal sofort nach dem Lesen wieder vergißt) - und wir haben Informationen zu Parkplätzen schmerzlich vermißt. Gut war hingegen die Angabe der walisischen Aussprache zu den meisten der angegebenen Orte. Man kann den Reiseführer also durchaus empfehlen - muß aber auch zugeben, daß man nicht wirklich eine andere Wahl hat. Es gibt einfach keinen anderen (deutschsprachigen) Reiseführer. Und auch die englischen sind nicht wirklich reichlicher. *händeheb* Gut, daß wir uns noch selber um Karten und Informationen gekümmert haben. Der Dank gilt Silph für die Kartenzusammenstellung. ;)


Stimmung:
aufarbeitend

Merseburg

28 Sep 2009 08:19 pm
rabensturm: (wirbel)
Seltsame Hobbys führen einen manchmal an Orte, die man sonst nie besuchen würde. Und manchmal fragt man sich danach „Wieso eigentlich nicht?“ weil man auf ein unverhofftes Schmuckstück gestoßen ist.

Jetzt am Wochenende also Merseburg. Ich war da schon mal – aber das war nur ein kurzer Zwischenstopp und zählt nicht so wirklich. Jetzt also richtig und mit allem, was man an Museen und Führungen so kriegen konnte.



Merseburg ist eine bedeutende Stadt für die Geschichte Mitteldeutschlands – und für Deutschland überhaupt. Bereits 919 wurde Merseburg von König Heinrich I. zur Pfalz ausgebaut. Sein Sohn Otto I. – der spätere deutsche Kaiser – ließ nach den Ereignissen der Schlacht auf dem Lechfeld 955 in Merseburg ein Bistum errichten. Das hatte er bei der Schlacht nämlich gelobt, wenn Gott ihm dafür den Sieg schenken würde. Das Bistum wurde bald wieder aufgelöst und 1004 durch Heinrich II. (einem Urenkel von Heinrich I.) wieder begründet. – Damit ist Merseburg seit über 1000 Jahren Bistum und spielte eine bedeutende Rolle in Handel und Wandel. Es gehörte nämlich auch so ein kleiner Markt namens Leipzig zu seinen Besitzungen… Im 15. Jahrhundert trat Merseburg der Hanse bei. Und gleichfalls im 15. Jahrhundert ließ Bischof Thilo von Trotha die Schlossanlage ausbauen. Aber zu Freund Thilo kommen wir später noch mal.

Besondere historische Bedeutung kommt den berühmten Merseburger Zaubersprüche zu. Die beiden heidnischen Zauberformeln sind die einzigen erhaltenen ihrer Art. Zwar gibt es auch später Heil- und Segenssprüche, aber die haben alle christlichen Bezug. Und bei den Merseburger Zaubersprüchen geht es tatsächlich um Wotan, Baldur und andere germanische Gottheiten. Die Sprüche wurden im 19. Jahrhundert in einer theologischen Handschrift in der Bibliothek des Merseburger Domkapitels entdeckt – und später auch durch die Gebrüder Grimm allgemein bekannt gemacht. Ansehen darf man sich die Sprüche leider nicht – nur als Faksimile im Museum. Oder es fällt uns mal ein angemessen wissenschaftlicher Grund ein, sie im Original ansehen zu dürfen. *g*

Wir waren bei der Stadtführung und haben allerlei Interessantes erfahren. Und wir waren im Dom und im Museum und haben da auch noch Führungen mitgenommen.

Der Dom und mehr... )


Stimmung:
gelehrt
rabensturm: (Default)
Es müssen ja nicht immer Tipps irgendwo sonst sein, man kann auch in der heimat noch nette Entdeckungen machen – oder einfach mal Empfehlungen festhalten. Und da wären nach dem Marathonwochenende:

Die Spielekneipe - Triangel
Ich erinnere mich immer gerne an die Spiel-Schiff-Touren an feiertagen, wo man mitsamst dem riesigen Spieleangebot Dampfer fahren kann. Die Kneipe selbst ist auch lohnend. Essen lecker, Ambiente lauschig und natürlich ein reichliches Spieleangebot. Nein, wir haben zum Junggesellinnenabend keine unanständigen Spiele gespielt. ;)

Die Drogenmühle Heidenau
Hat nix mit verboteten Substanzen zu tun sondern mit ehemaliger Arzeneiherstellung. Tees, Pillen, Salben und so weiter. Es gab da einen durchaus informativen, aber angesichts des dampfenden Buffets doch längeren Vortrag drüber. Jedenfalls fand dort die Feier statt:



Schönes altes Gebäude mit weinumrankten Innenhof. Großer, aber gemütlicher Festsaal, leckeres Essen und eine sehr hilfsbereite und nette Mannschaft, die auch bei ausgefalleneren Wünschen gerne weiterhilft. Ja, wir haben die Braut entführt und uns als Räuberbande eine schöne, wenn auch erfolglose Schlacht mit dem rettenden Bräutigam geliefert. *g* Passende Location gabs girekt hinterm Mühlgraben.


Stimmung:
gut
rabensturm: (Default)


Unsere ganzen Reisemitbringsel. *g* Was sich halt so ansammelt in der Zeit…

Die Reise war toll. :) Ich glaube, dass es uns gefallen hat, ist schon in den Einzelberichten durchgekommen. *g* Wir haben wirklich viel gesehen und es war nie langweilig. Ich mag es, durch die Lande zu reisen und jede Nacht woanders zu übernachten (zumindest, wenn man problemlos ein B&B findet). Man sollte sich also wohl vormerken, dass es im Umkreis großer Städte schwer wird, was Geeignetes zu finden und da man lieber vorplant. Touristinformationen sind gerne hilfreich – aber haben auch gern schon 17 Uhr geschlossen…

Ich bin gerne auf den Spuren von Sagen und Legenden unterwegs, begucke mir auch gerne noch den 20. Steinkreis oder weitere Dutzend arturische Sehenswürdigkeiten. *g* Das ist ja auch gerade das faszinierende an Cornwall, dass es wirklich massenhaft Steinkreise und Steine gibt. Wußten wir ja theorethisch vorher, aber dann einfach so drüber zu stolpern… Das ist schon noch mal was anderes. Ich glaube, Men-an-Tôl war mein Lieblingssteinkreis…



auch wenn es noch sehr viel mehr wunderschöne Ecken gegeben hat…



Beim Fahren gibt es allerdings nicht wirklich viel von der Landschaft zu sehen – was dann doch etwas ernüchtert – weil die immer viel zu engen Straßen von übermannshohen Hecken gesäumt sind. Man fährt wie in der Bobbahn und bekommt nicht wirklich was zu sehen. Man muß schon laufen, um was zu sehen und als großartiger Wanderweg würde sich da sicher der Küstenwanderweg
anbieten. Wenn man mal viel Zeit hat. ;)

Was die anderen Sehenswürdigkeiten angeht:

Cornwall ist Gartenland. Man kann wunderbare Gartenanlagen besichtigen und quasi seinen ganzen Urlaub damit verbringen. Oft kann man da auch gleich noch ein Schloss dazu besichtigen (oder den Garten mit dem Schloss). Freilich ist das kein ganz preiswertes Vergnügen. Die meisten Schlösser und Burgen (und Stonehenge) sind entweder durch English Heritage oder National Trust verwaltet. Ersteres ist dabei eher staatliche Schlösserverwaltung, letztere eher eine private Vereinigung. Uns war trotzdem English Heritage sympathischer – die waren nicht ganz so gierig und auch nicht ganz so…exzessiv werbend… Man kann von beiden einen Ferienpass kaufen und damit Eintritt sparen – hat uns allerdings nix genützt, weil wir mal von den einen, mal von den anderen was besichtigen wollten, so dass sich das für uns nicht gelohnt hätte. Die Luftbilder, die ich in den Reiseberichten hab, sind übrigens auch bei English Heritage gekl…gefunden. ;)

Und sonst…?

Ich hab mich diesmal nicht durch die Biersorten gekostet, sondern mich eher an den Cider gehalten. Apfelwein, auch sehr lecker. *Mjam* Auch mit den immer äußerst leckeren englischen Desserts haben wir uns eher zurückgehalten, wir waren meistens vorher schon satt.

Erwähnenswert als Restaurant-Tipp wäre in dem Zusammenhang übrigens das „Admiral Benbow“ in Penzance. Wir hatten leider keine Kamera dabei, das wäre in dem Ramschladen der Fundgrube sicherlich sehr sehenswert gewesen. Altes Haus mit schiefen Wänden, Böden und Decken und vollgestopft mit Marinekram. Netze, Schiffe, Figuren, Flaschen… toll! Das Essen war auch sehr lecker (Catch of the day) – und wenn man will, ist die Kneipe auch literarisch bedeutsam. „Die Schatzinsel“ beginnt im Admiral Benbow, auch wenn ich noch nicht ganz überzeugt bin, dass das in Penzance hätte sein sollen. ;) Jedenfalls empfehlenswert. :)

Ansonsten mein Dank an Silph als Reisebegleitung, mit dem passenden Interessen und Motivationen. Und natürlich für das unermüdliche Mitscrabblen. *drück*

Hab ich sonst irgendwas erwähnenswertes vergessen?


Stimmung:
schwärmend
rabensturm: (Default)
Es gibt in Dresden eine ganze Reihe Friedhöfe - der Eliasfriedhof ist dahingehend eine Besonderheit, weil hier seit 1876 keine Beisetzungen mehr stattgefunden haben. Er ist quasi seit der Zeit nicht mehr genutzt und auch im damaligen Bauzustand erhalten, sofern man vom nagenden Zahn der Zeit absieht. Es gibt also Grabmale aus Barock, Rokoko, Klassizismus, Romantik und Biedermeier in friedlicher Eintracht nebeneinander. Berühmte Künstler, wie beispielsweise Caspar David Friedrich haben die Entwürfe für die Grabsteine geschaffen, die von gleichfalls bekannten Bildhauern umgesetzt wurden. Seit 1927 ist der Freidhof für die Öffentlichkeit gesperrt - und seitdem wuchert der Efeu vor sich hin, wachsen Bäume zwischen den Gräbern und sprengen schon mal Grabsteine. Sehr romantisch...



Ursprünglich war der Eliasfriedhof ein Pest- und Armenfriedhof. Erst mit dem Bau der Frauenkirche wurde der Platz umgestaltet und aufgewertet, so dass er sich immer mehr zum Friedhof der Adligen und der Oberschicht entwickelte. Es wurden Grufthäuser angelegt - und eine dieser Familiengruften zu besitzen, gehörte zum guten Ton. "Man muß ein Stadthaus haben, einen Weinberg und eine Gruft auf dem Eliasfriedhof, um dazuzugehören!"

Die Grufthäuser sind heute nur noch zum Teil erhalten. Zwar wurde die Baumasse gesichert und ein neues Dach errichtet, die ganzen Verzierungen und Ausschmückungen sind aber verloren und konnten (noch?) nicht restauriert werden. Man kann aber hier und da einen Blick in die düsteren Tiefen werfen (Loch genug, um mehrere Särge übereinander zu bestatten), und auch hier und da ein besonders schönes Gitter oder ein paar Inschriften bestaunen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es nur noch die Mauer und Andeutungen von Bögen, die damals wohl als Schwibbogen-Gräber bezeichnet wurden. Hab ich ja noch nie gehört den Ausdruck...

Bei den freistehenden Gräbern ist vieles überwachsen und unleserlich. Auch wurde im Laufe der Zeit viel durch "böse Buben" zerstört - es gibt beispielsweise kaum noch Engelfiguren, die noch ihre Köpfe haben. Zu entdecken gibt es trotzdem viel. Einerseits die verschiedenen Baustile der Grabmale, andererseits die mehr oder weniger berühmten Verstorbenen. Und auch einfach nur Details. Sternenkränze, Federn, Schmetterlinge... alles Zeichen der Vergängnis. Religiose Bezüge, Symbolisches oder auch Hinweise auf das Leben und Wirken der Verstorbenen.



Der Eliasfriedhof liegt wirklich zentral mitten in der Innenstadt. Direkt an der Elbe, direkt an der Albertbrücke am Günzplatz (und er beherbergt ja auch die letzte Ruhestätte des Wohltäters Günz, über dessen Wirken wir auch etwas gelernt haben). Wirklich bemerkenswert, dass dieser Platz die Bomben des Krieges so unbeschadet überstanden hat und auch die folgenden Jahre. Ein bisschen was wurde für den Ausbau der Straßen geopfert, aber sonst... Man könnte meinen die Zeit ist stehengeblieben...

Man kann den Friedhof nur im Rahmen geführter Touren des Fördervereins besichtigen. Man hat da aber genug Zeit, über den Friedhof zu stromern und muß nicht immer an den Hacken und Lippen der Führer hängen. Ich wurde bei der Führung gar zur Besenverantwortlichen erklärt und durfte daher interessante Grabsteine abkehren, damit man was lesen konnte. *g* Sehr spaßig. Zwei gute Stunden waren wir unterwegs - und das ist wirklich empfehlenswert, wenn man für alten Kram Interesse hat. :)



Fotos gibt's diesmal nur schwarz-weiß. Nicht, weil ich unter die düsterschwarzen Romantiker gegangen bin, sondern weil (wie man vielleicht an den letzten Bildern gemerkt hat) meine Kamera einen leichten Rosastich hat. Die fehlerhafte Einstellung ist jetzt hoffentlich behoben - aber die Friedhofbilder macht das nicht wirklich besser. Schade. Es war so schönes Wetter, so schönes Efeugrün und so bezaubernd zwischen den Gräbern blühender Flieder.

Stimmung:
romantisch

Rezept:

30 Apr 2008 10:33 pm
rabensturm: (wirbel)
Auf Wunsch einer einzelnen Dame und als Erinnerung an Schottland.

Butterscotch Shortbread

4 oz Butter, softened
2 oz soft dark brown sugar
5 drops vanilla essence
5 oz flour
1 oz ground almonds
Caster sugar for sprinkling

Set oven to 300° F or Mark 2. Well grease a baking tray. In a bowl, cream the butter with 1 oz of the sugar. Add the vanilla essence and continiue creaming. Gradually work in the flour an the ground almonds. Mix in the remaining sugar. Turn out on an floured surface and knead well. Press out or roll into a round about ½ inch thick and place on the baking tray. Prick all over with a fork and sprinkle with caster sugar. Bake for 35 to 40 minutes until dark golden brown. Tranfer to a wire rack to cool and cut into triangles.


Ich hab die selber noch nicht ausprobiert, aber lecker klingt es. Ich hab auch noch drei andere Shortbread-Rezepte: Caramel Shortbread, Almond Ginger Shortbread und Ayrshire Shortbread. Und sicher findet Google noch eine ganze Menge mehr und auch auf deutsch. Zum übersetzen war ich jetzt nämlich zu faul. Auch zum Umrechnen. ;) Aber damit das jeder selber machen kann noch die Vergleichswerte:

1 oz = just under 30 grams
4 oz = app. 115 grams

300° F = 140° C



Stimmung:
neugierig
rabensturm: (Default)

Ich möchte mich nach der kurzen Rundreise sicher nicht als Irlandexperte bezeichnen, aber ein paar Links hab ich doch noch. Für die allgemeinen Highlights ziehe man einen Reiseführer zu Rate. ;)

  • http://www.slanefarm.ie – Das tolle Hostel im Norden von Dublin in der Region des Flusses Boyne, wunderbare Zimmer, sympathische Einrichtung, große Küche und überhaupt empfehlenswert
  • Greenwood Hostel, Kenmare (Mail: greenwoodhostel@eircom.net) – mitten im Wald gelegenes, liebevoll eingerichtetes Hostel. Kaminzimmer, Küche, Spielevorrat, Zimmer mit Aussicht lassen keine Wünsche mehr offen. Wird von Deutschen betrieben


    Stimmung:
informierend
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