rabensturm: (Wächter)
Ich besuche bekanntlich gerne Friedhöfe, weil ich die Stimmung mag und auch die Geschichten, die sich aus den Grabsteinen lesen lassen. Natürlich sind das oft traurige Geschichten, aber durch den Abstand, den ich dazu haben kann, macht es mich nicht traurig. Es sind dann eher Geschichten, an denen man Anteil nehmen kann, die aber nicht wehtun. Dazu sind Friedhöfe meist schön gestaltet, parkähnlich grün, auch dafür lohnt sich meistens ein Besuch.

Den Nordfriedhof in Dresden wollten wir schon einmal besuchen. Da sind wir aber am russischen Soldatenfriedhof hängengeblieben und hatten dann keine Lust, weiterzusuchen. Jetzt, am Ende des Urlaubs, bei schönstem Frühlingswetter sind wir auf die Idee noch mal zurückgekommen.

Der Nordfriedhof liegt in der Dresdner Heide und wurde 1901 als Garnisonsfriedhof eingeweiht. Ringsum war ein militärisches Stadtviertel entstanden, noch heute befindet sich unweit die Offiziersschule des Heeres. Heute werden dort nicht nur Soldaten bestattet, es ist ein ganz normaler öffentlicher Friedhof. Die Geschichte ist aber sehr deutlich militärisch geprägt.



Und puh… die Kriegsgräber sind dann schon was anderes. So viele junge Männer, die sinnlos in den Krieg gezogen sind oder geschickt wurden. All das Grauen des 1. Weltkrieges – und trotzdem so viel Kriegsverherrlichung und Pathos. Dann der 2. Weltkrieg und noch viele Gräber mehr. Dabei auch die vielen Leute, die nicht in den Krieg gezogen sind. Die zivilen Opfer, die Kriegsgefangenen. Die jungen Männer, die desertiert sind oder sich selbst verletzt haben, um wehruntauglich zu sein.



Über 100 von den “Fahnenflüchtigen und Wehrkraftzersetzern“ sind hier bestattet, nachdem sie hingerichtet wurden oder sich selbst getötet haben…

Und die vielen jungen Frauen mit Babys und Kleinkindern, die noch Wochen und Monate nach Kriegsende starben. Die Kriegsgefangene waren und zu krank und zu geschwächt, um nach Hause zurückkehren zu können. Um überleben zu können…

Das ist schon was anderes als die übliche Friedhofsromantik. Um so wichtiger vielleicht, dass man auch auf solche Friedhöfe geht und solche Geschichten auf Grabsteinen nachliest…

Stimmung:
rabensturm: (wald)
Für den Rückweg von der Ostsee hatten wir uns noch was Sehenswertes ausgeguckt: ein Flyer im Forstamt Pudagla hat uns auf die tausendjährigen Ivenacker Eichen hingewiesen. Und da wir alte Bäume genau so gerne begucken wie alte Steine, klang das nach einem idealen Ziel.

Ivenack ist ein Dörfchen bei Stavenhagen, nördlich von Neubrandenburg. Es gab hier mal ein Zisterzienserinnenkloster, ab 1710 wurde das Gelände eingezäunt und diente als Wildgarten. Die Eichen sind schon älter. Durch Weidewirtschaft mit Huteschweinen wurde das Gelände um die Bäume frei gehalten, so dass sich prächtige Solitärbäume entwickeln konnten.



Es sind Stieleichen, nicht mehr sieben wie in der Legende, aber fünf oder sechs haben wir zumindest gesehen. Die Bäume sind wohl auch nicht wirklich tausend Jahre alt – das lässt sich aber schwer eindeutig bestimmen. Zum einen müsste man die Baumringe zählen, was sie bei lebenden Bäumen schlecht machen lässt, zum anderen sind die Bäume auch innen alle hohl, so dass gar nicht alle Baumringe mehr da sind. Auf jeden Fall sind sie mächtig und groß und sehr beeindruckend.



Auch heute ist da Gelände umzäunt und dient als Tierpark. Es soll noch immer Dammwild dort herumstreifen und das Gelände frei halten – wir haben aber keins gesehen. Ein Schwein haben wir zumindest zu Gesicht bekommen, das sich aber in einem Gehege befand.

Man kann um die Eichen herum bestimmt schön ganze Ausflugstage verbringen. Der Wald am See ist sehr malerisch. Es gibt einen barocken Pavillon mit kleinem Café, die Tiere, die Eichen und einen Baumwipfelpfad.



Im März war das leider noch geschlossen – dafür hatten wir den Park aber auch fast für uns alleine.

Tja… und dann ging‘s nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin wieder zurück nach Hause. Immerhin noch nicht gleich zurück in den Alltag, weil wir uns für das Wochenende noch für einen Swingtanz-Workshop angemeldet hatten. Das war spaßig und lehrreich, aber auch anstrengend. Aber spaßig, sowas können wir mal wieder machen. :)

Stimmung:
im Wald
rabensturm: (Default)
Am Mittwoch hatte Silph Geburtstag, durfte also Bestimmer sein, was unsere Tagesplanung angeht. :) Sie wollte gern ins Experimentier-Museum und zum Glow Golf – und nach Peenemünde hatten wir ja sowieso gewollt, weil uns dieses Ende von Usedom noch fehlte.

Peenemünde ist bekanntlich eine Stätte der Raketenentwicklung. Hier befand sich ab 1936 die Heeresversuchsanstalt, in der Wernher von Braun mit seinen Kollegen an der V2-Rakete arbeiteten. Das waren aber nicht die einzigen Waffen und Raketen, die hier gebaut und entwickelt wurden. Um die Arbeitskräfte sicherzustellen, wurde ab 1943 in der Nähe ein Arbeitslager eingerichtet, eine Außenstelle des KZ Ravensbrück. Nach dem 2. Weltkrieg war Peenemünde Marinestützpunkt; erst der Roten Armee, später der Volksarmee. Bis 1990 war die Gegend um den Ort militärisches Sperrgebiet.

Ja, alles nicht so recht einladend… Schon auf dem Weg nach Peenemünde führte die Straße durch Wälder, in denen immer noch militärische Schilder den Zugang verbieten – aus Sicherheitsgründen, weil da noch werweißwas im Boden ist. Peenemüde selbst ist vor allem… leer. Eine große leere Fläche vor dem Hafen, daneben das große ehemalige Wärmekraftwerk, in dem sich jetzt das historisch-technische Museum befindet. Es gibt noch ein paar Hallen und Flachbauten, den Hafen mit Touristeninfrastruktur und dem U-Boot und dann weiter nach außen auch Wohnhäuser. Mag sein, dass der Eindruck im Sommer mit mehr Trubel ein anderer ist – wir fanden die Stimmung eher gespenstisch. Der Ort, die Geschichte, der freie Raum, in dem all das nachzuhallen scheint… wie kann man da wohnen wollen in normalen Häusern?



Wir wollten nicht ins historisch-technische Museum, auch nicht in das U-Boot U-461 der Baltischen Flotte, das man besichtigen kann.

Wir wollten in die Phänomenta, die „interaktive Ausstellung zum Mitmachen und Ausprobieren, die dem Besucher Alltagsphänomene der Physik spielerisch nahebringt“. Bei Mitmachmuseen sind wir doch immer gern dabei. :)



Es gab viel zum Mitmachen. Experimente zu Schall und Optik, zu Hebelgesetzen, Schwingungen, Magnetismus und vieles mehr. Ich habe einen Trabbi angehoben, wir haben Seifenblasen gemacht und viele, viele Dinge angefasst. Das war sehr spaßig und lohnend und tatsächlich genug zu sehen und zu tun. Beim ersten Blick auf die erste eher spartanisch wirkenden Halle war ich ja schon ein bisschen enttäuscht, dass das alles sein sollte. Nein, die Ausstellung ging über mehrere Etagen und Räume, da gab es reichlich Dinge zu erforschen.

Für einen Mittwoch außerhalb der Saison, außerhalb der Ferien, war die Ausstellung gar nicht mal so schlecht besucht, in den Ferien ist hier sicher voller Betrieb. Die Ausstellung ist aber auch ein lohnendes Ziel für Kinder, Forscher und Entdecker – da war es uns nur recht, dass nicht so viel los war und wir ohne Wartezeiten alles ausprobieren konnten. Nur der Imbiss war ein bisschen karg, da schien die Zeit auch noch in den 90igern stehengeblieben zu sein…

Nach der Ausstellung sind wir zum Hafen getappt, haben aufs Wasser geschaut und auf das doch recht rostige U-Boot. Wir waren aber nicht drin, das Geburtstagskind wollte lieber Glow Golf spielen. Minigolf in Schwarzlicht. Das war nett, aber zu zweit auch ein bisschen unspektakulär, zumal das letzte Loch kein wirkliches Loch war, so dass das Erlebnis arg abrupt und unbefriedigend endete. Hier waren wir ganz allein unterwegs, was fürs Spielen natürlich praktisch war, weil wir nirgends warten mussten. Es passte aber auch zu dem Eindruck von Geisterstadt, der über dem Ort lag. Wie gesagt, das mag im Sommer anders sein, für mich fühlte sich das aber so an.

Wir haben uns dann nicht länger in Peenemünde aufgehalten. Wir sind zurückgefahren und haben den Geburtstag noch feierlich mit leckerer Torte begangen. :)

Stimmung:
creepy
rabensturm: (wald)
Wir hatten ein Heftchen mit Sehenswürdigkeiten von Usedom aufgetan und natürlich auch die Landkarte studiert. Für den Dienstag hatte wir ein paar kleine Dinge ausgesucht, die sich doch sicher gut verbinden ließen.

Der erste Weg führte uns zum Sieben-Seen-Aussichtspunkt bei Bansin.



Auf einem Hügelchen befindet sich hier ein hölzerner Aussichtsturm mit schönem Rundumblick. Um so schöner, dass das der einzige Tag der Woche mit richtig gutem Wetter und guter Sicht war. :)



Wir haben nach einer Weile auch gemerkt, dass es oben auch eine Beschriftung gab, um sich in der Landschaft zu orientieren. Passt gut zu uns, die wir schon mal in der Oper erst nach der Pause bemerkt haben, dass es auch Obertitel gibt. ;)

Nächster Stopp: der Gesteinsgarten bei Pudagla.



Der Gesteinsgarten gehört zum lokalen Forstamt und erklärt sehr anschaulich die Geologie der Insel und die „Wanderung“ der Steine mit der Eiszeit. Sie haben ihren Garten nach der Herkunft der Steine sortiert, man kann also dänisch-, schwedisch, norwegischstämmige Steine besichtigen. Da es ein Garten ist, haben wir uns über lokal gewachsene, biologisch angebaute Gesteine amüsiert. ;) Wir hatten viel Spaß damit.

Aber auch sonst ist das Forstamt hübsch. Es gibt neben dem Gesteinsgarten noch eine kleine Ausstellung zum Wald und seinen Bewohnern. Wir hatten das alles für uns alleine. Und hübsch im Wald liegt es auch.

Nächstes Ziel: die Halbinsel Gnitz am Achterwasser.



Vom Örtchen Lütow sollte es einen Wanderweg rund um den Weißen Berg geben mit schönem Blick auf das Achterwasser. Wir haben vermutlich nicht den gedachten Einstieg gefunden – der Weg war aber sehr schön. Schöner Blick auf das Achterwasser – schönes Wetter! – abwechslungsreicher Wanderweg hinauf auf die Klippen und weiter durch den Wald und ringsum schöne Natur mit einigen tierischen Begegnungen. Überall trompeteten die Gänse ihre Besitzansprüche und auch die anderen Vögel waren voller Frühlingsgefühle.



Zwischendrin hatten wir an einem Naturcampingplatz mal kurz Sorge, den Weg verloren zu haben, aber wir sind dann doch wieder dort rausgekommen, wo wir hinwollten. Eine sehr schöne kleine Wanderung. :)

Da wir in Lütow, wo das Auto stand, einen Straßennamen „Am Hünengrab“ gesehen hatten, wollten wir auch noch nach ebenjenem Grab Ausschau halten. Prähistorische Steine ziehen uns doch immer an. ;) Eher zufällig haben wir das Hinweisschild gesehen und den richtigen Weg gefunden und damit auch das Großsteingrab Lütow-Neuendorf:



Sehr hübsch, sehr stimmungsvoll mit dem Baum und dem frischen Grün – und schönem Wetter. :)

Damit hatten wir nun wirklich viel gesehen für den Tag. Um das schöne Wetter zu nutzen, sind wir dann zum Sonnenuntergang noch mal zur Seebrücke spaziert. Ich hab die Füße ins Wasser gehalten und wir haben die Abendstimmung mit dem schönen vollen Mond genossen.



Hach, das Meer…

Stimmung:
idyll
rabensturm: (kompass)
Bei unseren letzten Besuchen haben wir die Kaiserbäder angeschaut – aber nur bis zur polnischen Grenze. Die Stadt Świnoujście – früher Swinemünde – haben wir nur mal vom Aussichtspunkt des Golms gesehen.

Jetzt wollten wir aber auch noch diese Seite von Usedom erkunden – zumal inzwischen ja auch die Usedomer Bäderbahn bis Świnoujście fährt und man sich nicht selbst bemühen muss.

Świnoujście war bis zum Zweiten Weltkrieg das drittgrößte deutsche Ostseebad und wurde auch regelmäßigen von Kaiser Wilhelm II besucht. Deshalb wird Świnoujście neben Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck manchmal auch als „das Vierte Kaiserbad“ bezeichnet. Die Städte sind über die längste Strandpromenade Europas verbunden, 12 Kilometer von Świnoujście bis Bansin – und insgesamt 40 Kilometer feinster Ostseestrand von der Swine bis nach Peenemünde.

Die Bahnfahrt war unspektakulär nachdem wir verstanden hatten, dass Winterfahrplan gilt – ich staune bei jedem Grenzübertritt in Europa, wie einfach das geht. Ich gucke immer ein bisschen beklommen auf alte Grenzanlagen und vor allem freue mich über die Verbundenheit und die offenen Wege. Danke, liebe EU!

Świnoujście ist verglichen mit den anderen Orten auf Usedom eine richtige, große Stadt. Es gibt Industrie und entsprechende Betriebsamkeit, aber auch zahlreiche Zeugen der Vergangenheit: Das sind nicht nur die hübschen Kaiserbadvillen. Die Stadt war im 19. Jahrhundert preußische Garnisonsstadt, in den Weltkriegen wichtiger Stützpunkt und auch die sowjetische Armee war bis 1990 hier stationiert. Ich finde, das merkt man schon noch, man meint, im Wald überall über Bunker stolpern zu können und alte Festungen gibt es auch noch.

Unser Weg führte zum Hafen, dort dann Richtung Meer. Dabei sind wir am alten Rathaus vorbeigekommen, der Engelsburg (Fort Anioła) und dem Fort Zachodni.



Bis wir das Meer erreichten, waren wir schon durchgestürmt, regengeduscht und sonnengetrocknet und ich war auch schon ganz schön fußlahm. Aber das Meer, das Meer…



Auch hier feiner weißer Ostseesand an einem sehr breiten Strand. Keine Ahnung, ob das an Gezeiten oder Wind lag, der Strand erschien und viel breiter und flacher als auf der deutschen Seite. Es ließ sich hier gut spazieren, das war hilfreich, weil es doch ein ganzes Stück war, bis wie die Promenade wieder erreichten. Dort schießen gerade Hoteltürme in die Höhe, die zeigen, wie sehr der Tourismus hier boomt. Hoffen wir mal, dass ein bisschen was von dem vielen Grün der Stadt erhalten bleibt…

Wir haben an der Promenade was gegessen und sind, weil es wieder geregnet hat, zurück zur Bahn gelaufen. Eigentlich wollten wir ein Stück am Strand oder der Promenade entlanglaufen – aber nicht bei Regen und schon gar nicht bei starkem Gegenwind. Der neue Plan sah vor, dass wir mit der Bahn bis Heringsdorf fahren, uns den Ort angucken und dann mit Blick auf die Windrichtung entweder nach Ahlbeck oder nach Bansin laufen.

Oder auch nicht. In Heringsdorf schüttete es, genau solange, bis wir durchweicht waren und entschieden, dass wir genug hatten und heim wollten. Dann folgte strahlender Sonnenschein, den wir aber nicht mehr so recht würdigen konnten. Danke, Wetter, reicht.

Stimmung:
nass
rabensturm: (wald)
Auch die Kirche von Koserow ist tagsüber meistens geschlossen, das haben wir schon gelernt. Da wir aber im Urlaub gerne mal einen Gottesdienst besuchen, haben wir uns nach den Zeiten erkundigt und uns am Sonntag einfach mit reingesetzt.



Mir Atheistenkind gibt ein Gottesdienst nichts aus religiöser Sicht – ich mag das aber trotzdem ganz gerne, eine Kirche „lebendig“ zu sehen. Die Menschen, die die Kirche mit Leben erfüllen und eben auch eine (regional und gegebenenfalls kulturell) andere Kirche. Doch das war nett. Es waren gar nicht mal so wenig Leute – und es gab eine Pfarrerin, die den Gottesdienst gehalten hat. Und weil sie auch noch Geburtstag hatte, haben alle auch ein Geburtstagsständchen gesungen.

Wir sind dann weiter zum Achterwasser spaziert, um uns auch dieses Wasser noch aus der Nähe anzuschauen. Stürmisches Achterwasser:



Wir sind auf dem Damm weiter Richtung Osten gelaufen, weiter im Wind und der offenen Landschaft. Wir haben Gänse und andere Vögel gesehen und meinen, es war auch ein Seeadler dabei. Kann uns keiner das Gegenteil beweisen und das wackelige Foto spricht auch nicht wirklich dagegen. *g*

Wir sind in Loddin wieder ins Inland abgebogen – bis Kölpinsee hatte es dann aber angefangen zu regnen. Wir haben uns daher am Bahnhof gefragt, ob wir eine halbe Stunde im Regen warten und mit der Bahn heimfahren oder uns ein Café suchen, Pause machen und dann an der Seeseite zurücklaufen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, eine verspätete Mittagspause gemacht und dann war das Wetter zum Glück wieder freundlicher. Wir konnten also Strand genießen, zum Klippenweg hochkraxeln und oben durch den Buchenweg zurücklaufen. Über den Streckelsberg zurück nach Koserow. :)



Das war sehr schön im vorfrühlingshaften Wald. Das Meer war sehr ruhig, der Blick weit. Ich mag das sehr an Usedom, dass man Wald und Meer zugleich haben kann.



Wir haben es uns dann in unserem Burgfräulein-Quartier gemütlich gemacht und sind nur zum Abendessen noch mal rausgegangen.

Stimmung:
zu Fuss unterwegs
rabensturm: (kompass)
Letztes Jahr waren wir im März in Eis und Schnee auf Hiddensee – dieses Jahr sollte es mal wieder Usedom sein. :) Wir waren da schon mal, 2006 und 2011, da war es mal wieder Zeit.

Silph kam aus Wales, ich hab sie in Berlin am Flughafen eingesammelt. Wir hatten uns noch eine Zwischenübernachtung gesucht, weil das Quartier auf Usedom nur am Nachmittag übernommen werden konnte. War auch besser so, da wir schon ewig durch Berlin gebraucht haben – kein Wunder am Freitagnachmittag.

Als Zwischenziel hatten wir uns ein romantisches Burghotel ausgesucht: Das Burghotel Stargard.



Die Burg ist (laut Wikipedia) die nördlichste Höhenburg Deutschlands und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es ist noch ziemlich viel Burg zu sehen – Torhaus, Bergfried, Burgmauer, Kapelle, Turnierplatz, Burgschänke… alles hübsch in Backsteinoptik.

Das Hotel befindet sich im ehemaligen Gefangenenhaus, in dem die Architektur noch vom ehemaligen Gebrauch zeugte. Das Haus ist hübsch restauriert, mit dem Charme vergangener Zeiten. Viel Holz und Stein, so dass man in sturmumtoster Nacht schon meinen konnte, Ächzen und Knarren zu hören. Aber man hat uns versichert, dass es nur freundliche Geister gibt. ;) Immerhin befand sich neben uns nur noch eine weitere Dame im Hotel, so dass wir das alles fast für uns alleine hatten.



Am Abend sind wir noch mal durch den Ort spaziert, der verwirrenderweise auch „Burg Stargard“ heißt. Wir haben gut gegessen und konnten dann den Aufstieg zum Burgberg noch mal im Dunkeln aus anderer Perspektive genießen.

Ein wirklich schönes Quartier und auch „das beste Frühstück im weiten Umkreis“, war keine übertriebene Aussage. Das war sehr lecker, reichlich und abwechslungsreich. Ich kann den Aufenthalt also nur empfehlen. :) Mitten in der Märkischen Seenplatte kann man sich sicherlich auch im Sommer hier gut aufhalten und die schöne Natur genießen. Es soll auch Mittelalterfeste und Turniere auf der Burg geben, die man dann aber freilich nicht für sich alleine hat. Wir waren jedenfalls sehr zufrieden mit unserer ersten Etappe.

Den Weg nach Usedom nahmen wir dann über Land. Wir wollten die Insel über die Zecheriner Brücke von der Südseite aus befahren. Wir haben also Anklam angepeilt und uns die Stadt auch gleich angeschaut. Ich habe gelernt, dass der Flugpionier Otto Lilienthal aus Anklam kam (es gibt auch ein entsprechendes Museum). Außerdem gibt es in der Stadt hübsche Backsteingotik zu sehen, das Stadttor, die Kirchen, den Pulverturm.



Hübsch das alles.

Der Weg nach Usedom erschien dann unerwartet kompliziert, weil Richtung Brücke eine Straßensperrung angezeigt war. Wir sind mutig drauflosgefahren – das war auch richtig so, da die Brücke frei war, nur die Straße nach Stadt Usedom gesperrt. Kurvten wir auf der Insel also erst mal über bucklige Kleinstraßen durch verschlafene Dörfchen. Das war abgesehen von den Schlaglöchern ja eigentlich ganz hübsch.

Durch die Stadt Usedom sind wir nur durchgefahren, gehalten haben wir noch mal am Wasserschloss Mellenthin, das wir 2011 auch schon mal besichtigt haben. Da hat sich einiges getan, das Schlosshotel ist sehr hübsch geworden (und scheint auch bezahlbar).



Wir haben eine frühe Kaffeepause eingelegt und ich hatte köstliche Waffeln. *mjam*

Die Kirche von Mellenthin war wie immer zu, so dass es da wieder nur bei einem Blick von außen blieb.

Dann aber Koserow. Auch da hatten wir ein sehr hübsches Quartier. Wir haben in der Villa Maria logiert, einem sehr schicken Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Wir hatten eine Ferienwohnung ganz oben und konnten uns mit dem Ausblick wieder wie Burgfräuleins fühlen. :)

Auch in Koserow hat sich seit 2011 einiges verändert. Wir sind nur zur Orientierung noch ein bisschen durch den Ort spaziert, haben was gegessen und natürlich aufs Meer geschaut.



Hallo Ostsee!

Stimmung:
unterwegs
rabensturm: (wirbel)
In den Neuen Meistern gibt es noch bis Juni die Sonderausstellung: „Zukunftsträume. Kandinsky, Mondrian, Lissitzky und die abstrakt-konstruktive Avantgarde in Dresden 1919-1932“

Hinter diesem etwas sperrigen Titel verbirgt sich das Who is Who der (abstrakten) Kunst der Zwischenkriegszeit. Die Sonderausstellung versammelt eine beeindruckende Anzahl an Bildern, Graphiken, Möbel, Kunstwerken dieser Künstler, immer mit Bezug auf die Ausstellungen, die vor knapp 100 Jahren in Dresden stattfanden.

Ich hab‘s jetzt nicht so mit abstrakter Kunst, wollte mir es aber trotzdem angucken – und ich mag die Neuen Meister. Da kann man sich immer gut aufhalten. Ich mag es schon, dass der Weg zur Sonderausstellung durch Schausammlungen führt. Räume voller Dinge, die im Museum halt einfach da sind. Etruskische Töpferware, Tempelmodelle, ägyptische Mumien, Regale voller Skulpturen.



Da stell ich mir immer riiiieesige Lager voller Kunst vor. :) Man merkt ja auch, wie gut bestückt die Sammlungen sind, wenn man mal in ein anderes Museum kommt, das da großen Zauber um einen einzelnes Bild von Caspar David Friedrich macht. – Hier hängen sie so rum und auch viele Bilder anderer großer Künstler. Das dachte ich heute wieder, als ich an dem Klimt-Bild vorbeigegangen bin, dass halt so rumhing.

Die Sonderausstellung war spannend und interessant und quasi von allen Künstlern hatte ich schon mal gehört, das finde ich ja schon ein bisschen einschüchternd an Prominenz. Wie der Name schon sagte, waren es abstrakte Bilder, mit Farbflächen und graphischen Elementen. Es waren auch architektonische Ideen dargestellt – beispielsweise ein Raum entworfen von Piet Mondrian in den typischen Quadraten und Rechtecken. In so einen Raum konnte man im Foyer auch reingehen. Die Gemälde von Lyonel Feininger passten nicht ganz so zu den anderen abstrakten Werken – aber darüber will ich mich nicht beschweren, ich mag Feiniger sehr gern und tatsächlich haben mir seine Werke am besten gefallen.



Hat mir alles gut gefallen. Ich bin immer noch kein Fan gegenstandsloser Kunst, aber gelohnt hat sich der Museumsbesuch trotzdem. Tut er ja immer. Ich mag auch immer den Blick in die Skulpturensammlung und besonders auch auf die monumentalen assyrischen Wandreliefs… die halt so rumhängen. ;) Ich mag es, dass altes und neues durcheinandergewürfelt wird. Antike Statuen, romantische Gemälde, moderne Kunst, so wie das black-panthereske Gemälde von Kehinde Wiley, das so selbstverständlich neben klassischen Ölschinken hing.



Die Ausstellung war übrigens sehr gut besucht. Ich hab zwar kein Maß dafür, aber ich fand es überraschend voll für einen Samstag um die Mittagszeit. Aber das ist ja gut, Museen sollten immer gut besucht sein. :)

Stimmung:
kunstinteressiert
rabensturm: (wald)
Sonne und Luft, die schon nach Frühling riecht. Da rutscht der Schnee ordentlich zusammen, auch wenn es auf den Wegen noch ganz schön glatt und matschig. Aber schönes Wetter und schönes Licht, um die neue Kamera auszuprobieren :)



Stimmung:
sonnig
rabensturm: (drei)
Letztes Jahr zum Geburtstag habe ich einen Gutschein für ein neues Escape-Spiel bekommen. Der AdventureRoom in Dresden zieht am Flughafen ein neues Projekt auf: AdventureRooms Airlines. Das sollen irgendwann 6 Szenarien werden, die in verschiedenen Ländern spielen. Im Moment gibt es nur Italien, als nächstes soll Paris noch als Szenario fertig werden, der Rest dauert sicherlich noch ein bisschen länger. Auf jeden Fall ist das am Flughafen schon mal sehr passend mit dem Reiselogo und den Gepäckbändern und den Reisepässen, die man sich abstempeln lassen kann.



Wir haben uns also gestern durch dichten Schneefall zum Flughafen begeben und das erste Reiseziel ausprobiert. Laut Szenario war unsere Gruppe in Palermo unterwegs, wo wir plötzlich in einen schwarzen Van gezerrt und weggeschleppt wurden. Eine Verwechslung! Und eine Stunde Zeit, der Mafia wieder zu entkommen. Es begann daher ganz klassisch auch wieder mit Handschellen und einem Käfig.

Über die Rätsel werde ich hier natürlich nichts erzählen – ich will ja nicht spoilern. Nur so viel: Die Räume waren sehr schön gemacht, sehr stylisch mit allem, was man sich bei Mafia so vorstellt. Geheimtüren, Safe, Schmuck, Geld, Casino, Frauen, Waffen… Viele Details und viele, viele Accessoires, die für die Rätsel gar nicht nötig waren, beim Raten aber für Verwirrung sorgten. Wir haben drei kleine Hinweise bekommen – und einen davon definitiv gebraucht – sind dann aber doch noch rechtzeitig rausgekommen. Knapp rausgekommen mit einer Restzeit von 1 Minute und 44 Sekunden. *irx*

Das hat viel Spaß gemacht, auch wenn für das richtige Triumphgefühl die Hinweise ein bisschen an der Rätselehre kratzen. Wir werden uns die anderen Szenarien bestimmt auch noch anschauen, wenn die dann irgendwann mal fertig sind.

Ich kann das als Unternehmung nur empfehlen. :)

P.S.

Man hat übrigens gemerkt, dass die Sicherheit der Escape Spiele in der Diskussion ist, nachdem letztes Jahr in Polen (?) eine Gruppe bei einem Feuer umgekommen ist. Neu ist nämlich, dass es einen Notschalter zum Rauskommen gibt und dass die Ketten an den Handschellen mittels Karabinern gelöst werden können. Ist ja gut, dass sich das weiterentwickelt. :)

Stimmung:
auf der Flucht

Neustart

5 Jan 2019 01:20 pm
rabensturm: (Default)
Test... test... test...

Ich bin jetzt umgezogen von Livejounal, weil die ja in den letzten Jahren zu irgendwelchen russischen Veranstaltern umgezogen sind.

Also neues Jahr, neues Blog. es ist noch nicht so hübsch wie das alte, aber das wird vielleicht noch. Und natürlich muss ich inhaltlich noch viel nachtragen, weil die ganzen Bilder verloren gegangen sind und nach und nach neu verlinkt werden müssen. Obskure Fleißarbeit. :p

Jedenfalls sollte es hier normal weitergehen.

Stimmung:
organisiert
rabensturm: (drei)
Die Stadt Düren ist nun wahrlich keine Schönheit. Im zweiten Weltkrieg wurde da viel zerstört und dann mit dem Charme der 50iger und 60iger Jahre wieder aufgebaut. Ein Stadtbummel bietet sich also eher nicht an – aber ein Museumsbesuch. Wir waren also am 30. Dezember im Museum, in zwei zusammenhängenden Museen, um genau zu sein.

Das Leopold-Hoesch-Museum:

Das Museum ist benannt nach einem wohltätigen Industriellen und wurde 1905 als neoklassizistischer Bau errichtet. Es hat ein beeindruckend schönes Treppenhaus mit Marmorsäulen und allem Schnickschnack – und einen modernen Anbau, der Raum für die gleichfalls moderne Kunst bietet. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung der klassischen Moderne, insbesondere des deutschen Expressionismus. Man liest überall bekannte Namen: Emil Nolde, Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Lovis Corinth, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Wassiliy Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Otto Dix, Paula Modersohn-Becker, Marianne von Werefkin… ich mag viele expressionistische Bilder, hier waren auch einige sehr schöne dabei. Besonders spannend fand ich ein auf Samt gemaltes Bild von Alex Müller, das aber aus neueren Zeiten stammt (Stephanios, 2011).

Wir mochten die Lichtinstallation von Otto Piene, das hatte was von Sternenhimmel oder Planetarium. Mit der Sonderausstellung Thomas Arnolds, Duktusinduziert, konnten wir beide hingegen nichts anfangen. Das war großflächig abstrakt, weiße Farbwürste auf weißem Grund, wobei ich mich bei dem Gedanken erwischte, dass es da schade um die viele Farbe war… aber gut, Kunst ist immer auch Geschmackssache, gerade auch zeitgenössische Kunst.

Auf jeden Fall war der Kontrast spannend, das klassische Gebäude und die moderne Kunst. Und die expressionistischen Klassiker in echt zu sehen, war auch schön. Ansonsten war ich milde erstaunt, dass wir an einem Sonntag zwischen den Feiertagen nicht ganz alleine dort waren; es waren andere Besucher da, auch Familien mit Teenagerkindern, die ich jetzt nicht gerade in einer Kunstsammlung erwartet hätte.

Das Papiermuseum Düren:

Das Papiermuseum befindet sich gleich neben dem Leopold-Hoesch-Museum und bezieht sich auf die lange Tradition der Papierherstellung in der Gegend. Es begann mit Papiermühlen an den Flusstälern und noch heute findet sich in der Gegend Papierindustrie.

Das Papiermuseum wurde 2017 umgestaltet und bietet jetzt einen modernen, vielfältigen Blick auf Papier. Auf die Herstellung, die Nutzung, die Geschichte. Es gibt viel zum Anfassen, man kann auch Papier selber machen. Ich mochte besonders, dass viele Erklärungen in Papier sind, handgeschriebene Papiere zum Aufklappen oder Diagramme als Papier pop-up-Mappen. Das war spaßig.

Als Museum zum Anfassen ist es natürlich auch was für die ganze Familie – dass hier viel los war an einem trüben Sonntag hat mich daher gar nicht gewundert.

Wir sind durch die Ausstellung geschlendert, haben geguckt und relativ wenig angefasst. Dafür haben wir oben die Ausstellung historischer Papierdokumente recht genau studiert und uns über die ausgestellten Kuriositäten amüsiert. Wirklich was Neues hab ich aber eher nicht gelernt (und Fotos zeige ich hier nicht, weil das mit den Rechten ja immer so eine Sache ist).

Das Papiermuseum ist einen Besuch wert. Mir hat das in Kombination mit dem Leopold-Hoesch-Museum gut gefallen – das Papiermuseum allein wär vielleicht ein bisschen wenig gewesen und andererseits wurde die große Kunst durch das Mitmachmuseum aufgelockert. Kann man gut machen (und ist mit Kombiticket auch günstiger).

Stimmung:
gebüldet
rabensturm: (kompass)
Mein Reisejahr endete damit, dass ich über den Jahreswechsel mal nicht in Dresden war, sondern Silph besucht habe. Das war sehr nett und gemütlich, ohne irgendwelche Partyambitionen. Und wir behaupten einfach mal, so eine Deutschlandreise am 1. Januar ist ein gutes Omen für ein schönes neues Reisejahr. :)

Zuerst aber noch ein Rückblick auf 2018. Ich war wieder viel unterwegs:

Im März waren wir auf der Insel Hiddensee, das war außerhalb der Saison sehr schön entspannt. Es war für mich auch das erste Mal Winter an der Ostsee, so richtig mit geschlossener Eis- und Schneedecke und einer Eisbrecherspur der Fähre

Im Juni waren wir wandern in der Lüneburger Heide. Der lange heiße Sommer 2018 hat das ein bisschen anstrengend gemacht, aber dafür ist es immerhin halbwegs flache Gegend gewesen. Und auch wenn die Heide nicht geblüht hat, war es sehr malerisch. Ein wenig befremdet hat uns allenfalls das Militär, durch dessen Gelände wir gelaufen sind…

Der Sommerurlaub im Juli auf der Isle of Man war vielleicht kein exotisches Reiseziel, bot aber auf kleinem Raum viele tolle und abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten. Wir sind erstmals mit einer altmodischen Bergbahn auf einen Berggipfel gefahren, wir haben mit einem toten Bischof gesprochen, alte Steine besucht und am Nationalfeiertag der Insel teilgenommen. Viele Erlebnisse in einer Woche.



Es folgten noch ein paar Tage London und England, an denen wir auch eine Menge gesehen haben (da war es aber auch heiß). Durch die Stückelung der Zeit auf Man und in London fühlt sich der Urlaub rückblickend kürzer an, als er war, weil es eben zwei aneinandergefügte Reiseziele waren. Das ist nicht schlimm, einheitlich ist es mir aber lieber – und diese Erkenntnis ist auch ein Lerneffekt von 2018. ;)

Noch mal Sommerurlaub im August mit Susann in Stockholm. Wir haben nur ein Stückchen von Schweden gesehen, den Bereich um den Mälarsee bis Uppsala und eben die Hauptstadt. Das war sehr entspannt und alles sehr sehenswert – da kann aber gerne noch mehr Schweden folgen. :) Überrascht hat mich die hohe Anzahl an Schlössern und Burgen, die so gar nicht nach wildem Skandinavien aussahen.

Anfang November schließlich die Kreuzfahrt mit der Aida im Mittelmeer. Wetter hätte besser sein können, aber die Ausflugsziele waren schön, vor allem Marseille hat überrascht (hatte aber auch als einziges Ziel Sonnenschein). Kreuzfahrtschiff fahren ist schon noch mal eine ganz eigene Reisewelt. Mal so eine Woche, wo man sich um nichts kümmern muss, ist schon nett, aber mehr brauch ich das dann auch nicht…

Was den Ausblick angeht… bisher haben wir eine Schifffahrt im September gebucht, wo es mit Susann und meinen Eltern über die Faröer nach Island gehen soll. Klingt super, ich bin gespannt. Vorher möchte ich mit Silph Sommerurlaub in Irland machen, und davor wollte ich mit Michaela nach Tel Aviv (ich erkenne ein Muster: Israel – Irland – Island). Zeitlich nächstes Ziel ist aber erst mal die Ostsee im März, mal wieder auf Usedom.

Ich hoffe, ich komme bei all den vielen Wünschen mit meinen Urlaubstagen hin, ich muss da schon sehr knausrig sein. Ich bin auf jeden Fall schon mal gespannt und vorfreudig.

Und wie immer an dieser Stelle möchte ich mich bei den werten Mitreisenden bedanken. Es war toll mit euch. ♥ Ich bin sehr dankbar, dass ihr meine Reiselust teilt und sich immer wieder tolle Ziele finden!

Stimmung:
dankbar

Barcelona

8 Dec 2018 08:53 pm
rabensturm: (feder)
Barcelona! Wir haben an der Stelle doch alle Freddy Mercury und Montserrat Caballé im Ohr?

Barcelona haben wir schon lange auf unserer Wunschliste, um so mehr haben wir uns auf den tag und den Ausflug gefreut. Wetter war leider nicht mehr ganz so schön wie in Frabkreich, aber davon wollten wir uns nicht die Laune verderben lassen. Als Ausflug hatten Susann und ich un seine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der Sagrada Familia ausgesucht, Michaela eine andere Stadttour mit dem Park Güell.

Die Sagrada Familia ist vermutlih das berühmteste Gebäude in Barcelona. 1882 wurde der Bau begonnen und ist bis heute noch nicht vollendet. Wie die Führerin so nett sagte: “Wir hatten ein schwieriges letztes Jahrhundert.”

Wenn man die Modelle ansieht, fehlt noch ein ganzes Stück, einige Türme, vor allem der höchste, mit dem die Kirche die höchste der Welt werden soll. 2026 soll nach jetziger Planung alles fertig sein – zum 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudi.



Von außen hat man die Kirche gar nicht so richtig insgesamt im Blick – dazu müsste man vermutlich von einem erhöhten Aussichtspukt gucken. Aber auch wenn man direkt davorsteht, ist das Bauwerk sehr beeindruckend. Es ist auch sehr unterschiedlich, je nachdem, von welcher Seite man schaut. Gaudi wollte, dass die einzelnen Seiten im Stil der jeweils modernen Zeit gestaltet werden, nichts sollte veralten und nur der Tradition wegen noch gebaut werden.



Kann man mögen oder auch nicht, den Stil der Figuren, ich fand das alles schon mal sehr spannend. Wirklich atemberaubend ist dann aber der Innenraum:



Alles so hoch und so licht und bunt und so organisch! Alles strebt nacho ben. Die Säulen sind unterschiedlich, sie sind in sich gedreht und wachsen hinauf zum Licht. Das ist schon sehr beeindruckend.



Man kann auch auf den Turm steigen, aber dafür hatten wir mit der Gruppe natürlich keine Zeit. Dafür haben wir viel Wissenswertes über die Kirche und ihre Entstehung erfahren. Wir haben einen Blick auf Gaudis Grab geworfen, wir haben aber auch einfach eine Weile dagesessen und den Raum auf uns wirken lassen. Sehr schön, sehr lohnend, da kann man noch mal in Ruhe Zeit mehr verbringen.

Unsere Stadtrundfahrt ging nun weiter durch Barcelona. Die Stadt machte auf uns einen sehr großzügigen und entspannten Eindruck. Wir haben noch ein paar mehr von Gaudis Werken gesehen, Stadthäuser, mit denen er sich das Geld verdiente, um ehrenamtlich (40 Jahre!) an der Sagrada Familia bauen zu können.

Wir hatten in der Stadt auch noch ein bisschen Freizeit, um auf der Flaniermeile La Rambla flanieren zu können. Da hats leider geregnet, so dass wir lieber in das Getümmel einer Markthalle getaucht sind. Das war auch sehr spannend mit all dem Angebot an Obst und Gemüse und lokalen Genüssen.
Ja, Barcelona bleibt auf unserer Wunschliste. Da kann man gut ein langes Wochenende verbringen, da gibt es sicherlich noch sehr viel mehr zu entdecken. Michaela war auch mit ihrem Ausflug zufrieden und mit den Dingen, die sie besichtigt hat. Merken wir uns vor. ;)

Uns bot Barcelona zum Abschied dann noch mal sonnige Ausblicke auf den Hafen (und lustiges Gabelstaplerballett).



Das war tatsächlich auch schon unser letzter Tag auf dem Schiff. Über Nacht ging es zurück nach Mallorca, von wo am nächsten Tag dann wieder unser Flieger in die Heimat startete. Die Woche ist wie im Flug vergangen. Wir waren auf dem Schiff gut aufgehoben, haben lecker gegessen. Wir haben mal Shuffleboard gespielt, das war lustig, auch wenn ich kein Geschick dazu habe. Und wir haben uns auch einige Shows angeschaut. Kann man alles gut machen – es wird aber dennoch nicht meine einzig favorisierte Art zu Reisen werden. ;) Mal eine Woche gerne, aber ich bleib dann doch lieber Individualreisende. ;)

Stimmung:
abschiedsgestimmt

Marseille

7 Dec 2018 09:50 pm
rabensturm: (feder)
Auf unserer Reise durch das westliche Mittelmeer haben wir nun die italienische Küste verlassen. Nächstes Ziel war Marseille. Ich gebe zu, meine Vorurteile sagten nicht viel Gutes über die Stadt. Großstadt, Hafenstadt, eher schmutzig als schön und mit Problemen hinsichtlich Kriminalität. Zu meiner freudigen Überraschung konnte ich feststellen, dass Marseille eine sehr schöne Stadt ist. Gar nicht so riesig, wie ich erwartet hatte (trotzdem die zweitgrößte Stadt Frankreichs) und mit sehr ansehnlichen Seiten. Eine sehr französische Stadt mit Stadthäusern und Boulevards, wie man sie von Paris erwartet. Dazu das Meer, das sich mit seinen Inselchen vor der Stadt ausbreitet. Mag sein, dass das strahlende Sonnenscheinwetter mich so für die Stadt eingenommen hat nach all den Regentagen, mir hat Marseille jedenfalls gut gefallen. :)



Wir haben wieder eine Stadtrundfahrt gemacht, man hätte auch noch auf eigene Faust Erkundungen machen können, aber das war sehr in Ordnung so. Mit dem Bus ging es erst mal lang, lang am Kreuzfahrtterminal und am Hafen entlang, dann rein in die Stadt zur ersten Sehenswürdigkeit:



Das ist das Palais Longchamp, ein Monumentalbau aus dem 19. Jahrhundert, der heute zwei Museen beherbergt. Das Bauwerk wurde errichtet, um zu feiern, dass die Wasserversorgung die Stadt erreicht hat. Daher die ganzen Wasserspiele, Wasser hatte man ja nun genug.

Ein sehr beeindruckendes… Ding. Wir waren nicht drin, deshalb kommt es mir gar nicht wie ein Gebäude vor, sondern nur wie ein überdimensioniertes Denkmal. ;) Die Museen lohnen aber vermutlich trotzdem einen Besuch und auch der Zoo, der sich direkt dahinter erstreckt. Ein andermal, wir hatten hier ja nur einen kurzen Stopp auf unserer Stadtrundfahrt.

Der nächste Stopp war unten am Meer an diesem Kriegsdenkmal:



Auch sehr malerisch mit dem Ausblick auf das Meer und die Inselchen. Eins der Inselchen beherbergt übrigens eine Festung und war lange Gefängnis, man mag sich den Grafen von Monte Christo dort vorstellen…

Dann ging es durch enge Gässlein, die der Bus kaum bewerkstelligen konnte, den Berg hinauf. Hoch oben thront die weiße Kirche Notre-Dame de la Garde.



Die Einheimischen nennen Sie „La Bonne Mère“ und sehen sie als Schutzpatronin der Seefahrer. Die Kirche ist noch gar nicht mal so alt. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist innen ein goldener Palast.



Das ist schon ein bisschen überwältigend mit all den prächtigen Mosaiken. Und wie bei all so historistischen Bauwerken ist es auch ein bisschen unwirklich, wie eine Theaterkulisse.

Beeindruckend ist auch der Ausblick, den man von dort oben auf die Stadt und das Meer hat. Rundumblick, wenn man möchte, auch wenn die Meerseite natürlich besonders viel her macht:



Das waren dann auch schon unsere hauptsächlichen Anlaufpunkte. Wir hatten unten am Hafen noch ein bisschen Zeit, herumzuspazieren. Dort ist viel neu und modern gestaltet worden, als Marseille europäische Kulturhauptstadt war. Wir haben das alte Rathaus gesehen, und beim Vorbeifahren auch einen Blick auf die Kathedrale geworfen.



Doch, das hat mir alles sehr gut gefallen (Sonnenschein!), da kann ich mir gut vorstellen, wiederzukommen und mir die Stadt genauer anzusehen. Auch das Umland bietet sicherlich noch viel Sehenswertes.

Stimmung:
sonnig

Lucca

7 Dec 2018 09:26 pm
rabensturm: (feder)
Nächster Hafen war Livorno in der Toskana, von wo aus man Ausflüge nach Florenz und/oder Pisa machen konnte. Das war uns alles zu weit, so dass wir uns für einen Halbtagesausflug entschieden haben. Lucca mit Weinprobe.

Lucca ist eine Stadt in der Toskana mit reicher Geschichte. Ursprünglich eine Gründung der Etrusker, bedeutsam unter den Römern, war sie bis in die Renaissance ein eigener kleiner Stadtstaat. Textilgewerbe – vor allem Seidenherstellung – machten die Stadt reich und bedeutend. Dieser Reichtum ist auch heute noch in den prächtigen Bauwerken zu sehen.



Die Kirche San Michele in Foro ist ein Prunkstück aus Marmor, mit verschiedenen Säulen und vielfältigen Reliefs. Wir waren leider nicht drinnen, aber auch von außen war die Kirche sehr hübsch. Beeindruckend auch der Turm und die Stadtmauer.

Ansonsten beherrscht wohl noch der römische Grundriss den Stadtplan. Noch römischer ist der Marktplatz, der sich im Inneren eines ehemaligen Amphitheaters befindet:



Es gibt kleine sympathische Lädchen in den Straßen (und nicht ganz so furchtbar viele Touristen wie in Rom oder Pompeji). Und wir hatten besseres Wetter, das macht natürlich auch gleich einen sympathischeren Eindruck.

Wir sind mit der Stadtführerin durch die Gassen geschlendert. Sie hat uns hübsche Ecken gezeigt und Wissenswertes aus der Geschichte erzählt. Ich hab allerdings nicht wirklich viel davon behalten… es war ja auch nur eine Stippvisite für einen ersten Eindruck.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch dieser wunderbare Schokoladenladen am Michaelsplatz, in dem Michaela die glutenfreien Macarons erspäht hatte. Da waren so viele Köstlichkeiten, dass man sich kaum entscheiden konnte. Ich kostete schließlich von den winzigen Eclairs mit köstlicher Füllung, Michaela hatte die Macarons und Schokolade und Susann Espresso. Waren wir alle glücklich. ;)

Nach der Stadtbesichtigung stand noch eine Weinprobe auf dem Plan. Die Fahrt ging zu einem Weingut, in dem uns zunächst Wissenswertes über Wein- und Olivenanbau erzählt wurde.



Dann gab‘s was zu kosten: roten und weißen Wein, Olivenöl, Essig, Käse und Wurst aus der Toskana. Alles sehr lecker (und alle sehr beschwingt). Natürlich gab es auch einen Hofladen, in dem man sich zu annehmbaren Preisen mit den Leckereien versorgen konnte. Ich hab was zum Verschenken mitgenommen und Olivenpaste für mich selbst. Lecker. :)

Auf dem Rückweg war es dann schon dunkel – konnten wir dann direkt zum Abendessen gehen. ;)

Stimmung:
beschwingt
rabensturm: (feder)
Der nächste Tag führte uns in die Nähe von Rom. Das Schiff legte im Hafen von Civitavecchia an, das sind noch gut 70 km bis in die Ewige Stadt. Da wir was von Rom sehen wollten, hatten wir uns wieder vorab um einen Ausflug gekümmert: wir wollten die Vatikanischen Museen sehen, den Petersdom und eine Stadtrundfahrt machen. Das war weise gewählt, weil wir uns so meistenteils in Gebäuden oder im Bus aufhielten und nicht die ganze Zeit dem Regenwetter ausgesetzt waren.

Los ging es mit dramatischem Himmel noch im Hafen von Civitavecchia:



In Rom ging es direkt zu den Vatikanischen Museen, in die wir dank des Gruppenausfluges auch ohne große Verzögerungen reinkamen. Das ist ein Touristenmagnet, das sind da schon mal 20.000 Touristen am Tag (!) – man kann sich ungefähr vorstellen, wie voll es da war. Respekt für unsere Führerin, die uns als Gruppe immer zusammengehalten und flott und ohne Probleme durchgelotst hat. Sie hat auch interessante Dinge erzählt, das war wirklich gut gemacht. Auf eigene Faust würde man aber vermutlich sehr viel mehr Zeit in den Museen verbringen, so war es doch nur eine kurze Stippvisite, damit man mal einen Blick drauf geworfen hat.

Ein paar Eindrücke:



Wir haben verschiedene Teile der Ausstellungen gesehen. Die Vatikanischen Museen beherbergen die Päpstlichen Sammlungen. Dazu gehören einige der berühmtesten Kunstschätze der Welt.



Die Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt und mit den Bereichen orientalische Altertümer (Altes Ägypten und Assyrien), klassische Antike (griechisch-römische Kunst), etruskisch-italische Altertümer (heutiges Italien vor der Römerzeit), frühchristliche und mittelalterliche Kunst (3.–14. Jahrhundert), Kunst von der Renaissance (15. Jahrhundert) bis ins 19. Jahrhundert und die modern. Die Päpste konnten es sich über die Jahrhunderte leisten, Pracht udn Schätze anzusammeln. Schon die Räume sind Prunkstücke der Renaissance, voller Gold und Verzierungen.

Ich mochte besonders die Galerie mit den Landkarten (die hat bestimmt auch einen klingenden italienischen Namen). Die Wände der Galerie waren mit riesigen Karten geschmückt, die die Gebiete zeigte, die zu Vatikan (zu Italien? Dem römischen Reich?) gehörten. Das alles in strahlenden Farben und mit kunstvollen Kompassrosen und Seeungeheuern:



Korsika hab ich erkannt. ;)

Der bekannteste Teil der Gebäude, den man auf der Führung besichtigen kann, ist die Sixtinische Kapelle. Das ist die Privatkapelle des Papstes und der Ort, an dem sich die Kardinäle zur Papswahl zusammenfinden (das mit dem weißen und schwarzen Rauch – wir haben den Abzug gesehen, durch den der Rauch entweicht). Die Sixtinische Kapelle ist vor allem auch durch die unzähligen Fresken bekannt, die den raum schmücken. Die bekanntesten stamen von Michelangelo und der allerbekannteste Teil ist die Erschaffung Adams.

Ich hatte nicht wirklich eine Vorstellung von dem Raum, muß ich zugeben. Die Kapelle hat mich zunächst durch ihre Größe überrascht (40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch – das ist eine Turnhalle respektabler Größe). Und dann natürlich die Bilder. Alles voll, wohin das Auge auch schweift. Zum Glück haben wir draußen schon eine kurze Einführung bekommen, so hatten wir zumindest ein paar Anhaltspunkte.

In der Sixtinischem Kapelle darf man nicht fotografieren und auch nicht sprechen. Letzteres wurde ziemlich rigoros geahndet – das Getuschel unzähliger Menschen wurde immer mal durch ein ruppiges “Silencio!” übertönt. Da sie damit auch Kinderweinen anschnauzten, machte es nicht gerade einen spirituellen Eindruck… Für Spiritualität schien aber in dem großen und vor allem vollen Raum aber eh nicht wirklich Platz.

Ich für meinen Teil war schon sehr gefüllt mit Eindrücken und Staunen, als wir aus der Kapelle und den Museen wieder rauskamen. Erst mal kurz frische Luft schöpfen – durch Sturzregen eilen – und dann gleich rein in den Petersdom für die nächsten überwältigenden Eindrücke.



Der Petersdom ist riesig. Zentrum des (katholischen) Christentums und eine der größten Kirchen der Welt. Ich war schon mal drin vor… ömm… fast 25 Jahren… von daher hatte ich schon eine Vorstellung und einen Eindruck. Es reichte mir völlig, auf einzelne besondere Schmuckstücke aufmerksam gemacht zu werden.



Alles sehr groß und prächtig und beeindruckend. Man könnte auch im Dom sicherlich Stunden verbringen, wir hatten nur eine kurze Stippvisite – aber das war schon okay, nachdem was wir vorher schon alles gesehen hatten.

Wir haben also Abschied vom Vatikan und unserer kundigen Führerin genommen und sind mit der Gruppe erst mal zum Mittagessen gegangen. Das war gut, drei Gänge, wie sich das in Italien gehört. ;) Danach sollten noch die Stadtrundfahrt und anderthalb Stunden Freizeit folgen – Stadtrundfahrt haben wir gemacht, Freizeit wurde kommentarlos gestrichen, was mir aber sehr recht war. Ob Regen oder nicht, ich brauchte eh keine Shoppingzeit, mich verwunderte nur die Planänderung, ohne das der Gruppe irgendwie mitzuteilen…

Die Stadtrundfahrt führte dann noch mal an den ganzen bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei: der Engelsburg am Tiber, dem Collosseum, dem Circus Maximus, Kirchen, Parks, Plätze:



Draußen war es nass, teils sehr nass, teils nur tröpfeld – da waren wir im Bus sehr gut aufgehoben. :) Und dass wir die Stunde zeitiger am Schiff zurück waren, fand ich auch gut. :)

Stimmung:
ziemlich nass
rabensturm: (feder)
Unser erster Tag auf dem Schiff war ein Seetag – das war sehr praktisch, um sich erst mal mit dem Schiff vertraut machen zu können und sich zu orientieren. Wir haben die Restaurants ausprobiert, uns gemütliche Ecken zum Sitzen gesucht und sind so schon mal ganz angenehm in das Urlaubsgefühl gestartet. Aufs Meer sehen und Zeit haben, ist doch immer gut. :)

Der erste Hafen, den wir erreicht haben, war dann Neapel. Wir hatten uns vorher schon mit den Reiseetappen beschäftigt und auch schon im Vorfeld Ausflüge ausgesucht und gebucht. Da auch unser Vorurteil besagt, dass Neapel eher… nicht so schön ist, wollte wir nicht in die Stadt selbst. Viel verlockender erschien mir da Pompeji, das sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Vom Hafen aus besehen, erschien Neapel gar nicht mal so hässlich. Als wir mit dem Bus durch die Außenbereiche fuhren, waren wir dann aber doch froh, die Stadt hinter uns lassen zu können. Pompeji ist nicht weit weg und überall ist der Vesuv zu sehen. Das, was nach den Ausbrüchen vom Vesuv übrig ist, die Spitze, die sich einstmals bis auf 3000 m erhob, muss man sich heute vorstellen.



Pompeji ist eine antike Stadt, die im Jahr 79 n.Chr. von einem Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde. Unter meterhoher Asche wurden die Überreste konserviert und erst im 18. Jahrhundert wiederentdeckt, ausgegraben und erforscht. Man kann auf den antiken Straßen laufen, im Theater stehen und die vielen Häuser bewundern.



Beeindruckend ist vor allem die Fülle an Gebäuden. Es ist eine richtige Stadt, die man sich noch sehr gut vorstellen kann. Haus an Haus, Geschäfte, Wohnhäuser, öffentliche Gebäude. Da sind Brunnen und Straßenschilder, kleine Alltagsdinge, die das Leben vergangener Zeiten anschaulich machen.



Einige Häuser zeigen auch noch die Pracht der römischen Oberschicht. Lebensfrohe Mosaike, Fresken und vor allem viel Farbe. Antike Gebäude und Skulpturen waren eben nicht immer weiß, wie man sich das üblicherweise vorstellt, die ganze Farbfülle ist dann aber doch gewöhnungsbedürftig.



Und dann sind da natürlich noch die Spuren der Zerstörung. Die Stadt war voller Menschen, die beim Vulkanausbruch zugrunde gingen. Die ersten Archäologen haben einigen dieser Opfer Gestalt gegeben, indem sie Hohlräume in den Ascheschichten mit Gips ausgossen. Das ist schon sehr beklemmend, wenn man über die Jahrhunderte hinweg den Leuten ins Gesicht sehen kann.



Makaber finde ich das aber auch, wenn die Toten bzw. Ihre Abdrücke so zur Schau gestellt werden…

Ich fand das alles sehr spannend. Pompeji ist groß und bietet viel zu sehen, das würde sich auf jeden Fall lohnen, da einen ganzen Tag zu verbringen und alles auf eigene Faust anzuschauen. Ob der Sommer dafür besser geeignet ist? Bei uns war es jetzt feucht und ungemütlich und es waren trotzdem ziemlich viele Touristen da, im Sommer mit noch mehr Touristen und großer Hitze…? Ich weiß nicht – aber auf eigene Faust kann man es sich dann vielleicht auch anders einteilen, als immer mit dem Strom schwimmen zu müssen…



(der Zentaur ist keine antike Skulptur sondern modern Kunst)

Wir hatten eine erste Einführung mit unserer Reiseleitung. Das war für einen ersten Überblick ganz hilfreich. Da aber die Lautsprechertechnik recht kratzig war und die Verständigung allgemein nicht so toll, waren wir etwas… unterwältigt von der Organisation des Ausfluges. Diese sind bei Aida ja durchaus nicht billig, da hatten wir tatsächlich ein gehobeneres Niveau erwartet…

Nichtsdestotrotz war es ein schöner Tagesausflug. Wir haben noch in Pompeji zu Mittag gegessen (es war auch problemlos, was ohne Gluten zu bekommen). Zu unserem Tagesausflug gehörte dann noch eine Fahrt an der malerischen Amalfiküste entlang nach Sorrent. Das schon immer mal nasse Wetter bescherte uns da allerdings solche Regengüsse, dass wir auf den Stadtrundgang in Sorrent verzichteten und uns lieber in einem netten Café was Süßes gönnten. Da waren wir gut aufgehoben, auch wenn die Schuhe und Klamotten schon durchgeweicht waren. Aber die konnte man dann auf dem Schiff ja wieder trocknen. ;) Wir waren jedenfalls pünktlich wieder an Bord und konnten unsere Reise fortsetzen.

Stimmung:
antik (und nass)
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