8 Oct 2012

rabensturm: (drei)
Über den 3. Oktober und das anschließende Wochenende waren wir wie üblich bei Michaela in Karlsruhe. Und weil wir nur in kleinem Kreis unterwegs waren, haben wir die Gelegenheit genutzt und sind zum Bodensee gefahren. Wir haben eine Nacht auf der Insel Reichenau verbracht und auf dem Weg dorthin das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen besucht.

Ein sehr schönes Museum, museumspädagogisch sehr schön gemacht – und natürlich sehr schön die nachgebauten Pfahlbauten, die das Leben der Stein- und Bronzezeit illustrieren.



Der Bodensee ist eine lange besiedelte Gegend. Schon in der Steinzeit begannen die Menschen damit, sich an den Seeufern niederzulassen – auf Pfählen, um dem schwankenden Wasserstand Genüge zu tun. Es gab über 100 Standorte mit über 400 Siedlungen. Und so eine Siedlung konnte tatsächlich bis zu 80 Hütten und über 500 Bewohner beherbergen. Das ist schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass das über 6000 Jahre in der Zeit zurückgeht…

Aufgrund der historischen Bedeutung wurde die Gegend – also die Überreste zahlreicher historischer Pfahlbausiedlungen, darunter das etwa 500 Meter südlich des Museums gelegene Pfahlbaufeld Unteruhldingen-Stollenwiesen – im Jahr 2011 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Zu sehen gibt’s von den historischen Stätten freilich nichts – die liegen ja unter Wasser und Schlamm, und es sind auch keine Häuser mehr sondern nur noch Fundamente, Holzreste und vielfältige archäologische Fundstücke.

Aber dafür gibt es ja das Freilichtmuseum. Im Pfahlbaumuseum sind also verschiedene Häusertypen aufgebaut – aus verschiedenen Besiedlungszeiten und von verschiedenen Standorten. Die Häuser sind auch eingerichtet, so wie man sich aus den Funden die Einrichtung vorstellt – das geht hin bis zu Pfosten- und Wandbemalungen, Werkzeuge, Vieh- und Menschen. Das wirkt alles sehr lebensecht und gut recherchiert (ja, auch die bemalten Pfosten, die ich vor Ort bezweifelt habe *g*).



Das Freilichtmuseum gibt es schon ziemlich lange. Schon im Jahr 1922 (!) wurde das erste Haus errichtet, das auch heute noch steht. 1927 wurde dort sogar schon ein Stummfilm über das Steinzeitleben gedreht. Seitdem sind immer mehr Häuser dazugekommen. Es wurden experimentell-archäologisch alte Baumethoden ausprobiert und für einige Wochen lebten auch Menschen wie in der Steinzeit für ein Fernsehprojekt des SWR im Jahr 2007. Und nicht zuletzt hat die Sendung mit der Maus ein kleines Pfahlhaus gebaut und daran das Steinzeitleben und die prähistorischen Baumethoden gezeigt. Da gibt’s auch eine DVD von, die sicherlich auch für Erwachsene nicht unspannend ist.

Wenn man ins Museum geht, kann man erst einen gemütlichen Blick auf die Ausstellung werfen – und im Aquarium der Unterwasserarchäologen den winzigen Anhänger suchen – dann geht es mit einer Führung hinaus ins Dorf. Wir haben verschiedene Häuser besucht, die Bronzeschmiede, ein Wohnhaus, die Gänge zwischen den Häusern. Wir haben was übers Töpfern gelernt, über den Bronzeguss, über die Ernährung der Steinzeitmenschen. Das war spannend, wenn auch ein bisschen gehetzt. Aber wir konnten dann auch in Ruhe noch das Dorf abwandern, die Häuser begucken und hübsche Fotomotive anvisieren. Darunter auch so spaßige wie den Sportwagen vor der Durchfahrtsbeschränkung. *g*



Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Ausflug und ein wirklich schönes Museum. :)

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