23 Oct 2012

rabensturm: (drei)
Wir haben mitten in Leipzig übernachtet, wirklich mittendrin im Zentrum und der Fußgängerzone, in einem neuen Hostel im Hinterhof hinter Kneipen und Gaststätten. Nichtsdestotrotz war es sehr ruhig, sehr schick – und ziemlich spartanisch mit den harten Betten. *g* Dafür war der Preis für diese Lage unschlagbar günstig.

Wie schon gesagt, kenne ich mich in Leipzig nicht so aus. Ja, ich war schon mal auf dem Völkerschlachtdenkmal, ja, ich war schon mal im Hauptbahnhof… aber darauf beschränken sich auch meine Ortskenntnisse schon fast. Kann man also ganz auf Tourist machen und mit Massen anderen Touristen durch die Innenstadt schlendern.

Erstes Touristenziel – die Thomaskirche:



Die Kirche ist vor allem als Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und dem Thomanerchor bekannt. In der Kirche findet sich heutzutage auch das Grab von Bach – und die Thomaner singen immer noch seit vielen, vielen Chorknabengenerationen.

Äußerlich sieht man der Kirche die wechselvolle Geschichte nicht unbedingt an. Es ist eine schöne, relativ schlichte evangelische Kirche, die im 19. Jahrhundert großräumig umgestaltet wurde. Da kam der ganze „barocke Ramsch“ raus, wen kümmert es, dass das Bach gesehen oder benutzt hat… ;) Mir hat die Kirche im heutigen zustand trotzdem gut gefallen und die Deckenmalerei erinnert ein bisschen an die Annenkirche in Annaberg.

Nächstes Touristenziel – die Nikolaikirche:

Ja, die Nikolaikirche ist nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort. Hier fanden die Friedensgebete statt, die das Ende der DDR einläuteten, hier versammelten sich tausende von Menschen, ohne zu wissen, wie die Staatsgewalt reagierte. Ich geb zu, da musste ich schon schlucken, als wir in der Kirche standen, ein Chor wunderbare Kirchenlieder sang und wir in Zeitzeugenberichten blätterten. Wirklich Wendegeneration bin ich ja nicht, aber schon noch alt genug, um zu wissen, wie es war und um mir schon da bewusst gewesen zu sein, wie die Zukunft in der DDR ausgesehen hätte…



Aber auch architektonisch ist die Kirche sehenswert. Der Innenraum ist ganz eigen mit den pastellfarbenen Palmensäulen, luftig und leicht wirkend, ein bisschen verspielt, ohne in Zuckerguss zu ertrinken. Leider war das Fotografieren drinnen nicht erlaubt, so dass ich nur die Säule draußen zeigen kann, die als Denkmal für die Wendezeit auf dem Platz vor der Kirche eine der Innensäulen zeigt.

Dazu passend haben wir als nächstes das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig besucht, einen Teil des Hauses der Geschichte Deutschlands. Ein modernes – kostenloses – Museum, in dem die Geschichte Deutschlands vom Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung dargestellt wird. Ostdeutschland hauptsächlich, auch wenn es einige Vergleiche Ost/West gegeben hat. Klingt vielleicht ein bisschen trocken, aber war sehr spannend und anschaulich gemacht. Sehr schön die Idee, dass man sich mit einem Zeitzeugen auf die Reise machen konnte: Am Anfang gab es einen Automaten, der nach gewissen Kriterien Karten ausgespuckt, mit denen man dann hier und da Filmchen und Interviews „seiner“ Zeitzeugen abspielen konnte. Wir hatten eine gute Bandbreite erwischt, Silphs Zeitzeuge war ein alter Herr, der sich sein Leben lang privatwirtschaftlich und eigenständig betätigt hat, meine Dame war nicht ganz so alt und hat als Staatsbürgerkundelehrerin deutlich näher am System gestanden. Das war sehr spannend und regt durchaus zum Denken an. Und sei es nur die Frage, mit der einen das Museum entlässt: „Was war Ihre erste Begegnung mit einem Menschen aus dem anderen Teil Deutschlands?“

Dann gab’s erst mal wieder ein bisschen frische Luft und Sonnenschein. Ein paar Meter Innenstadt mit Rathaus, Brunnen, Messegebäude, Auerbachs Keller… und dann haben wir uns ins nächste Museum begeben… Ja, schon ein bisschen schade um das schöne Wetter, aber man nimmt halt das mit, was einen interessiert. Für uns war das nächste Museum das Völkerkundemuseum im Grassi-Haus. Eine Reise um die Welt. Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien…wirklich rund um die Welt. Viel zu sehen, viel zu lesen – und merken kann man sich das sowieso nicht alles auf einmal. Spaß hat es aber trotzdem gemacht und gelohnt hat es sich auch.

Dann war aber auch gut mit Kultur und wir haben den Tag/Abend gemütlich ausklingen lassen. Sonntag ging es ebenso gemütlich weiter. Wir sind noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und haben es uns dann bei einem Sonntagsbrunch gut gehen lassen. :) reicht ja auch als Programmpunkt. ;)


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