Abtei Fontevraud
15 Nov 2025 06:33 pmAm nächsten Tag waren wir wieder auf den Spuren von Eleonore von Aquitanien und Richard Löwenherz unterwegs – wir haben die Abtei Fontevraud besucht. Die liegt knapp 20 km von Chinon entfernt und ist die Grablege der Plantagenets. Hier wurden Heinrich II. und Eleonore von Aquitanien bestattet, auch Richard Löwenherz (zumindest die Körperteile, die nicht in Poitou oder in Rouen liegen) und wohl auch noch andere Familienmitglieder.

In Frankreich wurden alle Klöster bekanntlich in der französischen Revolution enteignet und geschlossen. Manche wurden verkauft, manche zerstört – Fontevraud wurde zum Gefängnis, als das es bis 1963 genutzt wurde. Dafür wurden Zwischendecken in die hohen Kirchenräume eingezogen und diverse Umbauten vorgenommen. Im Rahmen der Restaurierung wurde das meiste davon wieder zurückgebaut.

Es ist innen sehr leer, sehr hell. Es gibt ein bisschen Kunst, ein paar schöne Fresken im ehemaligen Speiseraum, ein bisschen was zu Handwerk und Archäologie und zum Gefängnisleben im umgenutzten Kloster.

Außerdem gibt es einen sehr schönen Kreuzgang:

In der Abteikirche kann man schließlich die Grablegen der Plantagenets sehen. Es waren einst sehr viel mehr Statuen, aber immerhin die wichtigsten sind noch erhalten: Eleonore von Aquitanien, Heinrich II., Richard Löwenherz und Isabella von Angoulême, die die Gattin von Johann Ohneland war. Die Figuren sind nicht nur Platzhalter für die Bestatteten, sie sind auch selbst Kunstwerke aus dem 12./13. Jahrhundert. Eleonore wurde dabei in der Blüte ihres Lebens dargestellt (sie starb mit über 80) und hält als Zeichen ihrer Gelehrsamkeit ein Buch in der Hand. Die erste (bekannte) nichtreligiöse Darstellung einer lesenden Frau.

Es war auch Eleonore, die das Kloster gefördert hat – es war ein gemischtes Kloster mit Männern und Frauen, wobei die Frauen jedoch die Mehrheit stellten und auch die Verwaltung und Leitung.
Ein besonders markantes Gebäude des Klostergeländes ist die romanische Küche:

Achteckig mit vielen Nischen, in denen sich die einzelnen Kochstätten befanden. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert, so wie man sich da eine mittelalterliche Kirche vorstellt.
Wir waren inzwischen hungrig, das nasse Wetter lud auch nicht zu ausgedehnten Spaziergängen auf dem Gelände ein. Immerhin fanden wir etwas zu essen – in einem Nebengebäude wurden einfache Gerichte angeboten, die man sich selbst in bereitstehenden Mikrowellen aufwärmen konnte. Das war spaßig.
Kunst gibt es auch noch. In einem großen Nutzgebäude des ehemaligen Klosters befindet sich seit 2021 ein Museum für Moderne Kunst. Wir haben es uns angeschaut, mit neuer Kunst war es ein Kontrast zum Louvre davor, tatsächlich ist mir da aber nichts als unbedingtes must-see in Erinnerung geblieben.

Aber draußen regnete es eh, da konnten wir uns auch die Kunst anschauen.
Auch danach regnete es noch, so dass sich unsere Motivation auf weitere Besichtigungen in Grenzen hielten. Wir haben es uns also lieber im Quartier gemütlich gemacht und die Freuden der französischen Patisserie genossen.
Skurrile Nebenbeobachtungen des Tages: die Militärpräsenz im Ort Fontevraud und auf dem Weg dorthin. *irx* Und natürlich das Atomkraftwerk von Chinon, an dem wir vorbeigekommen sind.
Stimmung:
nass

In Frankreich wurden alle Klöster bekanntlich in der französischen Revolution enteignet und geschlossen. Manche wurden verkauft, manche zerstört – Fontevraud wurde zum Gefängnis, als das es bis 1963 genutzt wurde. Dafür wurden Zwischendecken in die hohen Kirchenräume eingezogen und diverse Umbauten vorgenommen. Im Rahmen der Restaurierung wurde das meiste davon wieder zurückgebaut.

Es ist innen sehr leer, sehr hell. Es gibt ein bisschen Kunst, ein paar schöne Fresken im ehemaligen Speiseraum, ein bisschen was zu Handwerk und Archäologie und zum Gefängnisleben im umgenutzten Kloster.

Außerdem gibt es einen sehr schönen Kreuzgang:

In der Abteikirche kann man schließlich die Grablegen der Plantagenets sehen. Es waren einst sehr viel mehr Statuen, aber immerhin die wichtigsten sind noch erhalten: Eleonore von Aquitanien, Heinrich II., Richard Löwenherz und Isabella von Angoulême, die die Gattin von Johann Ohneland war. Die Figuren sind nicht nur Platzhalter für die Bestatteten, sie sind auch selbst Kunstwerke aus dem 12./13. Jahrhundert. Eleonore wurde dabei in der Blüte ihres Lebens dargestellt (sie starb mit über 80) und hält als Zeichen ihrer Gelehrsamkeit ein Buch in der Hand. Die erste (bekannte) nichtreligiöse Darstellung einer lesenden Frau.

Es war auch Eleonore, die das Kloster gefördert hat – es war ein gemischtes Kloster mit Männern und Frauen, wobei die Frauen jedoch die Mehrheit stellten und auch die Verwaltung und Leitung.
Ein besonders markantes Gebäude des Klostergeländes ist die romanische Küche:

Achteckig mit vielen Nischen, in denen sich die einzelnen Kochstätten befanden. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert, so wie man sich da eine mittelalterliche Kirche vorstellt.
Wir waren inzwischen hungrig, das nasse Wetter lud auch nicht zu ausgedehnten Spaziergängen auf dem Gelände ein. Immerhin fanden wir etwas zu essen – in einem Nebengebäude wurden einfache Gerichte angeboten, die man sich selbst in bereitstehenden Mikrowellen aufwärmen konnte. Das war spaßig.
Kunst gibt es auch noch. In einem großen Nutzgebäude des ehemaligen Klosters befindet sich seit 2021 ein Museum für Moderne Kunst. Wir haben es uns angeschaut, mit neuer Kunst war es ein Kontrast zum Louvre davor, tatsächlich ist mir da aber nichts als unbedingtes must-see in Erinnerung geblieben.

Aber draußen regnete es eh, da konnten wir uns auch die Kunst anschauen.
Auch danach regnete es noch, so dass sich unsere Motivation auf weitere Besichtigungen in Grenzen hielten. Wir haben es uns also lieber im Quartier gemütlich gemacht und die Freuden der französischen Patisserie genossen.
Skurrile Nebenbeobachtungen des Tages: die Militärpräsenz im Ort Fontevraud und auf dem Weg dorthin. *irx* Und natürlich das Atomkraftwerk von Chinon, an dem wir vorbeigekommen sind.
Stimmung:
nass