rabensturm: (drei)
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Gestern Abend habe ich einen Ausflug in den Orient gemacht, in die Welt von 1001 Märchen. Ich war in der Yenidze, der berühmten Dresdner Moscheenkuppel, die eigentlich eine Zigarettenfabrik gewesen ist. Heute befinden sich in dem Gebäude Büroräume, ein Restaurant – und oben direkt unter der Kuppel werden Märchen erzählt. Märchen in der Yenidze



Die Kuppelhalle wirkt von außen riesig groß, ist von innen aber eher überschaubar. Gestern war sie vor allem kalt, was aber kein Wunder ist ohne Isolation und wirkliche Heizung. Wohl deshalb (und fürs orientalische Flair) hatte man in der Kuppel ein Beduinenzelt aufgebaut, in dem die Märchen erzählt wurden und Bauchtanz vorgeführt wurde.

Auf dem Plan standen gestern die Geschichten von den sieben Frauen des Melik Schah. Im Programm liest sich das so: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte im Orient ein alter Märchenerzähler namens Hagg Omar El Bekaai. Er war in seiner Jugend zur See gefahren und hatte allerlei seltsame Geschichten gesammelt, die man nur von ihm allein zu hören bekam. Und jetzt werden sie in den Kaffeehäusern der Stadt Damaskus erzählt. Helga Werner überreicht aus dem reichen Schatz des Omars komische und erotische Geschichten von Schatzhäusern, Königstöchtern, ehrlichen Bauern, von Mäusen, Geistern und Mistkäfern.

Es waren zwei Geschichtenerzähler. Frau Werner, die im Programm stand und Stephan Reher. Beide haben das toll gemacht, ausdrucksstark, gestenreich, lebendig. Mit verstellten Stimmen teilweise und mit Herz für die Geschichten. Auch der Bauchtanz war nett anzusehen, auch wenn mir persönlich ein Tanz gereicht hätte. Spätestens beim dritten Mal war mir dann eher langweilig. ;) Aber das sah der Rest des Publikums vielleicht anders.

Was die Geschichten angeht – es gab eine Einführung zur orientalischen Märchentradition, zu dem Geschichtenzyklus und Melik Schah und seinen sieben Frauen. Es soll den Sultan tatsächlich gegeben haben. Er soll, weil sein Vater mit all seiner Macht und seinem Reichtum ein unglückliches Leben geführt hat, beschlossen haben, sein Glück in Abwechslung zu suchen. Also ließ er in sieben Gegenden seines Reiches sieben Paläste bauen, in denen seine sieben Frauen lebten. Sieben Frauen, verschieden in Art und Farbe, aber jede die schönste ihrer Art.

Wir haben vier Märchen gehört, wenn ich jetzt nicht was vergessen habe. Märchen, die die Frauen ihrem Sultan erzählten oder von seinen Freunden. Ich kann die Titel nicht vollständig wiedergeben, sondern nur das, wie ich sie nennen würde. Ob die Prinzen nun Ahmed oder Ohani oder wie auch immer heißen, ist ja auch nicht ganz so wichtig…

- die Geschichte vom Prinzen und den drei schönen Frauen
- die Geschichte vom Bauernsohn, der die Sprache der Vögel verstand
- der blinde Maler
- die Geschichte vom Bettler, der Maus, dem Mistkäfer und dem Schlaf

Es war spannend, lustig und ja, auch ein bisschen erotisch, auch wenn ich nicht wüsste, ob die Altersbeschränkung ab 14 wirklich nötig war. Alles harmlos. ;)

Ein schöner Abend. Hat sich gelohnt. :) Wenn ich was mit Hörbüchern anfangen könnte, hätte sich vielleicht auch die CD dazu gelohnt.

Stimmung:
märchenhaft
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