Tag 2 – Muggendorf bis Pottenstein
24 Sep 2008 08:35 pmNach der ersten 20-km-Strecke hielten sich die Wehwehchen noch in Grenzen – aber man startete trotzdem nicht grad mit dem Übermaß seiner Leistungsfähigkeit. Und da schloß sich gleich noch mal eine solche Strecke an. Aber es war Sonntag, das Wetter war gut, das Frühstück reichlich – und mit dem Läuten der Kirchenglocken machten wir uns wieder auf den Weg. Keine Überraschung – es ging bergauf!
Erst mal durch den Ort und dann in der Haarnadelkurve in den Wald hinein. Und dort den Berg hinauf. Steil, steil, steil, immer den Berg hinauf, bis zur Oswaldhöhle. Der Wald war schön, die Aussicht auch und den Weg mochte ich auch. Geschnauft hab ich bei der Steigung aber trotzdem. Oben dann die Höhle war schon abenteuerlicher. In 60 m Länge bildete die Höhle einen durchgang des Wanderweges. Soweit so gut – nur sah man nichts von dem Weg (oder der Höhle), weil es drinnen natürlich stockfinster war. Und da ich mit Susann nach Foto- und Trinkpause etwas später war, standen wir dann zu zweit allein im Finstern. „Hallo? Haaalloo?“ Und schaurig verhallten die Rufe in der Finsternis... ich hab ein bißchen mit der Kamera rumgeblitzt, in der Hoffnung, den Durchgang zu finden, aber irgendwie gings da nirgens weiter. Da war ein Knick im Weg, durch den es an der Ecke wie Ende aussah. Letztendlich bin ich da noch mal hingegangen, Susann vorher in Sichtweite des Eingangs postiert, damit ich sie wiederfinde. *g* Aber von der Ecke aus, ging es tatsächlich weiter und gab eine Ausgang, wo schon die anderen warteten. Die hatten wohl auch gerufen, aber alles verhallte ungehört in der Finsternis. Sehr spaßig das Ganze. *g*
Nachträglich hab ich auf den wild herumgeblitzen Bildern auch gesehen, dass es drinnen in der finsteren Höhle tatsächlich Wegmarkierungen gab.

Nach diesem Abenteuer gab es erst mal wieder beruhigenden Wald mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher, bevor wir uns an das nächste wagten. Das Hohe Kreuz – ein Aussichtsturm, der eher wie ein riesiger Jägerhochsitz wirkte. Ein hölzernes Gerüst mit mehr oder weniger intakten Stufen und oben einer Aussichtsfläche. Ja, ein Kreuz pappte ganz oben auch noch dran, wirkte jetzt aber auch nicht so spektakulär, als das man diese Installation danach benennen müsste. Aber vielleicht finde auch nur ich Banause das so. ;) Die Aussicht war jedenfalls schön und die Einblicke in die wackelige Holzkonstruktion zumindest... interessant.
Weiter gings um einen Ort drumrum, und wieder durch Wald und Fels hinab ins nächste Tal. Sehr beeindruckende Felsen übrigens, die mit ihren Höhlen, Treppen und Brücken den Namen Riesenburg wahrlich verdient haben. Keine Ahnung, wie viel davon natürlich ist, wie viel in grauer Vorzeit genutzt und was erst im Zuge der Romantik ausgebaut wurde. Auf jeden Fall war es beeindruckend und mehr als sehenswert. Fotos gibt es auch mehr als genug. *g*


Behringersmühle war der nächste Ort (wenn auch ohne Mühle) und dort haben wir erst mal Mittagspause gemacht. Auf einem Spielplatz! Mit Wippe! Und Schaukel! Und Klettergerüst! Ja, das begeistert dieWanderweiber lieben Kleinen. *g* Wir hatten jedenfalls viel Spaß – auch wenn es in Schatten und Wind verdammt kalt war da. Bewegung hat geholfen, aber beim Essen haben wir schon erst mal gebibbert.
Der Wanderweg – der Frankenweg – ist ja immer sehr gut ausgeschildert gewiesen. Es gab eigentlich nie ein Problem, die richtige Abzweigung zu finden und immer mehr als genug Schilder. Außerdem nimmt der Frankenweg nicht immer die kürzeste Strecke zwischen den Etappen, sondern die landschaflich und kulturhistorisch sehenswerten. Beim nächsten Stück haben wir das sehr konkret erfahren, weil wir mit dem Umweg über Gößweinsteinbestimmt 6 km zusätzlich gelaufen sind und am Ende wieder knapp hinter Behringersmühle rauskamen. Ich fand den Weg aber sehr schön.
Es ging erst wieder zu einer Mühle und da bergauf, einen Weg hinauf, der sich schon verheißungsvoll „Felsensteig“ nannte. Erst mal nur Serpentinen im Wald, dann aber wirklich ein schmaler Pfad zwischen Felsen entlang. *schmacht* Schön! Und diese wunderschönen großen Buchen, die da wuchsen!

Ein bißchen erinnerte es an heimische Gefilde und die Sächsische Schweiz – aber damit würde man der Fränkischen Schweiz wohl Unrecht tun. Die Gegend ist schon ähnlich, aber das ist jetzt nichts, was man ständig vergleichen oder bewerten müsste.
Nach dem letzten anstrengenden Aufstieg standen wir quasi vor der Hintertür von Burg Gößweinstein. Nach dem, was ich grad so flüchtig dazu nachgeschaut habe, muss die Burg innen sehr sehenswert sein. – Von außen thronte sie jedenfalls sehr malerisch über der Stadt mit ihren Türmchen und Zinnen. Angesichts der Zeit und der restlichen Wegstrecke sind wir aber nicht reingegangen sondern weitergelaufen.
Gößweinstein ist ein Wallfahrtsort. Damit ist der Ort (die Stadt?) spürbar touristisch ausgeprägt, mal ganz von den riesigen Parkplätzen und Reliquienhändlern abgesehen, die wohl für die Pilgerscharen bereitstanden. Wir fanden das alles etwas sehr... viel. Zu touristisch, zu städtisch, zu viel. Aber die große Basilika war durchaus sehr hübsch, und der Frankenweg führte uns ja auch direkt vorbei.

Vorbei gings auch an einer kleinen Kapelle und einigen Stationen des Pilgerwegs (zumindest sind uns nur zwei der drei Steintafeln aufgefallen, keine Ahnung, wo der Rest war). Es ging sonnige Feldwege entland, wieder durch den Wald, wieder bergab, bergab, bergab bis schließlich nach Tüchersfeld. – Währen wir unten im Tal geblieben, wär das gleich um die Ecke von behringersmühle gewesen. Aber wir waren ja nicht hier für die kürzeste Strecke – sonst hätten wir ja gleich die Straße langlaufen könne. *g*
Tüchersfeld ist ein Postkartenmotiv der Fränkischen Schweiz und wohl auch ein Zentrum für Kletter- oder Wanderfreunde.

Auf jeden Fall ist der Ort nicht sehr groß – und bot uns leider keine Unterkunft wie ich ursprünglich geplant hatte. Wir mussten noch ein Stück weiter bis Pottenstein. – Laut unserer Frankenwegbroschüre waren das nur noch 4,5 km – aber auch da war die Streckenangabe wohl mal wieder etwas kreativer. Am Wegweiser Ortsausgang Tüchersfeld stand was von 3,5 km – aus der Gegenrichtung fanden wir eine Markierung mit 5 km – und ich schätze mal 5 oder 6 km werden es am Ende schon gewesen sein. Zog sich jedenfalls auch ewig hin der Weg, und mit der zweiten 20-Kilometer-Strecke in den Beinen schwindet irgendwann auch das Interesse für die Schönheiten am Wegesrand. Wald und Felsformationen gab es noch genug zu bewundern – allerdings auch menschenmengen, die daran herumkletterten, wanderten oder uns auf Mountainbikes entgegenpreschten. *irx* Der Vorhut sind wohl zwei Radfahrer direkt vor die Füße gefallen...
Dieses letzte Stück Weg hielt sich paralell der Straße und brachte uns dann irgendwann doch ans Ziel. „Ist es noch weit, Papa Schlumpf?“ Wir schlurften durch Pottenstein, Richtung Lärm vom Kindergartenfest und fanden da schließlich auch unsere Unterkunft. Ein Gasthof in einem 400 Jahre alten Fachwerkhaus. Da fielen wir erst mal im Biergarten ein zu Kaffee und Kakao und dann konnte man entspannen. Ich war für die warme Dusche und Füßehochlegen, so wie Nina und Susann, die Vorhut wanderte noch frohgemut zur Sommerrodelbahn und erkundete den Ort. *ächz* Jedem das seine. ;)
Immerhin brachten die Erkundungen uns das Abendessen beim Italiener im Ort ein - und die Pizza da war auch wirklich lecker. Satt und zufrieden und so konnten wir auch diesen Tag erfolgreich beschließen.
Stimmung:
redlich erschöpft
Erst mal durch den Ort und dann in der Haarnadelkurve in den Wald hinein. Und dort den Berg hinauf. Steil, steil, steil, immer den Berg hinauf, bis zur Oswaldhöhle. Der Wald war schön, die Aussicht auch und den Weg mochte ich auch. Geschnauft hab ich bei der Steigung aber trotzdem. Oben dann die Höhle war schon abenteuerlicher. In 60 m Länge bildete die Höhle einen durchgang des Wanderweges. Soweit so gut – nur sah man nichts von dem Weg (oder der Höhle), weil es drinnen natürlich stockfinster war. Und da ich mit Susann nach Foto- und Trinkpause etwas später war, standen wir dann zu zweit allein im Finstern. „Hallo? Haaalloo?“ Und schaurig verhallten die Rufe in der Finsternis... ich hab ein bißchen mit der Kamera rumgeblitzt, in der Hoffnung, den Durchgang zu finden, aber irgendwie gings da nirgens weiter. Da war ein Knick im Weg, durch den es an der Ecke wie Ende aussah. Letztendlich bin ich da noch mal hingegangen, Susann vorher in Sichtweite des Eingangs postiert, damit ich sie wiederfinde. *g* Aber von der Ecke aus, ging es tatsächlich weiter und gab eine Ausgang, wo schon die anderen warteten. Die hatten wohl auch gerufen, aber alles verhallte ungehört in der Finsternis. Sehr spaßig das Ganze. *g*
Nachträglich hab ich auf den wild herumgeblitzen Bildern auch gesehen, dass es drinnen in der finsteren Höhle tatsächlich Wegmarkierungen gab.
Nach diesem Abenteuer gab es erst mal wieder beruhigenden Wald mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher, bevor wir uns an das nächste wagten. Das Hohe Kreuz – ein Aussichtsturm, der eher wie ein riesiger Jägerhochsitz wirkte. Ein hölzernes Gerüst mit mehr oder weniger intakten Stufen und oben einer Aussichtsfläche. Ja, ein Kreuz pappte ganz oben auch noch dran, wirkte jetzt aber auch nicht so spektakulär, als das man diese Installation danach benennen müsste. Aber vielleicht finde auch nur ich Banause das so. ;) Die Aussicht war jedenfalls schön und die Einblicke in die wackelige Holzkonstruktion zumindest... interessant.
Weiter gings um einen Ort drumrum, und wieder durch Wald und Fels hinab ins nächste Tal. Sehr beeindruckende Felsen übrigens, die mit ihren Höhlen, Treppen und Brücken den Namen Riesenburg wahrlich verdient haben. Keine Ahnung, wie viel davon natürlich ist, wie viel in grauer Vorzeit genutzt und was erst im Zuge der Romantik ausgebaut wurde. Auf jeden Fall war es beeindruckend und mehr als sehenswert. Fotos gibt es auch mehr als genug. *g*
Behringersmühle war der nächste Ort (wenn auch ohne Mühle) und dort haben wir erst mal Mittagspause gemacht. Auf einem Spielplatz! Mit Wippe! Und Schaukel! Und Klettergerüst! Ja, das begeistert die
Der Wanderweg – der Frankenweg – ist ja immer sehr gut ausgeschildert gewiesen. Es gab eigentlich nie ein Problem, die richtige Abzweigung zu finden und immer mehr als genug Schilder. Außerdem nimmt der Frankenweg nicht immer die kürzeste Strecke zwischen den Etappen, sondern die landschaflich und kulturhistorisch sehenswerten. Beim nächsten Stück haben wir das sehr konkret erfahren, weil wir mit dem Umweg über Gößweinsteinbestimmt 6 km zusätzlich gelaufen sind und am Ende wieder knapp hinter Behringersmühle rauskamen. Ich fand den Weg aber sehr schön.
Es ging erst wieder zu einer Mühle und da bergauf, einen Weg hinauf, der sich schon verheißungsvoll „Felsensteig“ nannte. Erst mal nur Serpentinen im Wald, dann aber wirklich ein schmaler Pfad zwischen Felsen entlang. *schmacht* Schön! Und diese wunderschönen großen Buchen, die da wuchsen!
Ein bißchen erinnerte es an heimische Gefilde und die Sächsische Schweiz – aber damit würde man der Fränkischen Schweiz wohl Unrecht tun. Die Gegend ist schon ähnlich, aber das ist jetzt nichts, was man ständig vergleichen oder bewerten müsste.
Nach dem letzten anstrengenden Aufstieg standen wir quasi vor der Hintertür von Burg Gößweinstein. Nach dem, was ich grad so flüchtig dazu nachgeschaut habe, muss die Burg innen sehr sehenswert sein. – Von außen thronte sie jedenfalls sehr malerisch über der Stadt mit ihren Türmchen und Zinnen. Angesichts der Zeit und der restlichen Wegstrecke sind wir aber nicht reingegangen sondern weitergelaufen.
Gößweinstein ist ein Wallfahrtsort. Damit ist der Ort (die Stadt?) spürbar touristisch ausgeprägt, mal ganz von den riesigen Parkplätzen und Reliquienhändlern abgesehen, die wohl für die Pilgerscharen bereitstanden. Wir fanden das alles etwas sehr... viel. Zu touristisch, zu städtisch, zu viel. Aber die große Basilika war durchaus sehr hübsch, und der Frankenweg führte uns ja auch direkt vorbei.
Vorbei gings auch an einer kleinen Kapelle und einigen Stationen des Pilgerwegs (zumindest sind uns nur zwei der drei Steintafeln aufgefallen, keine Ahnung, wo der Rest war). Es ging sonnige Feldwege entland, wieder durch den Wald, wieder bergab, bergab, bergab bis schließlich nach Tüchersfeld. – Währen wir unten im Tal geblieben, wär das gleich um die Ecke von behringersmühle gewesen. Aber wir waren ja nicht hier für die kürzeste Strecke – sonst hätten wir ja gleich die Straße langlaufen könne. *g*
Tüchersfeld ist ein Postkartenmotiv der Fränkischen Schweiz und wohl auch ein Zentrum für Kletter- oder Wanderfreunde.
Auf jeden Fall ist der Ort nicht sehr groß – und bot uns leider keine Unterkunft wie ich ursprünglich geplant hatte. Wir mussten noch ein Stück weiter bis Pottenstein. – Laut unserer Frankenwegbroschüre waren das nur noch 4,5 km – aber auch da war die Streckenangabe wohl mal wieder etwas kreativer. Am Wegweiser Ortsausgang Tüchersfeld stand was von 3,5 km – aus der Gegenrichtung fanden wir eine Markierung mit 5 km – und ich schätze mal 5 oder 6 km werden es am Ende schon gewesen sein. Zog sich jedenfalls auch ewig hin der Weg, und mit der zweiten 20-Kilometer-Strecke in den Beinen schwindet irgendwann auch das Interesse für die Schönheiten am Wegesrand. Wald und Felsformationen gab es noch genug zu bewundern – allerdings auch menschenmengen, die daran herumkletterten, wanderten oder uns auf Mountainbikes entgegenpreschten. *irx* Der Vorhut sind wohl zwei Radfahrer direkt vor die Füße gefallen...
Dieses letzte Stück Weg hielt sich paralell der Straße und brachte uns dann irgendwann doch ans Ziel. „Ist es noch weit, Papa Schlumpf?“ Wir schlurften durch Pottenstein, Richtung Lärm vom Kindergartenfest und fanden da schließlich auch unsere Unterkunft. Ein Gasthof in einem 400 Jahre alten Fachwerkhaus. Da fielen wir erst mal im Biergarten ein zu Kaffee und Kakao und dann konnte man entspannen. Ich war für die warme Dusche und Füßehochlegen, so wie Nina und Susann, die Vorhut wanderte noch frohgemut zur Sommerrodelbahn und erkundete den Ort. *ächz* Jedem das seine. ;)
Immerhin brachten die Erkundungen uns das Abendessen beim Italiener im Ort ein - und die Pizza da war auch wirklich lecker. Satt und zufrieden und so konnten wir auch diesen Tag erfolgreich beschließen.
Stimmung:
redlich erschöpft
no subject
Date: 24 Sep 2008 06:55 pm (UTC)Riesenburg
Date: 15 Jan 2009 05:23 pm (UTC)