Laxey, Snaefell & The Braaid
29 Jul 2018 08:46 pmFür diesen Tag hatten wir uns einen Ausflug in die Industriegeschichte der Isle of Man vorgenommen. Wir sind dazu nach Laxey gefahren, einem kleinen Örtchen im Osten der Insel. In der Gegend wurde lange Bergbau betrieben, es gab Blei- und Zinnminen und die dazugehörige Infrastruktur mit Halden, Fabriken, Erzwaschplätzen. Heute gibt es noch das Great Laxey Wheel, das der Entwässerung der Minen diente.

Dieses beeindruckende Wasserrad wurde 1854 errichtet und nach der Frau des damaligen Gouverneurs „Lady Isabella“ benannt. Schon damals war sie auch Touristenattraktion und sollte auch Eindruck machen. Rund 22 Meter misst das Rad im Durchmesser, damit ist es das größte Wasserrad Europas. Beeindruckend auch das lange Viadukt, auf dem eine sehr lange… äh… Stange die Drehbewegung des Rades weiterleitet.

Als wir am Freitag kurz nach Öffnungszeit am Eingang standen, stand das Rad still. Wir haben erfahren, dass freitags immer Servicetechniker da sind, um das Rad zu warten. Das war für uns natürlich super. Wir konnten das Rad angucken, als es stand und gleich noch zugucken, was die Techniker taten. Und wir konnten beobachten, wie das Wasser wieder lief und sich das Rad in Bewegung setzte. Da wird einem doch was geboten! :)
Wir haben die Anlage zweimal erklettert, wir sind dem Bergbaupfad ein Stück gefolgt und haben ein Stück in die Mine geschaut. Wir haben gestaunt, wie wenig Wasser es bedurfte, um das Rad in Bewegung zu setzen und zu halten. Das ist schon sehr beeindruckend von der Maschine, die bis 1929 hier gearbeitet hat. :)
Zurück im Ort beeilten wir uns dann, ein Zugticket zu bekommen. Laxey ist ein Verkehrsknotenpunkt historischer Eisenbahnen. Es liegt an der Manx Electric Railway, die von der Hauptstadt Douglas nach Ramsey führt. Und hier startet die Sneafell Mountain Railway, die auf den höchsten Berg der Insel führt.

Wir wollten auf den Berg. Die Bahn ist ebenso historisch wie die Lady Isabella. 1895 wurde sie gegründet. Seit dem erklimmt sie tapfer die Hänge des Sneafell mit Steigungen bis zu 12 %. Die Strecke ist 5 Meilen (8 km) lang. Es gibt eine Haltestelle an der TT-Strecke, die besonders bei Wanderern beliebt ist, die einen Rest des Aufstieges selbst bewältigen wollen.

Das mit der Adhäsions-Technik und der dritten Schiene hab ich nicht verstanden – ich lerne jetzt allerdings, dass die Bahn Teile ausgemusterter Aachener Straßenbahnen nutzt. Das ist spaßig.
Der Weg hinauf bot – mit Erklärungen vom Band – noch mal einen schönen Blick auf Lady Isabella und das Tal von Laxey, dann natürlich auf die Hügellandschaft und noch mehr Bergbaulandschaft und auf den TT-Kurs. Oben an der Bergstation angekommen, ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel des Sneafell. 621 Meter ist der Berg hoch und bietet Aussicht auf die ganze Insel, auf Schottland, England, Wales und Irland. – Oder auch nicht, weil wir einen wolkigen Tag erwischt haben und quasi gar nichts sahen was sich außerhalb der Insel befand. Das war nach dem strahlenden Sonnenschein der letzten Tage ein bisschen Pech, aber nicht schlimm.

Wir haben uns umgeguckt, sind aber gleich bei nächster Gelegenheit wieder zurückgefahren. In Laxey haben wir uns dann noch ein zweites großes Wasserrad angeschaut: Lady Evelyn, das seit einigen Jahren wieder am alten Platz steht.

Wir waren in der alten Wollmühle von Laxey, haben da ganz klassisch Tee und Kuchen verspeist. Auch das Kirchlein haben wir uns angeschaut, wo wieder – Überraschung! – Flower Festival war. Die Damen da waren wieder sehr freundlich und einladend, da hatte man vor lauter Liebenswürdigkeit kaum Zeit, das Bauwerk anzuschauen. ;) Kaffee, Tee und Kuchen hätte es da auch gegeben.
Danach haben wir uns wieder auf die Suche nach alten Steinen gemacht. in Laxey befindet sich King Orry’s Grave, die größte Megalithanlage der Insel. Groß ist sie, ein Schild gibt es auch, wir sind trotzdem erst mal in der falschen Richtung unterwegs gewesen… wir hatten aber auch nicht erwartet, dass sich die Steine im Garten normaler Häuser befinden.

Die Anlage befindet sich auf beiden Seiten der Straße – oder andersrum, die Straße geht mittendurch. Da ist es natürlich schwierig, sich einen ursprünglichen Gesamteindruck vorzustellen. King Orry ist jedenfalls eine historische Figur. Er war König Godred Weißhand, der im Jahr 1079 das „Kingdom of Man and the Isles“ übernahm, Man und schottischen Hebriden. Dass das nun sein tatsächliches Grab ist, mag bezweifelt werden, auch ob es sich überhaupt um eine Grabanlage handelte.
Für den Nachmittag hatten wir dann ein Date. Wir waren mit einer Twitterbekanntschaft verabredet und haben sehr nett geplaudert. :) Danke noch mal für die Einladung!
Auf dem Rückweg nach Süden haben wir gleich an der Strecke in Crosby gegessen (ich hatte sehr leckere Nudeln), dann haben wir gleich noch einen Steinkreis gesucht. The Braaid:

Dabei ist das gar kein Steinkreis. Das sind die Reste eines Rundhauses und zweier Langhäuser aus der Eisen- und/oder Wikingerzeit. Die Gebäudereste weisen beachtliche Dimensionen auf: das Rundhaus hatte einen Durchmesser von reichlich 16 m, die Langhäuser waren 20m bzw. 18 m lang.

Das ist unsere Lieblingssteinmonument der Insel. Der Ort alleine ist schon toll mit der weiten Aussicht über das Hügelland. Die Steine sind toll, alte stehende Steine und dazwischen immer mal ein leuchtend weißer Quarzbrocken. Und auch die Wiese war toll mit blühenden Sommergewächsen im Abendlicht. Sehr idyllisch und friedlich. Ein Lieblingsplatz. :)
Stimmung:
unterwegs unterwegs

Dieses beeindruckende Wasserrad wurde 1854 errichtet und nach der Frau des damaligen Gouverneurs „Lady Isabella“ benannt. Schon damals war sie auch Touristenattraktion und sollte auch Eindruck machen. Rund 22 Meter misst das Rad im Durchmesser, damit ist es das größte Wasserrad Europas. Beeindruckend auch das lange Viadukt, auf dem eine sehr lange… äh… Stange die Drehbewegung des Rades weiterleitet.

Als wir am Freitag kurz nach Öffnungszeit am Eingang standen, stand das Rad still. Wir haben erfahren, dass freitags immer Servicetechniker da sind, um das Rad zu warten. Das war für uns natürlich super. Wir konnten das Rad angucken, als es stand und gleich noch zugucken, was die Techniker taten. Und wir konnten beobachten, wie das Wasser wieder lief und sich das Rad in Bewegung setzte. Da wird einem doch was geboten! :)
Wir haben die Anlage zweimal erklettert, wir sind dem Bergbaupfad ein Stück gefolgt und haben ein Stück in die Mine geschaut. Wir haben gestaunt, wie wenig Wasser es bedurfte, um das Rad in Bewegung zu setzen und zu halten. Das ist schon sehr beeindruckend von der Maschine, die bis 1929 hier gearbeitet hat. :)
Zurück im Ort beeilten wir uns dann, ein Zugticket zu bekommen. Laxey ist ein Verkehrsknotenpunkt historischer Eisenbahnen. Es liegt an der Manx Electric Railway, die von der Hauptstadt Douglas nach Ramsey führt. Und hier startet die Sneafell Mountain Railway, die auf den höchsten Berg der Insel führt.

Wir wollten auf den Berg. Die Bahn ist ebenso historisch wie die Lady Isabella. 1895 wurde sie gegründet. Seit dem erklimmt sie tapfer die Hänge des Sneafell mit Steigungen bis zu 12 %. Die Strecke ist 5 Meilen (8 km) lang. Es gibt eine Haltestelle an der TT-Strecke, die besonders bei Wanderern beliebt ist, die einen Rest des Aufstieges selbst bewältigen wollen.

Das mit der Adhäsions-Technik und der dritten Schiene hab ich nicht verstanden – ich lerne jetzt allerdings, dass die Bahn Teile ausgemusterter Aachener Straßenbahnen nutzt. Das ist spaßig.
Der Weg hinauf bot – mit Erklärungen vom Band – noch mal einen schönen Blick auf Lady Isabella und das Tal von Laxey, dann natürlich auf die Hügellandschaft und noch mehr Bergbaulandschaft und auf den TT-Kurs. Oben an der Bergstation angekommen, ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel des Sneafell. 621 Meter ist der Berg hoch und bietet Aussicht auf die ganze Insel, auf Schottland, England, Wales und Irland. – Oder auch nicht, weil wir einen wolkigen Tag erwischt haben und quasi gar nichts sahen was sich außerhalb der Insel befand. Das war nach dem strahlenden Sonnenschein der letzten Tage ein bisschen Pech, aber nicht schlimm.

Wir haben uns umgeguckt, sind aber gleich bei nächster Gelegenheit wieder zurückgefahren. In Laxey haben wir uns dann noch ein zweites großes Wasserrad angeschaut: Lady Evelyn, das seit einigen Jahren wieder am alten Platz steht.

Wir waren in der alten Wollmühle von Laxey, haben da ganz klassisch Tee und Kuchen verspeist. Auch das Kirchlein haben wir uns angeschaut, wo wieder – Überraschung! – Flower Festival war. Die Damen da waren wieder sehr freundlich und einladend, da hatte man vor lauter Liebenswürdigkeit kaum Zeit, das Bauwerk anzuschauen. ;) Kaffee, Tee und Kuchen hätte es da auch gegeben.
Danach haben wir uns wieder auf die Suche nach alten Steinen gemacht. in Laxey befindet sich King Orry’s Grave, die größte Megalithanlage der Insel. Groß ist sie, ein Schild gibt es auch, wir sind trotzdem erst mal in der falschen Richtung unterwegs gewesen… wir hatten aber auch nicht erwartet, dass sich die Steine im Garten normaler Häuser befinden.

Die Anlage befindet sich auf beiden Seiten der Straße – oder andersrum, die Straße geht mittendurch. Da ist es natürlich schwierig, sich einen ursprünglichen Gesamteindruck vorzustellen. King Orry ist jedenfalls eine historische Figur. Er war König Godred Weißhand, der im Jahr 1079 das „Kingdom of Man and the Isles“ übernahm, Man und schottischen Hebriden. Dass das nun sein tatsächliches Grab ist, mag bezweifelt werden, auch ob es sich überhaupt um eine Grabanlage handelte.
Für den Nachmittag hatten wir dann ein Date. Wir waren mit einer Twitterbekanntschaft verabredet und haben sehr nett geplaudert. :) Danke noch mal für die Einladung!
Auf dem Rückweg nach Süden haben wir gleich an der Strecke in Crosby gegessen (ich hatte sehr leckere Nudeln), dann haben wir gleich noch einen Steinkreis gesucht. The Braaid:

Dabei ist das gar kein Steinkreis. Das sind die Reste eines Rundhauses und zweier Langhäuser aus der Eisen- und/oder Wikingerzeit. Die Gebäudereste weisen beachtliche Dimensionen auf: das Rundhaus hatte einen Durchmesser von reichlich 16 m, die Langhäuser waren 20m bzw. 18 m lang.

Das ist unsere Lieblingssteinmonument der Insel. Der Ort alleine ist schon toll mit der weiten Aussicht über das Hügelland. Die Steine sind toll, alte stehende Steine und dazwischen immer mal ein leuchtend weißer Quarzbrocken. Und auch die Wiese war toll mit blühenden Sommergewächsen im Abendlicht. Sehr idyllisch und friedlich. Ein Lieblingsplatz. :)
Stimmung:
unterwegs unterwegs