12 May 2012

rabensturm: (drei)
Etwa 8 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich das ethnographische Freilichtmuseum von Riga. Das zeigt auf einer Fläche von ca. 80 ha originale und rekonstruierte Gebäude der lettischen Bauern- und Fischerkultur. Will heißen, es wurden ganze Dörfer, Kirchlein, Höfe, Mühlen, Scheunen, die von Verfall bedroht waren, abgebaut und hier wieder aufgebaut oder nachgebaut. Das 1924 gegründete Museum ist (laut Reiseführer) das älteste Freilichtmuseum Europas und bietet Einblicke in die verschiedenen historischen Landesregionen: Kurzeme (dt. Kurland), Zemgale, Latgale und Vidzeme. Ich kann allerdings nicht sagen, dass ich die Gebäude bzw. Fotos jetzt noch den einzelnen Regionen zuordnen könnte. ;) Macht nichts, der Eindruck reicht und ich mag solche Museen immer sehr gern.

Und natürlich will ich auch ein paar dieser Eindrücke zeigen:



Einer der vielen gezeigten Höfe. Es hat mir gut gefallen, dass die Höfe und Dörfer einen so… lebendigen Eindruck machten. Gras ist gemäht, Werkzeug steht herum, Türen und Fenster stehen manchmal offen, im Garten wird gearbeitet. Das macht das alte Leben sehr anschaulich.





Es gibt (mindestens) drei Kirchen, mehrere Brunnen, alte Bienenstöcke, ein Wirtshaus, Scheunen und Schuppen und ständig Saunen. Die ältesten Häuser sind über 300 Jahre alt. Es gibt ein komplettes kurisches Fischerdorf, eine Schmiede, eine Töpferwerkstatt und nebenbei auch den malerischen Ausblick auf den Jugla See:



Dort befand sich das schon erwähnte Fischerdorf, bei dem wir aber zugegebenermaßen schon ein bisschen fußlahm waren. Ich glaube zwar nicht, dass wir die kompletten 80 ha abgelaufen sind – aber es war schon ein sehr weitläufiges Gelände. Aber ein sehr schönes Gelände mit sandigen Hügeln und Kiefernwäldchen. Sehr baltisch. :)



Nebenbei sind wir noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, um das Museum zu erreichen – wir sind Bus gefahren. Das ist in einem Land, wo man die Sprache nicht spricht ja immer etwas… abenteuerlich. Ja, die Busse waren modern, die Bezahlung funktionierte mittels e-Ticket und es gab auch eine Stationenanzeige – die allerdings nicht immer auf dem Stand der Dinge war. Abenteuer! Und außerdem einen Eindruck von der Stadt außerhalb der herausgeputzten Innenstadt. Auch das war sehr interessant.

Insgesamt sehr empfehlenswert! Und mit Museum und Innenstadt haben wir vermutlich die Sehenswürdigkeiten gesehen, die uns interessierten. Okay, der Brüderfriedhof vielleicht noch, aber man kann in zwei Tagen nicht alles sehen. Ansonsten bietet Riga an jeder Ecke ein Museum, wo man von Kulturgeschichte über lettischer Literatur bis hin zur Fotokunst alles besichtigen kann. Ist jetzt aber nicht so meinst. ;) Für einen längeren Aufenthalt würden sich für mich dann wohl eher die Dinge ein bisschen weiter außerhalb anbieten: Jurmala, Bauska und Schloss Rundale, die lettische Ostseeküste… also immer noch genug zu entdecken. Irgendwann mal. ;)


Stimmung:
viel entdeckt

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