11 Jul 2012

rabensturm: (feder)
Inverurie war unser Stützpunkt, weil es hier im Umkreis massenhaft steinerne Monumente gibt. Aberdeenshire ist voll von mehr oder weniger gut erhaltenen Steinkreisen, Grabanlagen, piktischen Steinen. Das ist natürlich genau das richtige für uns. *g*

Angefangen haben wir beim Easter Aquhorthies Steinkreis. Einem der schönsten und berühmtesten Steinkreise in der Gegend. Es handelt sich um einen Recumbent Stone Circle, eine Art, die in der Gegend sehr verbreitet ist. Recumbent Stone Circle bedeutet, dass sich ein "liegender Stein" begleitet von zwei stehenden, hohen, oft spitz zulaufenden "Flankensteinen" innerhalb des Kreises oder nahebei befinden.



Ob das ein Altar war oder ein symbolischer Eingang oder die Blockierung eines Eingangs… man weiß es nicht. Klar scheint allerdings, dass die 11 stehenden Steine einen Bezug zum Mondlauf haben.

Der Steinkreis befindet sich relativ weit oben im Gelände mit schöner Aussicht ringsum (wenn man Aussicht hat). Es gibt einen leichten Wall ringsum und vermutlich gab es auch innerhalb des Kreises mal einen Steinhügel. Etwas ähnliches haben wir dann später auch noch gesehen.

Erst mal hat uns unsere Steintour aber zum Archäolink Park geführt. Das ist ein Park, wo man die stein- und bronzezeitliche Welt erlebbar machen wollte, komplett mit nachgebauten Gebäuden, Cairns und Steinkreisen und gewandeten Darstellern, die das Leben jeder Zeit nachspielen. Eine sehr schöne Idee – allerdings wohl kein dauerhaft tragfähiges Konzept. Der Park war nämlich zu. Aus Geldmangel geschlossen. Schade. :(

Wir sind weitergefahren, haben einen Abzweig verpasst, dafür einen piktischen Stein gefunden, der nicht auf Silphs kluger Liste stand. Und nebenbei sind wir durch eine wunderschöne Allee gefahren, von der Silph dieses großartige Bild gelungen ist:



Dann der nächste Steinkreis, wieder ein recumbent circle, diesmal sogar noch mit Steinhäufen und Grabhügeln und Verbrennungsstätten:



Der Loanhead of Deviot. Wie schon der Easter Aquhorthies war auch dieser Steinkreis ziemlich… nass, was aber die Pfadfinder im Campingplatz gleich daneben nicht abzuhalten schien. Sehr tapfer. Wir sind nur ausgestiegen, haben den Kreis angeguckt, Fotos gemacht und sind weitergezogen.

Weiter zum Midmar Kirk Circle:



Das besondere an diesem Steinkreis ist ganz offensichtlich – er befindet sich mitten auf Kirchengrund, mitten auf einem Friedhof. Eine seltsame Kombination, da die frühen Christen ja eher Abstand von so heidnischem Hexenwerk gehalten haben. Die Kirche von Midmar ist aber auch noch nicht sooo alt, sie stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert. Die Kombination mit dem tausende Jahre alten Steinen ist aber trotzdem ungewohnt. Hat aber was. Und hübsch ist die Kirche mit ihren blauen Fensterrahmen auch noch.

Als nächstes kam der Kreis von Cullerlie:



Dieser Steinkreis besteht aus 8 Steinen, die einen Kreis von etwa 10 m Durchmesser bilden. Im Inneren des Kreises befinden sich acht kleine Cairns, die Leichenbrand und Werkzeuge aus Feuerstein enthielten. Damit machte der Steinkreis einen ziemlich… vollen Eindruck. Ob das allerdings so die ursprüngliche Nutzung war oder die Steinhäufchen nachträglich dazu kamen, ist nicht bekannt.

Nach so vielen spannenden Steinen wollten wir uns etwas jüngere Architektur anschauen – zumal wir quasi schon an den Grenzen des Parks von Drum Castle standen. Außerdem war es nass, und da hatte die Idee, hübsch ausstaffierte Innenräume anzusehen, einen großen Reiz. Kann ja keiner ahnen, dass sich genau dann die Sonne blicken lässt. ;)



Drum Castle ist eines der ältesten, durchgängig von einer Familie bewohnten Anwesen. Es gibt einen mittelalterlichen Burgfried, einen wohnlichen Renaissanceflügel und spätere viktorianische Anbauten. Einige der Innenräume kann man besichtigen, es gibt einen Schönen Eindruck in die luxuriöse Lebenswelt begüterter schottischer Familien. Kostete allerdings extra, weil das Schloss zum National Trust gehört und nicht zu Historic Scotland.

Auch das nächste Castle gehörte nicht zu Historic Scotland. Dunottar Castle befindet sich noch in Privatbesitz. Verständlich, dass das Eintritt kostet, irgendwie muß man das ja erhalten, auch wenn es nur noch Ruinen sind:



Der Platz auf der vorgelagerten Halbinsel ist spektakulär, allein durch die Höhe der Klippen und der Insel. Über eine schmale Landbrücke geht es hinüber und dann die steile Treppe hinauf, hinauf, hinauf. Schwieriger war aber ehrlich gesagt das hinab auf dem altmodischen Kieselsteinpflaster.

Die Feste beherbergte seit dem 14. Jahrhundert die schottischen Kronjuwelen, die 1651/52 abenteuerlich herausgeschmuggelt wurden, um sie dem Zugriff Cromwells zu entziehen. Aber es ist nahe liegend, diese sturmumtoste Trutzburg als Schatzkiste zu verwenden – oder als Gefängnis. Auch das ist ein Teil der wechselhaften Geschichte, dass Andersgläubige in den nassen Kerkern schmachteten.



Inzwischen war das Wetter besser geworden. Wir hatten aber unser Programm so ziemlich geschafft. Nur noch ein Blick auf einen arthurischen Hügel und Rebhühnchen und dann ging es für uns zurück nach Inverurie. Wir mussten ja auch noch in das andere B&B umziehen. :) Langer Tag, aber sehr erfolgreich. :)

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