14 Nov 2012

rabensturm: (drei)
Über dem Main und Würzburg thront die Festung Marienberg. Bereits in keltischer Zeit hat sich hier eine Fliehburg und ein heidnischer Kultplatz befunden. Mit der Christianisierung Frankens wandelte sich auch dieser Platz. Um das Jahr 700 wurde die erste Kirche - die älteste Kirche Würzburgs - gebaut und auch Teile der Festungsmauern sind so alt. Um 1200 gab es bereits eine Burganlage mit Bergfried und tiefem Brunnen. Von 1253 bis 1719 war die Festung Marienberg die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe, bevor diese in die prächtige Barockresidenz in die Stadt umzogen.



Wir haben uns die Burg natürlich nicht entgehen lassen und Glück gehabt, dass versuchsweise auch an einem Novemberwochenende Führungen stattfanden. Ansonsten gibt es die nur in der Saison, die eben Ende Oktober zu Ende gegangen war. Angesichts der großen Führungsgruppe hoffen wir mal, dass es weiter so gut angenommen und einträglich wird. ;)

Wir wurden vom Herrn Schlosskastellan persönlich herumgeführt und haben uns natürlich – und später auch ihn – gefragt, was denn heutzutage ein Schlosskastellan so macht. Auf jeden Fall ein beeindruckender Titel. ;)

Die Führung ging durch den Innenhof, am großen Turm vorbei, in die Kirche und das Brunnenhaus hinein. Dann hinab ins Gefängnis, weiter durch die Wehrgänge hinaus in den Burggarten mit Blick auf die Stadt.



Links der Burgturm, rechts oben der Blick auf das Brunnenhaus, das noch vor nicht all zu langer Zeit mit einer Überraschung aufwarten konnte. Das barocke Häuschen war nämlich lange Zeit in dicken Mauern verschwunden, die man erst im Rahmen einer Restaurierung untersuchte. Auch so gibt es wohl noch viel zu entdecken, ob nun in der Brunnentiefe, in den Mauern oder in alten Archiven, die noch nicht wirklich gründlich durchsucht wurden. Es lohnt sich also, alle paar Jahre mal wieder vorbeizuschauen und nach Neuigkeiten umzuhören. ;)

Die Marienkirche ist, wie schon erwähnt, die älteste Kirche Würzburgs. In ihr waren die ersten Bischöfe bestattet, wie ihre Grabplatten noch heute beweisen. So hübsch beieinander liegen die Grabplatten aber auch noch nicht so lange. Auch diese Zusammenführung erfolgte im Rahmen der Rekonstruierung und verleiht der Kapelle einen ganz eigenen Charme. Hat mir gut gefallen – und offenbar auch diversen Regisseuren, die die Location gern für Historienfilme nutzen.



Zum Schluss noch der Ausblick von den Gärten hinab auf den Main und die Stadt. Wetter hätte besser sein können – aber schon so ist der Ausblick toll und macht klar, warum eine Festung da oben auf dem Berg so nützlich ist. Überblick und eine tolle strategische Lage. Nur für die Bischöfe halt irgendwann nicht mehr luxuriös genug. ;)

Aber auch die Festung Marienberg hat den 2. Weltkrieg nicht unbeschadet überstanden. In der großen Brandnacht im März 1945 wurden große Teile der Festung zerstört und ab 1950 wieder aufgebaut. Der Aufbau hat noch bis in die 90iger Jahre gedauert, nicht zuletzt auch durch die Landesgartenschau von 1990.

Ein schöner Ausflug und ein empfehlenswertes Ziel. :)


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