2 Aug 2019

rabensturm: (feder)
Wir mussten Galway nun wieder verlassen. Nächstes Ziel war Kerry, unser nächstes Quartier lag tatsächlich auch am berühmten Ring of Kerry – aber auf dem Weg dorthin konnte man ja noch gut ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Ich wollte unbedingt auf Dingle das Gallarus Oratory sehen – aber auch der Weg dorthin beot noch Möglichkeiten. Eher zufällig haben wir uns auf der Landkarte für die Friary von Askeaton, die Ruine eines Franziskanerklosters.



Der Ort ist nicht sehr groß, hat uns aber trotzdem erst mal verwirrt. Als wir die Friary schließlich gefunden hatten, sah das vom Parkplatz aus schon sehr vielversprechend aus. Es stand auch nur ein weiteres Auto dort, den Kofferraum sperrangelweit offen. Der Besitzer war ein älterer Herr, der sofort auf uns zueilte – er würde hier Führungen anbieten, ob wir nicht Lust hätten, uns von ihm die Anlage erklären zu lassen. Hatten wir durchaus – man konnte sich seiner einnehmenden Art auch nur schwer entziehen. ;) Ich hab leider seinen Namen vergessen, aber Silph wird das in den Kommentaren hoffentlich wieder ergänzen. ;)

Und so ging es bestimmt eine Stunde lang durch die Friary, in alle Ecken und Gänge und zu allem wusste er was zu erzählen. Der Kreuzgang hat uns sehr beeindruckt, der ist ja auch noch sehr vollständig.



Wir haben die großen Fenster bestaunt, die Skulpturen, die Reliefs an den Säulen. Es gab lokale Folklore, Familiengeschichte und ein bisschen Politik. Und auch ein bisschen Hollywood, weil in der Friary die Eltern des Hollywoodstars J. Carrol Naish begraben sind.



Erstaunlich, dass die Friary nur so wenig touristisch erschlossen ist. Es gibt eine ganze Menge zu sehen, da waren wir an berühmteren Orten, die nicht so viel geboten haben (ich sag nur Glendalough). Aber natürlich hatten wir auch Glück, an den Guide zu geraten, der uns so kundig und unterhaltsam herumgeführt hat. Am Ende hat er uns noch ein Gedicht auf Irisch vorgetragen. Sehr charmant. Natürlich wollte er auch eine kleine Aufwandsentschädigung, deren Höhe er aber uns überließ.

Wir sind nun flugs weitergefahren, wir hatten hier mehr Zeit verbracht, als wir wollten… bis Dingle runter, war es ja ein Stück, aber schon der Weg in den Süden bot malerische Ausblicke auf die Landschaft.

Dingle ist eine Halbinsel im Südwesten Irlands. Eine ziemlich touristische Gegend, was man auch am Straßenverkehr merkte. Viele Leute unterwegs, viele Leute an Aussichtspunkte – aber es gab ja auch viel zu sehen.



Wir hatten nun leider nicht mehr den ganzen Tag Zeit, um die Halbinsel in Ruhe zu umrunden. Daher steuerten wir nur das Gallarus Oratory an:



Das hübsche Ding ist eine frühchristliche Kapelle aus dem 8. Jahrhundert und der „am besten erhaltene, in Trockenmauertechnik errichtete, bootsförmige Kraggewölbebau der Insel“, wenn ich mal Wikipedia zitieren darf.



Man kann rein und drumrumlaufen. Direkt daneben befinden sich Reste eines sehr viel älteren Cairns, dessen Steine vermutlich mit im Oratory verbaut wurden. Außerdem ist die Landschaft ringsum sehr hübsch. Der Weg führte entlang mannshohen blühenden Fuchsienhecken, was ich immer besonders eindrucksvoll finde, wenn ich daran denke, wie die Fuchsien bei uns im Topf über den Winter gebracht werden müssen. ;)



Begleitet wurden wir von einem freundlichen Hund, der sehr darauf bedacht schien, dass die Touristen auch alles richtig anschauten. Ich hab keine Ahnung, ob er zum Besucherzentrum gehörte oder nur in der Gegend wohnte.

Wir haben im Besucherzentrum noch Kuchen gegessen und einen Blick auf den einführenden Film geworfen. Ich finde es schon immer schön, wenn in solchen Filmen beeindruckende Landschaften gezeigt werden, Luftaufnahmen spektakulärer historischer Stätten – noch netter wäre es, wenn sie ranschreiben würden, welche Stätten das sind und wie man da hinkommt. ;)

Auf Dingle hätte man sich noch viel länger aufhalten können – wir wollten aber nicht zu spät an unserer Unterkunft ankommen und mussten dazu noch einmal um die Bucht drumrum, die Dingle von Kerry trennt. Unser Ziel war, wie gesagt der Ring of Kerry. Genauer gesagt das Örtchen Glenbeigh und noch genauer, ein reetgedecktes sehr schickes Haus mitten im Nirgendwo. Das war schon ein sehr tolles Quartier in großartiger Lage.

Zu Abend gegessen haben wir im Pub in Glenbeigh, es gab ganz ausgezeichnetes Forellenfilet. Sehr satt und sehr zufrieden sind wir zu unserem B&B zurückgekehrt und haben noch einen Spaziergang zum Meer gemacht.



It has a view!

Stimmung:
idylle

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