The Burren
30 Jul 2019 08:59 pmWir waren lange genug im Quartier in Galway, um zwei volle Tage verplanen zu können. Strategisch haben wir entschieden, am Sonntag in die Natur und am Montag zur Kultur zu gehen, das war auch in Ordnung so.
Natur sollte es in Form des Burren-Nationalparks sein. The Burren – das ist eine sehr spezielle Landschaft. Weite Flächen aus nacktem hellgrauem Stein, hellgraue kahle Berge, gesprungener Fels. Es ist eine Karstlandschaft, in der das Wasser Risse und Spalten erzeugt, Höhlen schafft und Seen auftauchen und verschwinden lässt.

Das ist für Menschen eher unwirtlich – trotzdem finden sich hier zahlreiche Spuren menschlicher Besiedlung. Es gibt Befestigungen und Gräber, Siedlungen, frühchristliche Monumente, Klöster… dabei ist es ja ganz praktisch, dass die Steine des Burren von Mutter Natur in handliche rechtwinkliche Brocken gebrochen werden. ;)
Unser erstes Ziel war der Poulnabrone-Dolmen:

Wir haben zugesehen, da früh als erstes hinzukommen, um den Menschenmengen zuvorzukommen. Der Dolmen ist – zu Recht – eine Hauptsehenswürdigkeit und wirklich sehr malerisch in der Landschaft. Da waren wir doch froh, dass der Parkplatz noch verhältnismäßig leer war und wir den Dolmen in Ruhe von allen Seiten begucken konnten.

Man kommt nicht ganz ran, das ist ja auch verständlich. Hübsch und beeindruckend war er auf jeden Fall. :)
Der Dolmen liegt an einer recht winzigen Straße, was bei dem Aufkommen an Reisebussen schon herausfordernd sein kann. In direkter Nähe befindet sich wohl auch ein touristisch vermarktetes Hillfort. Der Reiseführer hatte uns jedoch ein abgelegeneres Fort empfohlen – so haben wir uns auf noch winzigeren Sträßchen aufgemacht zur Anlage von Cahercommaun.

Es hat eine Infotafel, ansonsten ist man da aber ganz alleine mit der Natur. Es gibt noch deutliche Mauerreste zu sehen, Gräben und Wälle. Das Besondere an dieser Anlage ist aber, dass sie sich an einer Geländekante befindet. Der Hügel bricht hier steil ab, die Siedlung/Festung liegt an der Kante – und die Befestigungsmauern umschließen alles im Halbrund. Die Klippe schützt die restliche Seite.

Es geht da schon ein ganzes Stück runter, das lässt sich auf Fotos nicht so recht nachvollziehen: Auch vor Ort war es gar nicht so einfach, einen Überblick zu bekommen – da bräuchte man vermutlich ein Luftbild. Wir wollte auf wackeligen Steinhaufen auch gar nicht zu nahe an die Kante ran... Immerhin war es praktisch, dass wir zuvor am restaurierten Grianán of Aileach waren, da hatten wir den direkten Vergleich, wie es mal ausgesehen haben könnte.
Laut Hinweistafel gibt es nur noch ein anderes solches Fort, in dem die Abbruchkante eine Seite ersetzt, auf einer der Inseln vor Irland, glaube ich. Über tosendem Meer ist es sicher noch mal spektakulärer. Aber auch hier war die Anlage eindrucksvoll. Und nebenbei war es ein schöner Spaziergang den Hügel hinauf mit Blick auf die Burrenlandschaft.
Über Winzsträßchen (jetzt sogar mit Gras in der Mitte) versuchen wir, wieder zurück in die Zivilisation zu finden. Als Zufallsfund unterwegs entdeckten wir einen weiteren Dolmen:

Ich hab den Namen vergessen und nach ein bisschen recherchieren auch nicht wiedergefunden… der war jedenfalls auch sehr hübsch, gar nicht mal so viel kleiner als Poulnabrone und er stand da einfach so rum. :)
Wir wollten auch ein Stück wandern in der Burrenlandschaft. Uns sind auf den Winzsträßchen einige Wanderer begegnet (the Burren way), das erschien uns aber nicht so verlockend. Wir haben lieber das Visitor Center des Nationalparks besucht, die eine Reihe von Wanderwegen anbieten: Walking Trails. Orientierung und Beschilderung sind das eine – aber man muss ja auch erst mal hinkommen und irgendwo parken. In Corofin, wo das Visitor Center ist, gibt es da praktische – kostenlose! – Shuttlebusse, die Wanderfreunde an den Ausgangspunkt der Wanderungen bringen und dann auch wieder einsammeln.
Wir sind trotzdem mit dem Auto gefahren, weil die Shuttlebusse über Mittag Pause machten und wir nicht so lange unterwegs sein wollten. Wir wollten nur eine kleine Runde, um ein bisschen was von der Landschaft zu Fuß zu erfahren. Da haben sie uns die Parkmöglichkeiten erklärt und die Routen, das war alles sehr nett und kompetent.

Wir sind den kurzen weißen Weg gelaufen, der uns durch überraschend vielfältiges Gelände führte. Klar, da war der spektakuläre Ausblick auf die Berge. Aber da war auch Wald, mal grün und licht, mal moosig und mystisch, da war freie Fläche, da waren Steine zum Klettern und da war eine große blühende Blumenwiese.

Echt schön! Ja, das ist nicht gerade eine anspruchsvolle Runde und ja, da sind auch Touristen unterwegs – aber für einen Eindruck reichte es und wir waren ein Stück in der Natur unterwegs. :)
Es war jetzt früher Nachmittag und natürlich hätte man im Burren noch eine Menge angucken können – aber wir hatten ja auch noch nicht viel von Galway gesehen. Wir sind also zurückgefahren und haben uns – diesmal bei schönem Wetter – zu Fuß in die Innenstadt aufgemacht. Das war eine reichliche halbe Stunde Fußweg von Salthill, nach der wir dann unvermittelt im Touristentrubel standen. Uff. Das hat uns spontan ein bisschen überfordert…
Wir haben aufs Wasser geguckt und sind erst mal zur Kathedrale gegangen. Da war es ruhiger und die war durchaus auch sehenswert:

Die Kathedrale sieht von außen erst mal alt aus, wurde aber erst 1965 geweiht. Das Bauwerk entstand auf dem Gelände und der Bausubstanz des ehemaligen Gefängnisses. Innen gibt es moderner wirkende Mosaike, unter anderem eins von Präsident Kennedy, der (mit irischen Wurzeln) die Kathedrale besucht hat.
Ein seltsamer Mix aus historisierend und modern, aber nicht hässlich. Es herrscht eine angenehme ruhige, friedliche Stimmung in der Kathedrale.
Draußen haben wir uns doch noch mal ins Gewimmel der Stadt gestürzt. Sonntagnachmittag bei Sonnenschein war es vielleicht noch mal besonders voll – oder wir nahmen es besonders voll war, weil wir jetzt eine Woche eher in Einöde unterwegs gewesen waren. Überall Menschen, überall Pubs und Restaurants und überall Musik. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen – aber uns war das doch alles zu trubelig. Buchladen war schön, aber dann haben wir doch zugesehen, einen Bus zu kriegen und wieder raus Richtung Salthill zu fahren. An der Straße vom Vortag haben wir in einem dieser hippen Nudelläden was gegessen (ich hatte leckeres Lammcurry) und dann sind wir an der Promenade wieder zurückgelaufen. Genug erlebt für einen Tag, da konnten wir lieber noch ein bisschen die Aussicht aufs Meer genießen.

Stimmung:
steinig
Natur sollte es in Form des Burren-Nationalparks sein. The Burren – das ist eine sehr spezielle Landschaft. Weite Flächen aus nacktem hellgrauem Stein, hellgraue kahle Berge, gesprungener Fels. Es ist eine Karstlandschaft, in der das Wasser Risse und Spalten erzeugt, Höhlen schafft und Seen auftauchen und verschwinden lässt.

Das ist für Menschen eher unwirtlich – trotzdem finden sich hier zahlreiche Spuren menschlicher Besiedlung. Es gibt Befestigungen und Gräber, Siedlungen, frühchristliche Monumente, Klöster… dabei ist es ja ganz praktisch, dass die Steine des Burren von Mutter Natur in handliche rechtwinkliche Brocken gebrochen werden. ;)
Unser erstes Ziel war der Poulnabrone-Dolmen:

Wir haben zugesehen, da früh als erstes hinzukommen, um den Menschenmengen zuvorzukommen. Der Dolmen ist – zu Recht – eine Hauptsehenswürdigkeit und wirklich sehr malerisch in der Landschaft. Da waren wir doch froh, dass der Parkplatz noch verhältnismäßig leer war und wir den Dolmen in Ruhe von allen Seiten begucken konnten.

Man kommt nicht ganz ran, das ist ja auch verständlich. Hübsch und beeindruckend war er auf jeden Fall. :)
Der Dolmen liegt an einer recht winzigen Straße, was bei dem Aufkommen an Reisebussen schon herausfordernd sein kann. In direkter Nähe befindet sich wohl auch ein touristisch vermarktetes Hillfort. Der Reiseführer hatte uns jedoch ein abgelegeneres Fort empfohlen – so haben wir uns auf noch winzigeren Sträßchen aufgemacht zur Anlage von Cahercommaun.

Es hat eine Infotafel, ansonsten ist man da aber ganz alleine mit der Natur. Es gibt noch deutliche Mauerreste zu sehen, Gräben und Wälle. Das Besondere an dieser Anlage ist aber, dass sie sich an einer Geländekante befindet. Der Hügel bricht hier steil ab, die Siedlung/Festung liegt an der Kante – und die Befestigungsmauern umschließen alles im Halbrund. Die Klippe schützt die restliche Seite.

Es geht da schon ein ganzes Stück runter, das lässt sich auf Fotos nicht so recht nachvollziehen: Auch vor Ort war es gar nicht so einfach, einen Überblick zu bekommen – da bräuchte man vermutlich ein Luftbild. Wir wollte auf wackeligen Steinhaufen auch gar nicht zu nahe an die Kante ran... Immerhin war es praktisch, dass wir zuvor am restaurierten Grianán of Aileach waren, da hatten wir den direkten Vergleich, wie es mal ausgesehen haben könnte.
Laut Hinweistafel gibt es nur noch ein anderes solches Fort, in dem die Abbruchkante eine Seite ersetzt, auf einer der Inseln vor Irland, glaube ich. Über tosendem Meer ist es sicher noch mal spektakulärer. Aber auch hier war die Anlage eindrucksvoll. Und nebenbei war es ein schöner Spaziergang den Hügel hinauf mit Blick auf die Burrenlandschaft.
Über Winzsträßchen (jetzt sogar mit Gras in der Mitte) versuchen wir, wieder zurück in die Zivilisation zu finden. Als Zufallsfund unterwegs entdeckten wir einen weiteren Dolmen:

Ich hab den Namen vergessen und nach ein bisschen recherchieren auch nicht wiedergefunden… der war jedenfalls auch sehr hübsch, gar nicht mal so viel kleiner als Poulnabrone und er stand da einfach so rum. :)
Wir wollten auch ein Stück wandern in der Burrenlandschaft. Uns sind auf den Winzsträßchen einige Wanderer begegnet (the Burren way), das erschien uns aber nicht so verlockend. Wir haben lieber das Visitor Center des Nationalparks besucht, die eine Reihe von Wanderwegen anbieten: Walking Trails. Orientierung und Beschilderung sind das eine – aber man muss ja auch erst mal hinkommen und irgendwo parken. In Corofin, wo das Visitor Center ist, gibt es da praktische – kostenlose! – Shuttlebusse, die Wanderfreunde an den Ausgangspunkt der Wanderungen bringen und dann auch wieder einsammeln.
Wir sind trotzdem mit dem Auto gefahren, weil die Shuttlebusse über Mittag Pause machten und wir nicht so lange unterwegs sein wollten. Wir wollten nur eine kleine Runde, um ein bisschen was von der Landschaft zu Fuß zu erfahren. Da haben sie uns die Parkmöglichkeiten erklärt und die Routen, das war alles sehr nett und kompetent.

Wir sind den kurzen weißen Weg gelaufen, der uns durch überraschend vielfältiges Gelände führte. Klar, da war der spektakuläre Ausblick auf die Berge. Aber da war auch Wald, mal grün und licht, mal moosig und mystisch, da war freie Fläche, da waren Steine zum Klettern und da war eine große blühende Blumenwiese.

Echt schön! Ja, das ist nicht gerade eine anspruchsvolle Runde und ja, da sind auch Touristen unterwegs – aber für einen Eindruck reichte es und wir waren ein Stück in der Natur unterwegs. :)
Es war jetzt früher Nachmittag und natürlich hätte man im Burren noch eine Menge angucken können – aber wir hatten ja auch noch nicht viel von Galway gesehen. Wir sind also zurückgefahren und haben uns – diesmal bei schönem Wetter – zu Fuß in die Innenstadt aufgemacht. Das war eine reichliche halbe Stunde Fußweg von Salthill, nach der wir dann unvermittelt im Touristentrubel standen. Uff. Das hat uns spontan ein bisschen überfordert…
Wir haben aufs Wasser geguckt und sind erst mal zur Kathedrale gegangen. Da war es ruhiger und die war durchaus auch sehenswert:

Die Kathedrale sieht von außen erst mal alt aus, wurde aber erst 1965 geweiht. Das Bauwerk entstand auf dem Gelände und der Bausubstanz des ehemaligen Gefängnisses. Innen gibt es moderner wirkende Mosaike, unter anderem eins von Präsident Kennedy, der (mit irischen Wurzeln) die Kathedrale besucht hat.
Ein seltsamer Mix aus historisierend und modern, aber nicht hässlich. Es herrscht eine angenehme ruhige, friedliche Stimmung in der Kathedrale.
Draußen haben wir uns doch noch mal ins Gewimmel der Stadt gestürzt. Sonntagnachmittag bei Sonnenschein war es vielleicht noch mal besonders voll – oder wir nahmen es besonders voll war, weil wir jetzt eine Woche eher in Einöde unterwegs gewesen waren. Überall Menschen, überall Pubs und Restaurants und überall Musik. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen – aber uns war das doch alles zu trubelig. Buchladen war schön, aber dann haben wir doch zugesehen, einen Bus zu kriegen und wieder raus Richtung Salthill zu fahren. An der Straße vom Vortag haben wir in einem dieser hippen Nudelläden was gegessen (ich hatte leckeres Lammcurry) und dann sind wir an der Promenade wieder zurückgelaufen. Genug erlebt für einen Tag, da konnten wir lieber noch ein bisschen die Aussicht aufs Meer genießen.

Stimmung:
steinig
no subject
Date: 30 Jul 2019 07:57 pm (UTC)