Island, Teil II
23 Sep 2019 09:12 pmAn diesem Tag war eine lange Runde dran, mit Schwefelgestank und Lavaödnis. ;) Ganz anders als das viele Grün vom Vortag.
Zwischen Egilstadir und dem Myvatn befindet sich eine ausgedehnte Lavalandschaft: Ódáðahraun, die „Missetäterwüste“ – oder korrekter wohl „Missetäterlavalandschaft“. Das sieht schon sehr nachMordor Mond- oder Marslandschaft aus und hat seinen ganz eigenen Reiz.

Heute führt die Ringstraße durch die unwirtliche Landschaft. Man kommt gut voran, aber es ist nachvollziehbar, wie beschwerlich das Reisen hier zu früheren Zeiten war. Vermutlich ist man da auch nur im Notfall durchgereist und sonst „auf seiner Seite“ geblieben oder Schiff gefahren. Im Bus war das natürlich kein Problem, auch wenn man natürlich eine ganze Weile unterwegs ist.
Erste Station: der Dettifoss:

(mit Menschlein als Größenvergleich)
Das ist der (nach Höhe und Durchflussmenge) größte Wasserfall Europas. Das Wasser kommt aus einem Gletscher im Hinterland und bricht sich wahrlich spektakulär durch die Felsstufen der Lavalandschaft. Das Gelände ringsum ist schon spannend, das rauschende Wasser dann aber noch viel mehr.

Wir waren hier vor 8 Jahren schon mal – den Fotos nach aber auf der anderen Seite des Wassers. Damals war die Straße auch nur Schotterpiste, heute ist das alles unproblematisch, es gibt sogar ein bisschen Infrastruktur mit großem Parkplatz, Toilettenhäuschen und markierten Wegen. Aber das ist auf der anderen Seite vielleicht anders.
Es sind hier tatsächlich drei Wasserfälle auf einer Strecke von wenigen Kilometern. Wir hatten nur Zeit für den Dettifoss, den Selfoss haben wir immerhin aus der Ferne mal gesehen.

Der hat mich bei unserem letzten Besuch ja sehr beeindruckt, weil das Wasser auf der Breite des Flusses herabstürzt. So sah das damals aus: Link Klick hier
Nach dem Wasserfall ging es weiter Richtung Myvatn. Es gab unterwegs schon Rauschwaden und Schwefeldämpfe zu sehen – wir haben das gleich hautnah erkundet, indem wir ins Thermalbad am Myvatn gegangen sind. Das Jarðböð (Erdbad), das mit seinem milchig-blauem Wasser der berühmten Blauen Lagune bei Reykjavik ähnelt.

Es ist warmes Wasser, immer mal unterschiedlich warm, je nachdem, wo man sich im Becken befindet. Es fühlt sich irgendwie seifig an, ist aber durchaus angenehm – zumal mit der Aussicht. :) Was man auf den idyllischen Bildern immer nicht sieht, ist der Schwefelgestank über allem, aber das gehört eben dazu, wenn man die Kräfte des Erdinneren nutzen möchte. Wärme aus der Erde, die nach außen dringt:

Es war jedenfalls nett, dass das Bad bei unserer Tagestour inklusive war. Wir konnten im Wasser herumplantschen und haben uns dann im Café noch gestärkt. Dann ging es weiter am Myvatn entlang. Das ist ja eine sehr malerische Gegend – jetzt mit kräftigen Herbstfarben war es noch einmal ein besonderer Anblick.
Rot und gelb und gold und grün und braun, flammende Herbstfarben. Wie schön!

Mehr davon gab es dann in Dimmuborgir, einer Gegend schwarzer Tuff-Felsen. Die Legenden sagen, dass es sich um versteinerte Trolle handelt, die hier das Sonnenlicht erwischt hat. Oder Feenschlösser und Wohnstädten der Elfen. Auf jeden Fall eine Landschaft, die die Fantasie anregt:

Wir sind nur kurz hier herumgewandert. Haben uns ein bisschen umgeguckt und auch auf den See geguckt.
Nächste – letzte – Station war dann das Schwefelfeld von Námafjall.

Hier kann man die Erdkräfte wieder bei der Arbeit sehen. Hier blubbern Schlammvulkane, hier dampft und zischt es und stinkt natürlich auch nach Schwefel.

Ich finde sowas sehr spannend. Die Farbvielfalt ist beeindruckend und das Blubbern und Wabern sowieso. Man kann durchaus finden, dass die Erde hier lebendig ist. :)
Námafjall gehört zum aktiven Vulkangebiet von Krafla. Noch in den 80iger Jahren hat es hier die letzten Ausbrüche gegeben. Heute zeigen sich die Vulkane halbwegs zahm, lassen sich nutzbar machen in einem Thermalkraftwerk. Aber das muss nicht auf Dauer sein, hier wo die Kontinentalplatten auseinanderdriften. Island befindet sich genau auf der Grenze, hier streben die Platten auseinander und hier steigt neues Material empor, um neues Land zu bilden. Die Kinderstube der Erde, wenn man so will. :)
Wir hatten nun aber genug Programm für einen Tag. Wir hatten noch ein langes Stück Weg vor uns, um rechtzeitige wieder zum Schiff zurück zu kommen. Am Abend ging es schon wieder zurück Richtung Färöer.
Stimmung:
schwefelig
Zwischen Egilstadir und dem Myvatn befindet sich eine ausgedehnte Lavalandschaft: Ódáðahraun, die „Missetäterwüste“ – oder korrekter wohl „Missetäterlavalandschaft“. Das sieht schon sehr nach

Heute führt die Ringstraße durch die unwirtliche Landschaft. Man kommt gut voran, aber es ist nachvollziehbar, wie beschwerlich das Reisen hier zu früheren Zeiten war. Vermutlich ist man da auch nur im Notfall durchgereist und sonst „auf seiner Seite“ geblieben oder Schiff gefahren. Im Bus war das natürlich kein Problem, auch wenn man natürlich eine ganze Weile unterwegs ist.
Erste Station: der Dettifoss:

(mit Menschlein als Größenvergleich)
Das ist der (nach Höhe und Durchflussmenge) größte Wasserfall Europas. Das Wasser kommt aus einem Gletscher im Hinterland und bricht sich wahrlich spektakulär durch die Felsstufen der Lavalandschaft. Das Gelände ringsum ist schon spannend, das rauschende Wasser dann aber noch viel mehr.

Wir waren hier vor 8 Jahren schon mal – den Fotos nach aber auf der anderen Seite des Wassers. Damals war die Straße auch nur Schotterpiste, heute ist das alles unproblematisch, es gibt sogar ein bisschen Infrastruktur mit großem Parkplatz, Toilettenhäuschen und markierten Wegen. Aber das ist auf der anderen Seite vielleicht anders.
Es sind hier tatsächlich drei Wasserfälle auf einer Strecke von wenigen Kilometern. Wir hatten nur Zeit für den Dettifoss, den Selfoss haben wir immerhin aus der Ferne mal gesehen.

Der hat mich bei unserem letzten Besuch ja sehr beeindruckt, weil das Wasser auf der Breite des Flusses herabstürzt. So sah das damals aus: Link Klick hier
Nach dem Wasserfall ging es weiter Richtung Myvatn. Es gab unterwegs schon Rauschwaden und Schwefeldämpfe zu sehen – wir haben das gleich hautnah erkundet, indem wir ins Thermalbad am Myvatn gegangen sind. Das Jarðböð (Erdbad), das mit seinem milchig-blauem Wasser der berühmten Blauen Lagune bei Reykjavik ähnelt.

Es ist warmes Wasser, immer mal unterschiedlich warm, je nachdem, wo man sich im Becken befindet. Es fühlt sich irgendwie seifig an, ist aber durchaus angenehm – zumal mit der Aussicht. :) Was man auf den idyllischen Bildern immer nicht sieht, ist der Schwefelgestank über allem, aber das gehört eben dazu, wenn man die Kräfte des Erdinneren nutzen möchte. Wärme aus der Erde, die nach außen dringt:

Es war jedenfalls nett, dass das Bad bei unserer Tagestour inklusive war. Wir konnten im Wasser herumplantschen und haben uns dann im Café noch gestärkt. Dann ging es weiter am Myvatn entlang. Das ist ja eine sehr malerische Gegend – jetzt mit kräftigen Herbstfarben war es noch einmal ein besonderer Anblick.
Rot und gelb und gold und grün und braun, flammende Herbstfarben. Wie schön!

Mehr davon gab es dann in Dimmuborgir, einer Gegend schwarzer Tuff-Felsen. Die Legenden sagen, dass es sich um versteinerte Trolle handelt, die hier das Sonnenlicht erwischt hat. Oder Feenschlösser und Wohnstädten der Elfen. Auf jeden Fall eine Landschaft, die die Fantasie anregt:

Wir sind nur kurz hier herumgewandert. Haben uns ein bisschen umgeguckt und auch auf den See geguckt.
Nächste – letzte – Station war dann das Schwefelfeld von Námafjall.

Hier kann man die Erdkräfte wieder bei der Arbeit sehen. Hier blubbern Schlammvulkane, hier dampft und zischt es und stinkt natürlich auch nach Schwefel.

Ich finde sowas sehr spannend. Die Farbvielfalt ist beeindruckend und das Blubbern und Wabern sowieso. Man kann durchaus finden, dass die Erde hier lebendig ist. :)
Námafjall gehört zum aktiven Vulkangebiet von Krafla. Noch in den 80iger Jahren hat es hier die letzten Ausbrüche gegeben. Heute zeigen sich die Vulkane halbwegs zahm, lassen sich nutzbar machen in einem Thermalkraftwerk. Aber das muss nicht auf Dauer sein, hier wo die Kontinentalplatten auseinanderdriften. Island befindet sich genau auf der Grenze, hier streben die Platten auseinander und hier steigt neues Material empor, um neues Land zu bilden. Die Kinderstube der Erde, wenn man so will. :)
Wir hatten nun aber genug Programm für einen Tag. Wir hatten noch ein langes Stück Weg vor uns, um rechtzeitige wieder zum Schiff zurück zu kommen. Am Abend ging es schon wieder zurück Richtung Färöer.
Stimmung:
schwefelig