rabensturm: (drei)
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Beim Blick auf die Liste der Dresdner Museen ist mir neulich mal das Palitzschmuseum in Prohlis aufgefallen. Das klang angemessen obskur, um das mal ansehen zu wollen und – wie erwartet – war ich am Walpurgissonntag da ganz allein.



Das Museum widmet sich Siedlungsgeschichte und Stadtgeschichte des Stadtteiles Prohlis und dem Wirken des Namensgebers des Museums: Johann Georg Palitzsch, der im 18. Jahrhundert als „Bauernwissenschaftler“ und Autodidakt als erster das vorhergesagte Erscheinen des Halleyschen Kometen beobachtete. Um ihn mit den Stimmen der Zeit zu beschreiben: „Johann Georg Palitzsch, Bauer in Prohlis bei Dresden, der fleisigste Bearbeiter der vaterlichen Felder, ein vortreflicher Sternkundiger, Naturforscher, Pflanzenkenner, fast in keiner Wissenschaft fremd, ein Mann der sein eigener Lehrer war, fromm, aufrichtig, ein Weiser in seinem ganzen Leben, gebohren den 11. Junius 1723“.

Das Museum war übersichtlich, aber nett gemacht. Es gab ganz alte Siedlungsfunden, Faustkeile und einen Mammutzahn. Es gab alte Stadtgeschichte, bäuerliche Struktur, Blick auf das (abgebrannte und in den 1980igern abgerissene) Schloss Prohlis und die Umgestaltung zum Plattenbaugebiet.



Und ein bisschen was zum Herrn Palitzsch, seinen Studien und ein bisschen was allgemein zur Astronomie. Nichts, was man beim ersten Besuch in Dresden unbedingt gesehen haben muss, aber nett.

Außerdem hab ich mich angeregt mit dem Museumsmenschen unterhalten, über Stadtgeschichte und die verschiedenen Stadtteile und auch über meine Queste, die Dresdner Friedhöfe zu besichtigen. *g*

Um gleich dabei zu bleiben, hab ich heute am Feiertag den nächsten Friedhof besichtigt – passenderweise den mit der Grabstätte von Johann Georg Palitzsch.

Friedhof Leubnitz-Neuostra

Laut Wikipedia gehört der Friedhof um die Kirche Leubnitz-Neuostra zu den ältesten der Stadt Dresden und wurde vermutlich bereits 1288 angelegt (Leubnitz-Neuostra wurde allerdings erst 1921 nach Dresden eingemeindet).

Die Kirche ist sehr hübsch, sie steht auf einem Hang oberhalb der Straße und auch der Friedhof ist überraschend… hangig.



Es gibt viele sehr schöne Bäume, einige alte und schön gestaltete Gräber und eben die Hanglage. Das hat mir gut gefallen, ich hab auch das Grab von Herrn Palitzsch gefunden:



Die Kirche sah leider zu aus, aber die war auch von außen schön. Insgesamt fand ich die Ecke von Dresden sehr malerisch, sehr dörflich – man kennt ja auch nach vielen Jahren noch nicht alle Ecken und Stadtteile. Vielleicht kann man da mit einer schlauen Bus- und Straßenbahnplanung hübsch wandern…

Stimmung:
kleine Ausflüge

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