St. Fagans

4 Aug 2025 08:52 pm
rabensturm: (feder)
[personal profile] rabensturm
Dieser Tag war noch heißer angesagt mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Unser Plan sah den Besuch in einem Freiluftmuseum vor – wir machten uns Hoffnung, dass es da schattig sei und auch immer mal Innenräume zum Erholen bieten würde. Es war natürlich heiß, klappte aber doch ganz gut.

Das Freiluftmuseum war das St. Fagans Museum of Welsh Life. Das Museum wurde im Jahr 1946 mit der Stiftung des Grundstücks und des Schlosses durch den Earl of Plymouth gegründet und soll walisische Kultur zeigen und bewahren.



Das machen sie erst mal schon sehr gut, indem das Freiluftmuseum kostenlos ist. Der Parkplatz kostet zwar stattliche 7,50 £, aber dafür bietet sich einem eine große Fläche mit viel zu entdecken. Häuser und Gehöfte aus der Eisenzeit, aus dem Mittelalter, bis hin zur Industrialisierung und bis in die Nachkriegszeit. Das war eine gute Mischung und bot wirklich sehr viele sehr sehenswerte Ein- und Ausblicke.



Das hier sind die eisenzeitlichen Hütten, die wir eine Weile gesucht haben. Sie waren eingerichtet, es saß auch ein junger Mann drin, der bei Bedarf etwas dazu erzählt hat. Schön, wenn man in den Hütten mal drin stehen kann, von denen man sonst immer nur die Fundamente sieht. ;)

Alt, aber restauriert, war auch Llys Llewelyn, die Königshalle aus dem 13. Jahrhundert – ich bin gerade nicht sicher, welchem Llewelyn die zugeschrieben wurde:



Spaßig jedenfalls mit den bemalten Wänden und der Ausstattung.

Es gab auch eine Kirche aus ähnlicher Zeit, die ebenfalls mit Fresken und Bemalung geschmückt war – fröhliche Schädel und Häuschen auf Hühnerbeinen:



Natürlich spielte die ländliche Kultur in der Geschichte von Wales eine große Rolle, es gab also Gehöfte und Bauernhäuser, Scheunen und Ställe aus den verschiedenen Zeiten, Gegenden und Schichten.



Sehr schön immer die bepflanzten und bewirtschafteten Gärten. Es gab auch Mühlen, aber auch einen Schweinestall und eine Hahnenkampfarena. Ein Cockpit – das ist doch mal was anderes.

Außerdem gab es auch eher städtische Anlagen, eine Straßenzeile mit Läden und einem Pub, mit klassischerweise mit Sägespänen eingestreutem Fußboden. Und es gab auch ein Versammlungshaus einer Gewerkschaft, als man in den 70iger und 80iger Jahren dann doch allmählich realisierte, welche Bedeutung Industrie und Städte für die walisische Geschichte haben. Das Haus selbst wurde ursprünglich 1917 errichtet, das Oakdale Workmen's Institute aus Oakdale.



Allen alten Freiluftmuseen liegt ja eine gewisse romantische Verklärung des Landlebens nahe, die gute alte Zeit in Einklang mit Natur und Tierwelt. Aber in Wales lebte eben schon im 18. und 19. Jahrhundert ein großer Teil der Bevölkerung in Städten und arbeitete in der Industrie oder im Bergbau. Das hat die walisische Kultur geprägt und tut es auch heute noch.

Das Gewerkschaftshaus war aber auch spannend, weil oben Filme gezeigt wurden, wie das Haus relokalisiert wurde, wie man es erst auseinandergenommen und dann wieder zusammengebaut hat. Das war sehr spannend und interessant – und es war auch angenehm temperiert. ;)

Wir haben ein Eis gegessen, uns dann auch noch das Schloss von St. Fagans angeschaut.



Wie schon erwähnt, war das Gelände eine Schenkung des Earl of Plymouth, dazu gehörte auch das Castle, das in einer schönen Gartenanlage über dem Museumsgelände thront. Man kann es auch innen besichtigen und seine Pracht bewundern.

Und hat das Castle mit der Anlage ein bisschen an das irische Freiluftmuseum bei Turlough. Vermutlich durch die Kombination von einem Schloss/Herrenhaus, Park und sehr modernem Museumsgebäude.

Im Museum waren wir natürlich auch noch drin und haben uns wohl temperiert noch Ausstellungen zu walisischem Leben angesehen.

Alles sehr schön. :)

Wir waren nun gar gekocht und haben uns so zu unserem nächsten Quartier aufgemacht. Es ging aus den Bergen in Richtung Meer – dazu mussten wir nur erst mal um Cardiff herumkreisen. Wir haben Cowbridge und unseren Bungalow aber problemlos gefunden und waren da auch gut aufgehoben. Natürlich war es auch da warm, so ein hölzerner Bungalow hat großer Hitze nicht viel Dämmung entgegenzusetzen – aber im Schatten konnte man dann draußen sitzen und den Abend genießen.

Wir sind am Abend auch in den Ort Cowbridge spaziert – über eine obskure Treppe am Abhang einer Schnellstraße. Cowbridge machte einen charmanten Eindruck, viele kleine Läden und gemütliche Pubs. Wir sind für das Abendessen im Hotel Wellington eingekehrt, ich hab leckeren Pie gegessen.

Stimmung:
heiß

Profile

rabensturm: (Default)
rabensturm

January 2026

S M T W T F S
    1 23
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Most Popular Tags

Style Credit

Expand Cut Tags

No cut tags
Page generated 10 Jan 2026 10:19 pm
Powered by Dreamwidth Studios