Am Morgen zeigte sich die Menai Street vor unserem Hotel von ihrer melancholischen Seite.

Wir hatten es nicht weit bis zum nächsten Quartier. Zeit genug also, auf Anglesey noch was anzuschauen. Wir hatten hier vor 15 Jahren schon mal sehr ausgiebig prähistorische Stätten besichtigen, konnte es daher entspannt angehen lassen. Kein wirkliches must see.
Wir begannen bei einer Sehenswürdigkeit ohne Öffnungszeiten, dem Hügelgrab Bryn Celli Ddu.

Inzwischen gibt es einen richtigen Parkplatz mit Info-Schildern zum Hügelgrab und seiner Zeit. Es gibt einen Weg zwischen Hecken… deutlich länger, als wir das in Erinnerung hatten, aber vermutlich mag es der Landwirt auf Dauer nicht, wenn Touristen über seinen Hof latschen.
Da wir früh waren, hatten wir das Grab fast für uns alleine und konnten es von allen Seiten bewundern.

Auch von innen. ;)
Das Hügelgrab ist etwa 4000 Jahre alt (der Henge noch mal 1000 Jahre älter) und mit dem Eingang ungefähr auf die Sommersonnenwende ausgerichtet. Es gibt auch noch mehrere Gräber und stehende Steine in der Umgebung, was alles für eine bedeutende Stätte in der Vergangenheit spricht. Heutzutage ist es eher idyllisch – dann kam eine große Reisegruppe mit Klemmbrettern und wir sind lieber wieder gegangen. ;)
Das nächste Ziel hatte Öffnungszeiten, das war Plas Newydd, direkt am Ufer der Menai Street. Auch zu diesem Herrenhaus gehörte wieder eine große Park- und Gartenanlage – aber es ist auch von innen sehenswert. Von außen ist das Haus selbst ja eher… kastig.

Wohl berühmtester Besitzer des Anwesens war Henry Paget, 5. Marquess of Anglesey, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen exzentrischen Vergnügungen ein enormes Vermögen verschleuderte. Sein Nachfahre vernichtete alle persönlichen Unterlagen und ließ das Haus nach seinen Vorstellungen wieder umgestalten. Innen zeigt es sich also eher im Stand der Umbauarbeiten der 1930iger und 4oiger Jahre.

Noch immer hat die Familie des Marquess ein Wohnrecht in den oberen Räumen des Anwesens. Vom vorherigen Marquess, der ein Militärhistoriker war, kann man das Arbeitszimmer besichtigen, so wie er es 2013 hinterlassen hatte. Militärische Objekte kann man im Haus auch sehen, zum Beispiel ein Holzbein des 1. Marquess, der sein Bein in der Schlacht bei Waterloo verloren hatte.
Wir sind weitergezogen. Letztes Ziel auf Anglesey war Penmon Point an der Ostküste. An die Küste selbst kamen wir nicht, aber es gibt da trotzdem was zu sehen. Ein historisches Taubenhaus, die heilige Quelle des Heiligen Seiriol und die Reste einer Abtei und ihre hübsche Kirche.

Wir hatten überlegt, auch in Beaumaris anzuhalten und vielleicht was zu picknicken. Beaumaris liegt malerisch an der Küste, ist ein hübsches Örtchen und hat die wohl schönste der Edwardinischen Burgen. – Es war uns da aber zu viel los, also sind wir direkt zurück aufs Festland gefahren.
Unser nächstes Ziel war Gwrych Castle, in dessen Torhaus wir prinzessinnengleich übernachten wollten. Gwrych ist eine sehr beeindruckende und sehr große Anlage:

Innen ist es aber so gut wie leer. Es gibt nur einzelne erhaltene Räume, der Rest sind Fassade und dachloses Gemäuer. Man versucht, es zu erhalten, ein Wiederaufbau erscheint aber illusorisch.

Man kann vom Castle aus das Meer sehen, das ist auch sehr schön.
Auch dieses Castle stammt übrigens nicht aus dem Mittelalter. Es wurde im 19./20. Jahrhundert im neogotischen Stil erbaut und verfiel, weil es der Gatte der letzteren Besitzerin seiner Frau heimzahlen wollte. Also zumindest so unsere Deutung der Familiengeschichte der Winifred Cochrane, Countess of Dundonald… traurig, dass damit kaum 50 Jahre gereicht haben, das einst prächtige Anwesen in ein hohles Gerippe zu verwandeln.
Ein Torhäuschen am Ende des Geländes wurde immerhin wieder hergerichtet – da kann man übernachten in einem Raum oder in einer Ferienwohnung – sehr stylisch mit eigenem Code für das Zugangstor.

Stylisch auch die Wohnung mit dem Bad im Schrank. *g*
Wir haben als nächstes einen Spaziergang zum Meer gemacht, auch in der Hoffnung, da in der Mobile Home-Siedlung was zu essen zu finden. Essen gabs keins in fußläufiger Entfernung, aber schöne Aussicht.

Gegessen haben wir dann im Nachbarort Abergele. Im ersten Pub, den wir gefunden haben, the Harp Inn, wo ich ein ausgezeichnetes vegetarisches Mushroom Stroganoff hatte. Immer wieder erstaunlich, wenn man in so rustikalen Lokalitäten so leckere Gerichte bekommt (immer frisch gekocht, oft mit vegetarischer Auswahl).
Stimmung:
am Meer

Wir hatten es nicht weit bis zum nächsten Quartier. Zeit genug also, auf Anglesey noch was anzuschauen. Wir hatten hier vor 15 Jahren schon mal sehr ausgiebig prähistorische Stätten besichtigen, konnte es daher entspannt angehen lassen. Kein wirkliches must see.
Wir begannen bei einer Sehenswürdigkeit ohne Öffnungszeiten, dem Hügelgrab Bryn Celli Ddu.

Inzwischen gibt es einen richtigen Parkplatz mit Info-Schildern zum Hügelgrab und seiner Zeit. Es gibt einen Weg zwischen Hecken… deutlich länger, als wir das in Erinnerung hatten, aber vermutlich mag es der Landwirt auf Dauer nicht, wenn Touristen über seinen Hof latschen.
Da wir früh waren, hatten wir das Grab fast für uns alleine und konnten es von allen Seiten bewundern.

Auch von innen. ;)
Das Hügelgrab ist etwa 4000 Jahre alt (der Henge noch mal 1000 Jahre älter) und mit dem Eingang ungefähr auf die Sommersonnenwende ausgerichtet. Es gibt auch noch mehrere Gräber und stehende Steine in der Umgebung, was alles für eine bedeutende Stätte in der Vergangenheit spricht. Heutzutage ist es eher idyllisch – dann kam eine große Reisegruppe mit Klemmbrettern und wir sind lieber wieder gegangen. ;)
Das nächste Ziel hatte Öffnungszeiten, das war Plas Newydd, direkt am Ufer der Menai Street. Auch zu diesem Herrenhaus gehörte wieder eine große Park- und Gartenanlage – aber es ist auch von innen sehenswert. Von außen ist das Haus selbst ja eher… kastig.

Wohl berühmtester Besitzer des Anwesens war Henry Paget, 5. Marquess of Anglesey, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen exzentrischen Vergnügungen ein enormes Vermögen verschleuderte. Sein Nachfahre vernichtete alle persönlichen Unterlagen und ließ das Haus nach seinen Vorstellungen wieder umgestalten. Innen zeigt es sich also eher im Stand der Umbauarbeiten der 1930iger und 4oiger Jahre.

Noch immer hat die Familie des Marquess ein Wohnrecht in den oberen Räumen des Anwesens. Vom vorherigen Marquess, der ein Militärhistoriker war, kann man das Arbeitszimmer besichtigen, so wie er es 2013 hinterlassen hatte. Militärische Objekte kann man im Haus auch sehen, zum Beispiel ein Holzbein des 1. Marquess, der sein Bein in der Schlacht bei Waterloo verloren hatte.
Wir sind weitergezogen. Letztes Ziel auf Anglesey war Penmon Point an der Ostküste. An die Küste selbst kamen wir nicht, aber es gibt da trotzdem was zu sehen. Ein historisches Taubenhaus, die heilige Quelle des Heiligen Seiriol und die Reste einer Abtei und ihre hübsche Kirche.

Wir hatten überlegt, auch in Beaumaris anzuhalten und vielleicht was zu picknicken. Beaumaris liegt malerisch an der Küste, ist ein hübsches Örtchen und hat die wohl schönste der Edwardinischen Burgen. – Es war uns da aber zu viel los, also sind wir direkt zurück aufs Festland gefahren.
Unser nächstes Ziel war Gwrych Castle, in dessen Torhaus wir prinzessinnengleich übernachten wollten. Gwrych ist eine sehr beeindruckende und sehr große Anlage:

Innen ist es aber so gut wie leer. Es gibt nur einzelne erhaltene Räume, der Rest sind Fassade und dachloses Gemäuer. Man versucht, es zu erhalten, ein Wiederaufbau erscheint aber illusorisch.

Man kann vom Castle aus das Meer sehen, das ist auch sehr schön.
Auch dieses Castle stammt übrigens nicht aus dem Mittelalter. Es wurde im 19./20. Jahrhundert im neogotischen Stil erbaut und verfiel, weil es der Gatte der letzteren Besitzerin seiner Frau heimzahlen wollte. Also zumindest so unsere Deutung der Familiengeschichte der Winifred Cochrane, Countess of Dundonald… traurig, dass damit kaum 50 Jahre gereicht haben, das einst prächtige Anwesen in ein hohles Gerippe zu verwandeln.
Ein Torhäuschen am Ende des Geländes wurde immerhin wieder hergerichtet – da kann man übernachten in einem Raum oder in einer Ferienwohnung – sehr stylisch mit eigenem Code für das Zugangstor.

Stylisch auch die Wohnung mit dem Bad im Schrank. *g*
Wir haben als nächstes einen Spaziergang zum Meer gemacht, auch in der Hoffnung, da in der Mobile Home-Siedlung was zu essen zu finden. Essen gabs keins in fußläufiger Entfernung, aber schöne Aussicht.

Gegessen haben wir dann im Nachbarort Abergele. Im ersten Pub, den wir gefunden haben, the Harp Inn, wo ich ein ausgezeichnetes vegetarisches Mushroom Stroganoff hatte. Immer wieder erstaunlich, wenn man in so rustikalen Lokalitäten so leckere Gerichte bekommt (immer frisch gekocht, oft mit vegetarischer Auswahl).
Stimmung:
am Meer