rabensturm: (feder)
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Am nächsten Tag (immer noch mit Schnee) ging es dann zum Burgberg von Prag hinauf. Die Burg ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten und mit ca. 70.000 m² die größte geschlossene Burganlage der Welt. Sie war Residenz der böhmischen Könige, zweier Kaiser des Heiligen römischen Reiches und der Präsidenten der Tschechoslowakei und heute von Tschechien. Wir haben den Burgberg zu Fuß erklommen, das gab unterwegs schon mal schöne Ausblicke.



Als erstes waren wir im Veitsdom, der großen Kathedrale oben auf dem Burgberg. Da war ziemlich viel los, Reisegruppen und Schulklassen, ehrlich gesagt erinnere ich mich an gar nicht mehr so viele Details aus der Kathedrale. Sehr groß, sehr gotisch, sehr prächtig ausgestattet, aber nichts, was sich mir speziell eingeprägt hätte…



Nächste Station Burg, oder zumindest der Teil, den man besichtigen kann. Das sind nur einzelne Teile – und die sind überraschend leer. Leere Räume und Säle, teilweise mit bemalten Wänden. In einem Raum war eine Nachbildung der Kronjuwelen ausgestellt (die Originale sind im Dom? Wir haben sie da jedenfalls nicht gesehen).



Außerdem ist in der Burg auch das Fenster des berühmten Prager Fenstersturzes – ich mochte den englischen Begriff „defenestration“. Wir haben gelernt, dass es nicht nur einen Fenstersturz gab (den berühmten, der Auslöser des 30jährigen Krieges war). Das war mindestens schon der dritte, da hatte diese Art der Unmutsäußerung schon fast Tradition. Es gab als bereits Fensterstürze 1419 (Beginn der Hussitenkriege) und 1483 (Prager Aufstand). Das Fenster selbst und der Raum waren allerdings unspektakulär, da gabs nichts zu sehen (und nur Touristen zu fotografieren, deshalb hab ich kein Bild davon). Aber Defenestration merk ich mir vielleicht noch ein bisschen. ;)

Als nächstes gingen wir in die St. Georgs Basilika… weil die halt gerade da war.



Von außen bzw. von der Seite barock – aber innen wunderschöne Romanik. Ein beeindruckendes Kirchenschiff, schlicht und schön, mit den Resten von Fresken. Die hat mir deutlich besser gefallen als alle anderen Prager Kirchen.



Sie hat auch noch einen romanischen Turm, aber da ringsum alles mit verbaut ist, sieht man davon nicht besonders viel.

Mit dem Touristenstrom strömten wir durchs Goldene Gässchen, dass seinem Ruf als überfüllte Touristenstrecke alle Ehre gemacht hat. Nun ja, wir waren auch da.

Oben auf dem Hradschin haben wir dann noch dem Wachwechsel zugeschaut, einem filmreif inszenierten Spektakel. Auch hier viele Touristen und deshalb keine Fotos (ich will nicht wissen, wie das hier in der Hochsaison ist).

Vom Burgberg sind wir in die Stadt zurück mit der historischen Straßenbahn gefahren. Die kostet extra (war aber in unserem Prag-Pass drin) und wird mit diversen historischen Vehikeln bedient. Wir hatten einen Wagen aus den 50igern, glaub ich, also ein nicht ganz so altes Model.

Nach der ganzen großen Geschichte gab es für uns erst mal Jugendstil – wir haben lecker Kuchen gegessen im Gemeindehaus.



Das war sehr stilvoll – die Torten wurden auf einem Wägelchen herumgefahren, von dem man sich was aussuchen konnte. Und noch besser, dank der Prag-Karte war sogar das Getränk geschenkt. :D

Frisch gestärkt ging es mit der normalen Straßenbahn in den Stadtteil Žižkov zum Prager Fernsehturm. Ein sehr futuristisches Gebäude, von dem aus man einen tollen Blick auf die Stadt und das Umland hat.



Es gibt eine Aussichtsplattform auf 93 m Höhe, es gibt auch Hotelzimmer im Turm und ein Restaurant. Insgesamt hat der Turm eine Höhe von 216 m, sie haben ihn oben auch hübsch ins Verhältnis gesetzt zu den höchsten Türmen der Welt. Die Babys, die den Turm hinaufklettern sind Kunstwerke von David Černý – ich find die ja eher creepy.

Zurück im Altstadtbereich sind wir erst mal noch mal Boot gefahren – beim Besuch vom Brückenmuseum an der Karlsbrücke ist eine Bootsfahrt inklusive (mit Getränk und Snack) und das war alles in unserer praktischen Prag-Karte enthalten. Das waren auch sehr charmante kleine Boote und diesmal hat man tatsächlich auch die Erklärungen verstanden. Es war also auch informativ und nicht nur sehenswert und zudem ging die Bootsfahrt auch in einen Kanal auf der Burgseite, bot also noch mal andere Einblicke.



Das war sehr schön, hat mir besser gefallen als die Fahrt am ersten Abend – aber uns haben ja beide nix gekostet, kann man also beide mitnehmen. ;)

Das war aber noch nicht alles für unser Tagesprogramm. Nach Zwischenstopp und Abendessen im Quartier sind wir noch mal losgezogen zu einer Führung im Klementinum. Losgezogen… naja, wir sind über die Straße gegangen. ;)



Das Klementinum war ein Jesuitenkolleg. Es ist ein riesiger Gebäudekomplex, der heute die Tschechische Nationalbibliothek beherbergt und mehrere wissenschaftliche Institute. Die Jesuiten kamen im 16. Jahrhundert, richteten zuerst ein Gymnasium ein, das später zur katholischen Universität wurde. Es wurde eine Sternwarte eingerichtet und bereits 1752 mit meteorologischen Beobachtungen begonnen, die bis heute weitergeführt werden. Sie sind sehr stolz auf diese langen, ununterbrochenen Aufzeichnungen, die auch noch heute wertvolle Erkenntnisse liefern können hinsichtlich des Klimawandels.

Mit der Führung kommt man in den astronomischen Turm – darf aber vor allem einen Blick in die prächtige Barockbibliothek werfen:



Das ist sehr eindrucksvoll, selbst wenn man nur von der Tür aus gucken darf.

Um auf den Turm hinaufzukommen, geht es ein paar abenteuerliche Treppen nach oben. Dazu gab es weiter Informationen zur Geschichte des Gebäudes und den meteorologischen Untersuchungen. Ganz oben hatte man dann Ausblick auf die Stadt.



Eine gute Entscheidung, die Führung am Abend zu machen – bei schönem klarem Wetter war der Blick über das nächtliche Prag noch mal was ganz Besonderes.

Stimmung:
zurück im Dunkeln

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