Die Insel Reichenau
9 Oct 2012 10:08 pmWie schon gesagt, haben wir eine Nacht auf der Insel Reichenau verbracht in einer sehr netten Pension, die sogar glutenfreies Brot besorgen konnte.
Reichenau ist die größte Insel im Bodensee und mit dem Kloster seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Mich selber hat eher gewundert, dass es am Bodensee und auf der Insel Reichenau so viel Landwirtschaft gab und gar nicht so extreme Tourismusfixierung. Bei unserem Spaziergang auf der Insel sind wir an Erntehelfern vorbeigekommen, die Fenchel geerntet haben, und haben ein Liebstöckel- und ein Zucchinifeld gesehen. Und natürlich überall Äpfel. Das war sehr nett und irgendwie auch idyllisch…
Aber zu den Sehenswürdigkeiten der Insel Reichenau gehören vor allem die Kirchen und Kloster. Wir haben mit dem Münster St. Maria und Markus angefangen, der romanischen Kirche des ehemaligen Benediktiner-Klosters.

Eine frühe Holzkirche gab es bereits ab dem Jahr 724 unter St. Pirmin, dem Gründerabt (das Standbild an der Brücke ist übrigens modern, so wie ich schon vermutet habe). Unter Abt Haito wurde dort eine karolingische Basilika erbaut, die noch heute in Teilen zu sehen ist. Pirmin und Haito sind uns auf der Insel bei den Straßennamen wiederbegegnet, so wie auch der gute Walafried, der ein erbauliches Verslein zur Botanik über den Klostergarten dichtete. Ein besonderer Schatz der Kirche sind die Reliquien des Evangelisten Markus – wenn man denn an Reliquien und deren Echtheit glauben möchte. ;)

Auf jeden Fall ist es eine sehr schöne Kirche, mit sehr ruhiger, angenehmer Atmosphäre. Ich mag romanische Kirchen sehr gern und die hatte wirklich Flair. :)
Danach ging es weiter zur Kirche St. Peter und Paul – ebenfalls eine romanische Basilika, die innen jedoch im Stil des Rokoko ausgestattet wurde. Die war auch sehr hübsch, aber die schlichte romanische Klosterkirche hat mir dann doch besser gefallen. Sehr schön war hier aber die Aussicht auf den Bodenseeund das Zucchinifeld.

Mir ist das ja ein bisschen zu bunt und gülden – spannend aber das Fenster, das die Gottesmutter über dem Altar im Arm hielt…
Und die letzte der Kirchen, St. Georg, nahe der Brücke zum Festland. Die war leider von außen eingerüstet, aber innen sehr beeindruckend mit den Wandgemälden.

Die Wandgemälde zeigen acht Wunder Jesu, um genau zu sein die folgenden: Heilung des Besessenen von Gerasa, Heilung des Wassersüchtigen, Beruhigung des Sturms auf dem See Genezareth, Heilung des Blindgeborenen, Heilung des Aussätzigen, Auferweckung des Jünglings von Naim, Auferweckung von Jairi Töchterlein und die Auferweckung des Lazarus. Letztere hab ich sogar selbsttätig erkannt – die anderen konnte man aber allein vom Blickwinkel her shcon nicht besonders gut sehen.
Die Fresken sind nicht zuletzt deshalb so gut erhalten, weil sie lange Zeit von einer neueren Putzschicht überdeckt waren und erst um 1880 wieder freigelegt wurden.
Sehr schön, die Kirche, nur leider von außen eingerüstet.
Und dann haben wir die Insel über denn alleengesäumten Damm wieder verlassen und eine andere Bodensee-Insel besucht. Aber dazu dann ein eigener Eintrag. ;)
Stimmung:
kulturell gebildet
Reichenau ist die größte Insel im Bodensee und mit dem Kloster seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Mich selber hat eher gewundert, dass es am Bodensee und auf der Insel Reichenau so viel Landwirtschaft gab und gar nicht so extreme Tourismusfixierung. Bei unserem Spaziergang auf der Insel sind wir an Erntehelfern vorbeigekommen, die Fenchel geerntet haben, und haben ein Liebstöckel- und ein Zucchinifeld gesehen. Und natürlich überall Äpfel. Das war sehr nett und irgendwie auch idyllisch…
Aber zu den Sehenswürdigkeiten der Insel Reichenau gehören vor allem die Kirchen und Kloster. Wir haben mit dem Münster St. Maria und Markus angefangen, der romanischen Kirche des ehemaligen Benediktiner-Klosters.

Eine frühe Holzkirche gab es bereits ab dem Jahr 724 unter St. Pirmin, dem Gründerabt (das Standbild an der Brücke ist übrigens modern, so wie ich schon vermutet habe). Unter Abt Haito wurde dort eine karolingische Basilika erbaut, die noch heute in Teilen zu sehen ist. Pirmin und Haito sind uns auf der Insel bei den Straßennamen wiederbegegnet, so wie auch der gute Walafried, der ein erbauliches Verslein zur Botanik über den Klostergarten dichtete. Ein besonderer Schatz der Kirche sind die Reliquien des Evangelisten Markus – wenn man denn an Reliquien und deren Echtheit glauben möchte. ;)

Auf jeden Fall ist es eine sehr schöne Kirche, mit sehr ruhiger, angenehmer Atmosphäre. Ich mag romanische Kirchen sehr gern und die hatte wirklich Flair. :)
Danach ging es weiter zur Kirche St. Peter und Paul – ebenfalls eine romanische Basilika, die innen jedoch im Stil des Rokoko ausgestattet wurde. Die war auch sehr hübsch, aber die schlichte romanische Klosterkirche hat mir dann doch besser gefallen. Sehr schön war hier aber die Aussicht auf den Bodensee

Mir ist das ja ein bisschen zu bunt und gülden – spannend aber das Fenster, das die Gottesmutter über dem Altar im Arm hielt…
Und die letzte der Kirchen, St. Georg, nahe der Brücke zum Festland. Die war leider von außen eingerüstet, aber innen sehr beeindruckend mit den Wandgemälden.

Die Wandgemälde zeigen acht Wunder Jesu, um genau zu sein die folgenden: Heilung des Besessenen von Gerasa, Heilung des Wassersüchtigen, Beruhigung des Sturms auf dem See Genezareth, Heilung des Blindgeborenen, Heilung des Aussätzigen, Auferweckung des Jünglings von Naim, Auferweckung von Jairi Töchterlein und die Auferweckung des Lazarus. Letztere hab ich sogar selbsttätig erkannt – die anderen konnte man aber allein vom Blickwinkel her shcon nicht besonders gut sehen.
Die Fresken sind nicht zuletzt deshalb so gut erhalten, weil sie lange Zeit von einer neueren Putzschicht überdeckt waren und erst um 1880 wieder freigelegt wurden.
Sehr schön, die Kirche, nur leider von außen eingerüstet.
Und dann haben wir die Insel über denn alleengesäumten Damm wieder verlassen und eine andere Bodensee-Insel besucht. Aber dazu dann ein eigener Eintrag. ;)
Stimmung:
kulturell gebildet
no subject
Date: 9 Oct 2012 08:13 pm (UTC)Sehr schöne Kirchen. Die Fresken sehen wirklich sehr beeindruckend aus. Aber verrat mir, wie unterscheidet man auf Anhieb die Auferweckung des Jünglings von der der Lazarus?
no subject
Date: 9 Oct 2012 08:21 pm (UTC)no subject
Date: 11 Oct 2012 09:18 pm (UTC)Mir hat die St. Peter und Paul-Kirche aber auch recht gut gefallen, da das Güldene hier nicht so überladen wirkte, sondern sehr klar und zart - im weißen Kontext der Kirche.
Ach ja, wie alt ist denn "modern"?
no subject
Date: 11 Oct 2012 09:27 pm (UTC)