Unterwegs in Mitteldeutschland…
22 Oct 2012 08:43 pmIch denke mal, es ist keine neue Weisheit, wenn ich sage, dass es sich auch lohnt, sich in heimischen Gegenden auf Touristenpfade zu begeben. Es ist ja nicht so, dass man in der eigenen Stadt oder im eigenen Bundesland alles schon kennt, nur weil man da zufällig da wohnt.
Zufällig hat es sich ergeben, dass Silph sich übers Wochenende in Leipzig einquartiert hatte – und da hab ich mich doch gerne angeschlossen. Leipzig kenne ich nicht wirklich, allenfalls vom Durchfahren, und Merseburg ist ja immer schön mit Schloss und Dom und Raben.
Freitagabend in Merseburg:
Wir haben uns in Merseburg getroffen, um an einer abendlichen Führung im Merseburger Dom teilzunehmen. Es ging um die Romanik im Dom und das, was aus ottonischen Zeit dort noch zu finden ist. Führungen haben dabei ja immer den Vorteil, dass man mal andere Wege gehen kann, andere Türen benutzen oder auch mal Baugeschichte mit Kreidekreisen und Vierungsquadern praktisch ausprobieren kann. Sehr spaßig auch, dass die Führerin mal eben so Kram auf das ehemals güldene Grab von Gegenkönig Rudolf gelegt hat und auch mal eine Mappe auf den Altar. Okay, das hätt ich Heidenkind mich ja nie getraut…

Los ging es aber draußen im Hof mit einer Einführung zur Gründungszeit des Merseburger Doms, der Entstehung, Auflösung und Neugründung des Merseburger Bistums unter Otto I. und Heinrich II. Wir haben von der Schlacht auf dem Lechfeld gehört, wo Otto I. angesichts der übermächtigen Magyaren dem Tagesheiligen Laurentius ein Bistum versprach, wenn er ihm nur den Sieg schenken würde. Für uns keine neue Geschichte, aber im Zusammenhang mit der Kirchenentstehung durchaus spannend – immerhin erklärt das, warum der heutige Dom nicht mit den Resten des Vorgängerbaus parallel steht, wo doch beide Kirchen nach Osten ausgerichtet sein sollten. Waren sie auch – aber der Osten bzw. der Sonnenaufgang zu Laurentius ist eben nicht das Osten wie der Sonnenaufgang, auf den die Vorgängerkirche ausgerichtet war. Um das anschaulicher zu machen, gab es im inneren der Kirche den Kreidekreis (indischer Kreis), um die damalige Ostung zu demonstrieren. Vor der Kirche gab es schon Kreidezeichnungen, die die Grundrisse von Kirche, Dom und Kaiserpfalz im Mittelalter illustrierten. Das war doch mal anschaulich. :)
Was heute noch romanisch ist, am Dom zu Merseburg, das sind vor allem die beiden Türme – nicht die Turmhauben – und die Krypta. Diese haben wir uns dann noch genauer angeschaut und noch mehr über romanische Baukunst erfahren. Die Krypta war auch wunderbar stimmungsvoll mit Kerzen beleuchtet, so dass man sich schon einen Eindruck machen kann, wie das früher gewirkt haben mochte. Zum originalen Eindruck fehlen heute neben Gesang und Weihrauch allerdings auch die farbigen Fresken an den Wänden. Gut, dass wir kurz vorher am Bodensee die St. Georgs Kirche besichtigt haben, die einen farbigen Eindruck bietet.
Zurück an der Oberwelt, in der Vierung, gab es dann noch anschauliche Lektionen zur Baukunst, anhand von Pergamentröllchen mit Merksprüchen. Meiner lautet: „Ich bin in der Krypta, die Gedanken gehen direkt nach oben zu Gott, geleitet vom Altar und dem Turm über mir.“
Eine sehr schöne Führung, interessant und kurzweilig, die ich nur empfehlen kann. Und irgendwann schaffe ich es schon auch mal in den Naumburger Dom, weiter entlang auf der Straße der Romanik. ;)
Stimmung:
gelehrt
Zufällig hat es sich ergeben, dass Silph sich übers Wochenende in Leipzig einquartiert hatte – und da hab ich mich doch gerne angeschlossen. Leipzig kenne ich nicht wirklich, allenfalls vom Durchfahren, und Merseburg ist ja immer schön mit Schloss und Dom und Raben.
Freitagabend in Merseburg:
Wir haben uns in Merseburg getroffen, um an einer abendlichen Führung im Merseburger Dom teilzunehmen. Es ging um die Romanik im Dom und das, was aus ottonischen Zeit dort noch zu finden ist. Führungen haben dabei ja immer den Vorteil, dass man mal andere Wege gehen kann, andere Türen benutzen oder auch mal Baugeschichte mit Kreidekreisen und Vierungsquadern praktisch ausprobieren kann. Sehr spaßig auch, dass die Führerin mal eben so Kram auf das ehemals güldene Grab von Gegenkönig Rudolf gelegt hat und auch mal eine Mappe auf den Altar. Okay, das hätt ich Heidenkind mich ja nie getraut…

Los ging es aber draußen im Hof mit einer Einführung zur Gründungszeit des Merseburger Doms, der Entstehung, Auflösung und Neugründung des Merseburger Bistums unter Otto I. und Heinrich II. Wir haben von der Schlacht auf dem Lechfeld gehört, wo Otto I. angesichts der übermächtigen Magyaren dem Tagesheiligen Laurentius ein Bistum versprach, wenn er ihm nur den Sieg schenken würde. Für uns keine neue Geschichte, aber im Zusammenhang mit der Kirchenentstehung durchaus spannend – immerhin erklärt das, warum der heutige Dom nicht mit den Resten des Vorgängerbaus parallel steht, wo doch beide Kirchen nach Osten ausgerichtet sein sollten. Waren sie auch – aber der Osten bzw. der Sonnenaufgang zu Laurentius ist eben nicht das Osten wie der Sonnenaufgang, auf den die Vorgängerkirche ausgerichtet war. Um das anschaulicher zu machen, gab es im inneren der Kirche den Kreidekreis (indischer Kreis), um die damalige Ostung zu demonstrieren. Vor der Kirche gab es schon Kreidezeichnungen, die die Grundrisse von Kirche, Dom und Kaiserpfalz im Mittelalter illustrierten. Das war doch mal anschaulich. :)
Was heute noch romanisch ist, am Dom zu Merseburg, das sind vor allem die beiden Türme – nicht die Turmhauben – und die Krypta. Diese haben wir uns dann noch genauer angeschaut und noch mehr über romanische Baukunst erfahren. Die Krypta war auch wunderbar stimmungsvoll mit Kerzen beleuchtet, so dass man sich schon einen Eindruck machen kann, wie das früher gewirkt haben mochte. Zum originalen Eindruck fehlen heute neben Gesang und Weihrauch allerdings auch die farbigen Fresken an den Wänden. Gut, dass wir kurz vorher am Bodensee die St. Georgs Kirche besichtigt haben, die einen farbigen Eindruck bietet.
Zurück an der Oberwelt, in der Vierung, gab es dann noch anschauliche Lektionen zur Baukunst, anhand von Pergamentröllchen mit Merksprüchen. Meiner lautet: „Ich bin in der Krypta, die Gedanken gehen direkt nach oben zu Gott, geleitet vom Altar und dem Turm über mir.“
Eine sehr schöne Führung, interessant und kurzweilig, die ich nur empfehlen kann. Und irgendwann schaffe ich es schon auch mal in den Naumburger Dom, weiter entlang auf der Straße der Romanik. ;)
Stimmung:
gelehrt
no subject
Date: 23 Oct 2012 09:16 am (UTC)no subject
Date: 23 Oct 2012 09:21 pm (UTC)