rabensturm: (drei)
[personal profile] rabensturm
Unser Herbsturlaub war damit schon fast vorbei, auf dem Weg nach Jülich haben wir aber trotzdem noch die Gelegenheit für etwas mehr Kultur genutzt. Da lag ja auf dem Weg das Gebiet am Mittelrhein, wo eine Burg neben der anderen steht. Wir haben also die Autobahn verlassen und sind direkt am Rhein entlang gefahren, Bacharach, Loreley, St. Goar – die Orte, die normalerweise voller Touristen sind auf den Spuren der Rheinromantik. Man sieht den Orten auch an, dass sie so touristisch geprägt sind, auch wenn Anfang November an einem Wochentag nicht wirklich viel los war. Gut, um sich das selber mal anzusehen, in der Hochsaison möchte ich da bestimmt nicht sein.

An der Loreley sind wir vorbeigefahren und haben dann in St. Goar gehalten. Sind durch den Ort gelaufen und den Berg zur Burg Rheinfels hinaufgestiegen.

Die Geschichte der Burg, hoch oben über dem Rhein, war wechselhaft. 1245 wurde die Burg von Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für die rheinaufwärts fahrenden Schiffe erbaut. Burg Katzenelnbogen (was für ein Name!) liegt direkt gegenüber auf dem andere Rheinufer. Die Besitzer der Burg wechselten häufig und hinterließen unterschiedliche Bauwerke und Baustile. Um 1570 ließ Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen die Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen. Nach weiteren Besitzwechseln, Angriffen und Kriegen trat 1815 der letzte Landgraf von Hessen-Rotenburg die Gebiete am Rhein (St. Goar und Rheinfels) an Preußen ab und erhielt als Ausgleich die Fürstentümer Ratibor und Corvey. Seit 1925 ist die Stadt St. Goar Besitzerin der Burg. Die Gemeinde nahm 1963/64 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen vor. Heute gibt es oben ein Hotel, verschiedene Läden und natürlich die Burgruinen, die man besichtigen kann.



Die Anlage und ihre Lage oben auf dem Bergsporn über dem Rhein ist sehr beeindruckend. Wir waren auch fast allein mit unserem Plan. Was mich aber wirklich erstaunt hat, waren die Wege, die man da langgeschickt wurde. Okay, steile, schmale Holztreppen... aber lange unbeleuchtete Gänge, finster wie im Bärenarsch in den Wehrgängen mit Löchern im Boden und verschlossenen Türen am Ende… da haben wir uns doch gefragt, ob das so normal ist und so sein soll und was ein deutscher TÜV so dazu sagt. Wir sind ja durchaus für abenteuerliche Wege und scheuen uns auch nicht, mal in finstere Löcher zu kriechen… aber das war schon ganz schön heftig so ohne Licht und Lampe. Vielleicht ist es zur Saison ja besser ausgeleuchtet? Ich kann mir jedenfalls nur schwer Familien mit kleinen Kindern und fußlahmen Großmütterchen vorstellen, die da durch die Finsternis stolpern…

Aber es war ein netter Abstecher und jetzt hab ich die Gegend am Mittelrhein mit den vielen Burgen auch mal gesehen. Das, was für die ganzen ausländischen Touristen typisch deutsch ist. ;) Nett, aber ich muss da nicht unbedingt noch mal hin.

Tja, und das war’s dann schon wieder mit Urlaub. Der letzte Urlaub für dieses Jahr, um genau zu sein. :(


Stimmung:
wieder da

Date: 25 Nov 2012 10:01 pm (UTC)
From: [identity profile] blauerfalke.livejournal.com
Man sollte eben immer eine Taschenlampe dabeihaben. *g*

Date: 25 Nov 2012 10:10 pm (UTC)
From: [identity profile] rabensturm.livejournal.com
Wissen wir ja eigentlich. Warum haben wir es nur nicht gemacht?

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